Gehalt Pflegefachkraft im öffentlichen Dienst – TVöD-P (P7–P16)
Das Gehalt von Pflegefachkräften im öffentlichen Dienst richtet sich verbindlich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst im Bereich Pflege (TVöD-P). Der Einstieg für examinierte Fachkräfte mit dreijähriger Ausbildung erfolgt in der Regel in der Entgeltgruppe P 7 Stufe 2 (da Stufe 1 in Entgeltgruppe P 7 unbesetzt bleibt).
Durch kumulierte Berufserfahrung, Schichtzuschläge, monatliche Tarifzulagen und gezielte Fachweiterbildungen sind im Laufe des Berufslebens spürbare Gehaltssprünge möglich.
Welche Berufe zählen zur Pflege nach TVöD-P?
Im Sinne der Entgeltordnung zum TVöD-P (VKA) umfasst die Qualifikation als Pflegefachkraft insbesondere folgende staatlich anerkannte Berufsgruppen:
- Pflegefachfrau / Pflegefachmann (generalistische Ausbildung).
- Gesundheits- und Krankenpfleger/in.
- Altenpfleger/in.
- Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in.
- Hebamme / Entbindungspfleger/in (im Angestelltenverhältnis).
- Operationstechnische Assistenz (OTA).
- Anästhesietechnische Assistenz (ATA).
- Heilerziehungspfleger/in (sofern im pflegerischen Dienst eines Krankenhauses oder Heims eingesetzt).
Das Gehalt richtet sich bei kommunalen Krankenhäusern, Pflegeheimen und medizinischen Diensten nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD VKA).
Gehaltstabelle TVöD-P 2026-2027
Für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger liegt das Einstiegsgehalt im öffentlichen Dienst typischerweise in P 7 Stufe 2 TVöD-P (regulärer Einstieg als examinierte Pflegefachkraft).
| Entgelt-Gruppe | Stufen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 | |
| Neu (P 5+6) | Neu (P 7-16) / nach 1 Jahr (P 5+6) | nach 2 Jahren in Stufe 2 | nach 3 Jahren in Stufe 3 | nach 4 Jahren in Stufe 4 | nach 5 Jahren in Stufe 5 | |
| P 16 | - | 5.240 | 5.416 | 5.984 | 6.646 | 6.938 |
| P 15 | - | 5.132 | 5.293 | 5.696 | 6.177 | 6.361 |
| P 14 | - | 5.014 | 5.171 | 5.563 | 6.097 | 6.194 |
| P 13 | - | 4.895 | 5.048 | 5.431 | 5.707 | 5.779 |
| P 12 | - | 4.657 | 4.803 | 5.166 | 5.389 | 5.493 |
| P 11 | - | 4.420 | 4.557 | 4.901 | 5.130 | 5.234 |
| P 10 | - | 4.184 | 4.312 | 4.675 | 4.851 | 4.961 |
| P 9 | - | 3.992 | 4.184 | 4.312 | 4.559 | 4.662 |
| P 8 | - | 3.701 | 3.863 | 4.076 | 4.248 | 4.489 |
| P 7 | - | 3.510 | 3.701 | 3.998 | 4.150 | 4.305 |
| P 6 | 3.012 | 3.187 | 3.363 | 3.738 | 3.833 | 4.013 |
| P 5 | 2.907 | 3.146 | 3.217 | 3.334 | 3.422 | 3.629 |
Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?
Neben der formalen Eingruppierung bestimmen folgende Kriterien das tatsächliche Monatsgehalt:
- Berufserfahrung (Erfahrungsstufen): Mit den Berufsjahren erfolgt ein automatischer Stufenaufstieg innerhalb der Entgeltgruppe (Stufe 2 bis Stufe 6).
- Einstufung bei Neueinstellung: Nachgewiesene einschlägige Berufserfahrung aus vorherigen Pflegestationen kann für eine höhere Stufeneinstufung angerechnet werden.
- Tätigkeitsbereich & Funktion: Einsätze auf Intensivstationen, in der Anästhesie, der Psychiatrie, der Dialyse oder als Praxisanleiter führen häufig zu höheren Eingruppierungen oder Spezialzulagen.
Zulagen und zusätzliche Leistungen nach TVöD
Neben dem Tabellenentgelt erhalten Pflegefachkräfte im öffentlichen Dienst umfangreiche Zusatzleistungen:
- Jahressonderzahlung („Weihnachtsgeld“ im November).
- Fahrradleasing (Jobrad per Entgeltumwandlung).
- Vermögenswirksame Leistungen (VWL).
