Gehalt in der Stadtbibliothek (TVöD)
Mitarbeiter in Stadtbibliotheken werden in der Regel nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD VKA) bezahlt. Die Höhe des Gehalts richtet sich vor allem nach der Tätigkeit, der Qualifikation und der Berufserfahrung.
Typische Entgeltgruppen in der Stadtbibliothek (TVöD) nach Tätigkeiten
- E5 – E6: einfache Tätigkeiten, z. B. Ausleihe oder Unterstützung im Servicebereich
- E7 – E8: qualifizierte Sachbearbeitung und organisatorische Aufgaben
- E9a – E9b: anspruchsvollere Tätigkeiten, z. B. Facharbeit oder Projektverantwortung
- E10 und höher: Leitungsfunktionen oder spezialisierte Aufgabenbereiche
Entgelttabelle Bibliotheken TVöD 2026-2027
Die folgende TVöD-Tariftabelle weist die monatlichen Brutto-Gehälter im öffentlichen Dienst der Bibliotheken aus. Sie wird auch Gehaltstabelle, Lohntabelle oder Tabellenentgelt genannt.| Entgelt-Gruppe | Stufen | Voraussetzung (in der Regel) | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 | ||
| Neuein-stellung | nach 1 Jahr in Stufe 1 | nach 2 Jahren in Stufe 2 | nach 3 Jahren in Stufe 3 | nach 4 Jahren in Stufe 4 | nach 5 Jahren in Stufe 5 | ||
| E 15 | 5.828 | 6.209 | 6.634 | 7.214 | 7.811 | 8.204 | wissenschaftliches Hochschulstudium oder Master |
| E 14 | 5.298 | 5.643 | 6.094 | 6.594 | 7.152 | 7.552 | |
| E 13 | 4.901 | 5.279 | 5.710 | 6.177 | 6.727 | 7.026 | |
| E 12 | 4.416 | 4.851 | 5.360 | 5.924 | 6.586 | 6.900 | Fachhochschulstudium / Bachelor / Verwaltungsfachwirt (AL 2) |
| E 11 | 4.270 | 4.670 | 5.046 | 5.454 | 6.013 | 6.327 | |
| E 10 | 4.125 | 4.438 | 4.795 | 5.181 | 5.612 | 5.753 | |
| E 9c | 4.011 | 4.291 | 4.595 | 4.923 | 5.275 | 5.528 | |
| E 9b | 3.780 | 4.039 | 4.204 | 4.691 | 4.979 | 5.313 | |
| E 9a | 3.659 | 3.878 | 4.098 | 4.587 | 4.697 | 4.980 | mindestens dreijährige Berufsausbildung |
| E 8 | 3.486 | 3.697 | 3.843 | 3.992 | 4.154 | 4.231 | |
| E 7 | 3.295 | 3.538 | 3.683 | 3.829 | 3.969 | 4.045 | |
| E 6 | 3.240 | 3.440 | 3.580 | 3.719 | 3.856 | 3.926 | |
| E 5 | 3.124 | 3.318 | 3.449 | 3.588 | 3.717 | 3.783 | |
| E 4 | 2.994 | 3.190 | 3.355 | 3.458 | 3.560 | 3.620 | An- und Ungelernte |
| E 3 | 2.953 | 3.164 | 3.216 | 3.333 | 3.421 | 3.502 | |
| E 2 | 2.768 | 2.975 | 3.027 | 3.101 | 3.264 | 3.433 | |
| E 1 | - | 2.535 | 2.569 | 2.612 | 2.652 | 2.755 | |
Das Gehalt gilt bei einer wöchentlichen Arbeitszeit nach TVöD von 39 Stunden (bei Teilzeit entsprechend geringer).
Das monatliche Gehalt für Mitarbeiter*innen der Bibliotheken ergibt sich im Wesentlichen aus der Entgeltgruppe und der Stufe.
Eingruppierung im TVöD: Entgeltgruppen nach Qualifikation in Bibliotheken
Auch wenn im TVöD formal die Tätigkeit entscheidend ist, lassen sich in der Praxis typische Zuordnungen nach Qualifikation erkennen:
- Ohne Ausbildung / Quereinstieg: meist E3 – E4
- Abgeschlossene Ausbildung (z. B. FaMI): häufig E5 – E8
- Bachelor-Abschluss: häufig E9a – E9b
- Master / wissenschaftlicher Abschluss: häufig E13 oder höher
Wichtig: Die tatsächliche Eingruppierung richtet sich immer nach den übertragenen Aufgaben der Stelle – nicht allein nach dem Abschluss.
- Diplom-Archivar:in
- Bachelor / Master of Arts Archivwissenschaft
- Bachelor / Master of Arts Bibliotheks- und Informationsmanagement
- Bachelor / Master of Arts Bibliotheks- und Informationswissenschaft
- Bachelor / Master of Arts Buch-, Medien- und/ oder Kommunikationswissenschaft
- Bachelor / Master of Arts Medienpädagogik
- Bibliotheksassistent:in
- Buchhändler:in
- Diplom-Bibliothekar:in
- Diplom-Informationswirt:in
- Fachangestellte:r für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Bibliothek (FaMI)
- Fachwirt:in für Medien- und Informationsdienste
- Informatiker:in (z.B. Fachinformatiker:in Fachrichtung Systemintegration)
- Leiter:in Stadtbibliothek
Wie erfolgt die Eingruppierung konkret?