- Zusatzversorgung (betriebliche Altersvorsorge über die ZVK/VBL).
Pauschale Monatszulagen im TVöD-P:
Neben variablen Zeitzuschlägen stehen Pflegefachkräften feste Tarifzulagen zu. Hierzu gehören die monatliche Pflegezulage sowie bei Arbeit im Schichtdienst die Schichtzulage bzw. bei ständiger Nacht- und Wechselschicht die Wechselschichtzulage.
Je nach Einsatzbereich und Funktion kommen weitere tarifliche Leistungen hinzu:
- Höhere Eingruppierung (P 8 / P 9) statt Zulage: Bei dauerhafter Arbeit auf Intensivstationen, in der Psychiatrie, Dialyse oder Gerontopsychiatrie erfolgt direkt eine Höher-Eingruppierung nach Entgeltgruppe P 8 oder P 9.
- Zeitzuschläge für Nachtarbeit, Sonntagsarbeit, Feiertagsarbeit, Wechselschicht und Überstunden.
- Praxisanleiter-Zulage bei der strukturierten Begleitung von Auszubildenden.
- Leistungsentgelt (jährliche Leistungssonderzahlung).
Bei regionalem Fachkräftemangel können kommunale Arbeitgeber zusätzlich eine Fachkräfte-Zulage gewähren.
Karriere und höhere Entgeltgruppen (P 8 bis P 16)
Mit zunehmender Verantwortung, Fachqualifikation oder Leitungsaufgabe steigen Pflegefachkräfte in höhere Entgeltgruppen auf. Dies wirkt sich direkt auf das monatliche Bruttoeinkommen aus:
- Fachweiterbildungen in der Pflege führen bei entsprechender Übertragung der Funktion verbindlich zu höheren Eingruppierungen.
- Besonders schwierige Tätigkeiten führen zur Entgeltgruppe P 8 TVöD (z. B. Wundmanagement, Stroke Unit, Palliative Care, Case Management oder koordinierende Praxisanleitung).
- Mit staatlich anerkannter Fachweiterbildung (z. B. Anästhesie-/Intensivpflege, Operationsdienst, Onkologie, Hygienefachkraft) erfolgt die Eingruppierung in Entgeltgruppe P 9 TVöD.
- Führungs- und Leitungsfunktionen (z. B. Gruppenleitung, Stationsleitung, Bereichsleitung oder Pflegedienstleitung) erreichen Entgeltgruppen zwischen P 10 und P 16 TVöD.
Fazit
Das Gehalt einer Pflegefachkraft im öffentlichen Dienst bietet durch die tarifliche Absicherung im TVöD-P hohe Verlässlichkeit. Neben stetigen automatischen Stufenaufstiegen eröffnen Fachweiterbildungen und Führungsaufgaben vielfältige Gehaltschancen von Entgeltgruppe P 7 bis P 16.
Praxisfragen (FAQ) zum Pflegefachkraft-Gehalt
Welche Entgeltgruppe ist typisch für Pflegefachkräfte?
Der Direkteinstieg für examinierte Pflegefachkräfte mit dreijähriger Ausbildung erfolgt im Regeleinsatz in Entgeltgruppe P 7 Stufe 2 TVöD-P.
Welche Zuschläge werden in der Pflege zusätzlich gezahlt?
Zusätzlich zum Tabellengehalt erhalten Pflegefachkräfte die monatliche Pflegezulage (120 Euro) sowie steuerfreie Zuschläge für Nachtarbeit, Sonntagsarbeit, Feiertagsarbeit und Schicht- bzw. Wechselschichtarbeit.
Was ist der Unterschied zwischen Entgeltgruppe P 7 und P 8?
Entgeltgruppe P 7 gilt für die reguläre Pflegefachkraft. P 8 setzt besonders schwierige pflegerische Aufgaben oder spezielle Zusatzqualifikationen voraus (z. B. Wundexpert/in, Stroke Unit, Palliative Care oder intensivierte Praxisanleitung).
Wie steigt man in höhere Entgeltgruppen auf?
Höhere Eingruppierungen (P 8 bis P 16) werden durch den Erwerb von Fachweiterbildungen (z. B. Intensivpflege, Hygiene) oder die Übernahme von Leitungsfunktionen (Stationsleitung, Pflegedienstleitung) erreicht.
Ist das Gehalt im öffentlichen Dienst attraktiv?
Ja. Der TVöD-P bietet neben fairen Grundgehältern verlässliche automatisierte Stufenaufstiege, Jahressonderzahlungen, eine betriebliche Betriebsrente (ZVK) und hohe Arbeitsplatzsicherheit.
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