Maßgeblich sind die dauerhaft übertragenen Aufgaben. Bewertet werden alle Tätigkeiten, die nicht nur vorübergehend ausgeübt werden.
Jede Entgeltgruppe enthält sogenannte Tätigkeitsmerkmale. Diese beschreiben, welche Anforderungen eine Tätigkeit erfüllen muss (z. B. „selbstständige Leistungen“ oder „gründliche Fachkenntnisse“).
- Entscheidend ist der Zeitanteil der Arbeitsvorgänge
- In der Regel müssen die Anforderungen zu mindestens 50 % erfüllt sein
- Ein Arbeitsvorgang ist eine in sich abgeschlossene Tätigkeit mit eigenem Arbeitsergebnis
Sind die Aufgaben nicht eindeutig dokumentiert, wird häufig eine Stellenbeschreibung erstellt. Darauf aufbauend erfolgt die tarifliche Bewertung und Eingruppierung.
Welche Tätigkeitsmerkmale gelten?
Für Beschäftigte in kommunalen Bibliotheken gelten in der Regel die allgemeinen Tätigkeitsmerkmale der Entgeltordnung zum TVöD VKA.
Spezielle Tätigkeitsmerkmale gehen diesen allgemeinen Regelungen vor. Sie sind in der Entgeltordnung oder in landesbezirklichen Tarifverträgen geregelt.
- Informations- und Kommunikationstechnik
- Magazine und Lager
- Technische oder handwerkliche Tätigkeiten (z. B. Hausmeisterdienste)
Weitere Details finden Sie hier: TVöD Eingruppierung im Überblick
Die Stufe / Erfahrungsstufe nach TVöD
Es gibt 6 Gehaltsstufen. Die konkrete Stufe des Angestellten ergibt sich grundsätzlich aus der Anzahl von Berufsjahren im öffentlichen Dienst. Bei der Einstellung wird einschlägige Berufserfahrung berücksichtigt. Des weiteren kann der Arbeitgeber bei Neueinstellungen Zeiten einer vorherigen beruflichen Tätigkeit für die Stufenzuordnung berücksichtigen, wenn diese Tätigkeit für die vorgesehene Tätigkeit förderlich ist. Nach Ablauf einer bestimmten Zahl von Jahren erfolgt ein Stufenaufstieg. Der Stufenaufstieg kann bei Leistungen erheblich über dem Durchschnitt verkürzt werden. Bei Leistungen, die erheblich unter dem Durchschnitt liegen, ist auch eine Verlängerung der Stufenlaufzeit möglich. Nach der Fachkräfte-Richtlinie der VKA vom 10.11.2023 können Stufen vorweggewährt werden. Weitere Informationen zu den TVöD Stufen ...Weitere Zahlungen nach TVöD
Zusätzlich werden weitere Leistungen wie Zulagen und Zuschläge gezahlt. Beispiele:- Leistungsentgelt / Leistungsprämie
- Jahressonderzahlung ("Weihnachtsgeld")
- Erschwerniszuschläge
- Zeitzuschläge für Arbeit an Samstagen, Sonntagen, Feiertagen, Nachtarbeit, Überstunden, usw.
- Arbeitsmarktzulage (nur in einigen Bundesländern; kann zur Deckung des Personalbedarfs oder zur Bindung von qualifizierten Fachkräften gezahlt werden)
- Fachkräfte-Zulage (kann für Fachkräfte gezahlt werden)
- Fahrradleasing
- Vermögenswirksame Leistungen
- Jubiläumsgeld
- Zusatzversorgung (betriebliche Altersversorgung)
Weitere Tarifverträge und Beamtenbesoldung
- In den Bibliotheken des Bundes (z.B. Deutsche Nationalbibliothek, Bibliotheken der Stiftung Preußischer Kulturbesitz) gilt ebenfalls der TVöD (Fassung TVöD Bund). Der TVöD Bund ist weitestgehend mit dem TVöD VKA identisch, weist jedoch in der Entgeltordnung für Beschäftigte in Bibliotheken, Büchereien, Archiven eigene Tätigkeitsmerkmale aus.
- In Berlin sowie in den Bibliotheken der Länder (z.B. Universitätsbibliotheken, Hochschulbibliotheken, Staatsbibliothek Bayern, Landesbibliotheken) kommt zumeist der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder zur Anwendung. Mehr zum TV-L ...
- Die Bücherhallen Hamburg nutzen den TV-AVH.
- Einige Kommunen beschäftigen in ihren Bibliotheken auch Beamte. Den Zugang bieten z.B. das Bibliotheksreferendariat (höherer Dienst) und die Laufbahn für den gehobenen Archivdienst. Mehr zur Beamtenbesoldung ...
Minijobs und ehrenamtliche Tätigkeiten
Neben sozialversicherungspflichtig angestellten Mitarbeiter:innen und Beamt:innen werden in den Bibliotheken teilweise auch geringfügige Beschäftigungen (Minijobs) und ehrenamtliche Tätigkeiten angeboten. Minijobber haben das Recht, bei gleicher Qualifikation und gleicher Arbeit genauso viel zu verdienen wie andere Arbeitnehmer. Das heißt Minijobber erhalten denselben Stundenlohn wie Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18. Januar 2023 – 5 AZR 108/22).Besonders kleinere Stadt- und Gemeindebibliotheken werden ganz oder teilweise mit ehrenamtlichen Kräften betrieben. Die ehrenamtlichen Helfer:innen erhalten zum Teil eine Aufwandsentschädigung.
FAQ: Gehalt in der Stadtbibliothek (TVöD)
Wie viel verdient ein FaMI in der Stadtbibliothek?
Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FaMI) werden im TVöD meist in den Entgeltgruppen E5 bis E8 eingruppiert. Das konkrete Gehalt hängt von der Stufe (Berufserfahrung) sowie der jeweiligen Tätigkeit ab.
Wie hoch ist das Gehalt als Bibliothekar im TVöD?
Das Gehalt als Bibliothekar im öffentlichen Dienst richtet sich nach dem TVöD. In kommunalen Bibliotheken erfolgt die Eingruppierung häufig in den Entgeltgruppen E9 bis E13. Die genaue Höhe hängt von der Tätigkeit, der Qualifikation (z. B. Bachelor oder Master) sowie der Berufserfahrung (Stufe) ab.
Wie viel verdient man als Quereinsteiger in einer Bibliothek?
Quereinsteiger ohne bibliothekarische Ausbildung werden im öffentlichen Dienst je nach Tätigkeit meist in den Entgeltgruppen E3 bis E6 eingruppiert. Bei sehr einfachen Tätigkeiten ist auch E2 möglich, während bei einschlägiger Berufserfahrung oder anspruchsvolleren Aufgaben auch höhere Entgeltgruppen erreicht werden können.
Wie wird das Gehalt im TVöD berechnet?
Das Gehalt setzt sich aus der Entgeltgruppe und der Erfahrungsstufe zusammen. Die Entgeltgruppe richtet sich nach den übertragenen Aufgaben, die Stufe nach der Berufserfahrung. Zusätzlich können Zulagen oder Sonderzahlungen hinzukommen.
Gibt es Unterschiede zwischen Bund, Ländern und Kommunen?
Ja. In kommunalen Bibliotheken gilt in der Regel der TVöD VKA, während in Landesbibliotheken häufig der TV-L angewendet wird. Die Tabellenwerte unterscheiden sich leicht, die Systematik ist jedoch vergleichbar.
Steigt das Gehalt in der Stadtbibliothek mit der Zeit?
Ja. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt man automatisch in höhere Erfahrungsstufen auf. Zusätzlich sind Höhergruppierungen möglich, wenn sich die übertragenen Aufgaben verändern oder mehr Verantwortung übernommen wird.
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Bitte passen Sie die Suche nach Ihren Wünschen an:Aktuelle Stellenangebote
Bitte passen Sie die Suche nach Ihren Wünschen an:Die Bibliotheken der Städte in Deutschland werden häufig als Stadtbibliothek bezeichnet. Als synonyme Begriffe verwenden Städte, Gemeinden und (Land-) Kreise auch die Begriffe Stadtbücherei, Gemeindebibliothek /-bücherei und (Land-) Kreisbibliothek /-bücherei. Großstädte betreiben in der Regel eine Zentralbibliothek und weitere Bibliotheken in Stadtteilen bzw. Bezirken. All diese Bibliotheken sind Einrichtungen der Kommunen, so dass die Mitarbeiter*innen zum öffentlichen Dienst gehören. Zu den Angeboten der Bibliotheken zählen auch Schulbibliotheken, Fahrbibliotheken, e-Bibliothek, Kinder- und Jugendbibliotheken, Musikbüchereien, Ausstellungen, Veranstaltungen, u.v.m.
Kommunale Bibliotheken werden in unterschiedlichen Rechtsformen betrieben. Am gebräuchlichsten sind Regiebetriebe, Eigenbetriebe, Zweckverbände, Stiftungen und Anstalten öffentlichen Rechts (AöR). Für viele Bibliotheken wurden Fördervereine gegründet. Es gibt auch verschiedene nicht-öffentliche Träger von Bibliotheken, beispielsweise Kirchen, Vereine oder Unternehmen.Ausgewählte Statistiken:
- In Deutschland gibt es rund 6.700 öffentliche Bibliotheken mit insgesamt mehr als 8.000 Standorten.
- Diese Bibliotheken stellten im Jahr 2024 rund 370 Millionen Medien bereit.
- Insgesamt wurden etwa 359 Millionen Entleihungen registriert.
- Öffentliche Bibliotheken zählten über 110 Millionen Besuche innerhalb eines Jahres.
- Knapp 2.000 Bibliotheken sind hauptamtlich geleitet, während rund 4.800 Einrichtungen neben- oder ehrenamtlich geführt werden.
Quelle: Deutsche Bibliotheksstatistik (2023/2024).

