Gehalt als Altenpfleger/in im öffentlichen Dienst
Altenpflegerinnen und Altenpfleger (bzw. Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner) werden im öffentlichen Dienst nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst im Pflegebereich (TVöD-P, VKA) entlohnt. Das Einstiegsgehalt für dreijährig ausgebildete Fachkräfte liegt in der Regel in der Entgeltgruppe P 7 Stufe 2 (da Stufe 1 in der Entgeltgruppe P 7 unbesetzt bleibt).
Viele Pflegekräfte arbeiten nicht direkt bei kommunalen Arbeitgebern, sondern bei privaten oder freigemeinnützigen Trägern, die ihre Vergütung jedoch häufig eng an den TVöD anlehnen.
Typische Arbeitgeber für Altenpfleger/innen
Altenpflegerinnen und Altenpfleger arbeiten in verschiedenen Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegewesens, insbesondere bei öffentlich-rechtlichen und gemeinnützigen Trägern:
- Kommunale Pflegeheime und Seniorenzentren.
- Ambulante Pflegedienste und Sozialstationen.
- Krankenhäuser und Universitätskliniken.
- Rehabilitationskliniken und Fachzentren.
- Tagespflegeeinrichtungen und Kurzzeitpflege.
- Betreutes Wohnen und Senioren-Wohngemeinschaften.
- Soziale Einrichtungen und Wohlfahrtsverbände (z. B. DRK, Caritas, Diakonie, AWO).
Gehaltstabelle TVöD-P 2026-2027
| Entgelt-Gruppe | Stufen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 | |
| Neu (P 5+6) | Neu (P 7-16) / nach 1 Jahr (P 5+6) | nach 2 Jahren in Stufe 2 | nach 3 Jahren in Stufe 3 | nach 4 Jahren in Stufe 4 | nach 5 Jahren in Stufe 5 | |
| P 16 | - | 5.240 | 5.416 | 5.984 | 6.646 | 6.938 |
| P 15 | - | 5.132 | 5.293 | 5.696 | 6.177 | 6.361 |
| P 14 | - | 5.014 | 5.171 | 5.563 | 6.097 | 6.194 |
| P 13 | - | 4.895 | 5.048 | 5.431 | 5.707 | 5.779 |
| P 12 | - | 4.657 | 4.803 | 5.166 | 5.389 | 5.493 |
| P 11 | - | 4.420 | 4.557 | 4.901 | 5.130 | 5.234 |
| P 10 | - | 4.184 | 4.312 | 4.675 | 4.851 | 4.961 |
| P 9 | - | 3.992 | 4.184 | 4.312 | 4.559 | 4.662 |
| P 8 | - | 3.701 | 3.863 | 4.076 | 4.248 | 4.489 |
| P 7 | - | 3.510 | 3.701 | 3.998 | 4.150 | 4.305 |
| P 6 | 3.012 | 3.187 | 3.363 | 3.738 | 3.833 | 4.013 |
| P 5 | 2.907 | 3.146 | 3.217 | 3.334 | 3.422 | 3.629 |
Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?
Neben der Grundeingruppierung bestimmen folgende Faktoren das monatliche Bruttoeinkommen:
- Berufserfahrung (Erfahrungsstufen): Mit den zurückgelegten Berufsjahren erfolgt ein automatischer Aufstieg von Stufe 2 bis Stufe 6 innerhalb der Entgeltgruppe P 7.
- Stufenzuordnung bei Neueinstellung: Nachgewiesene einschlägige Berufserfahrung bei anderen Arbeitgebern kann für eine höhere Stufeneinstufung angerechnet werden.
Zulagen und zusätzliche Leistungen
Neben dem Grundgehalt aus der Entgelttabelle erhalten Pflegefachkräfte im öffentlichen Dienst umfangreiche Zusatzleistungen:
- Jahressonderzahlung („Weihnachtsgeld“ im November).
- Fahrradleasing (Jobrad per Entgeltumwandlung).
- Vermögenswirksame Leistungen (VWL).
- Zusatzversorgung (betriebliche Betriebsrente über ZVK/VBL).
Zusätzlich werden je nach Einsatzbereich und Dienstmodell feste Zulagen und variable Zuschläge gezahlt:
Pauschale Monatszulagen im TVöD-P:
Neben den variablen Zeitzuschlägen stehen Pflegefachkräften feste Tarifzulagen zu. Hierzu gehören die monatliche Pflegezulage sowie bei Arbeit im Schichtdienst die Schichtzulage bzw. bei ständiger Nacht- und Wechselschicht die Wechselschichtzulage.
- Monatliche Pflegezulage sowie ggf. Intensiv-, Psychiatrie- oder Infektionszulage.
- Zeitzuschläge für Nachtarbeit, Sonntagsarbeit, Feiertagsarbeit, Wechselschicht und Überstunden.
- Praxisanleiter-Zulage bei Anleitung von Auszubildenden.
- Leistungsentgelt (jährliche Leistungssonderzahlung).
Bei regionalem Fachkräftemangel können kommunale Arbeitgeber zusätzlich eine Fachkräfte-Zulage gewähren.
Aufstieg und höhere Entgeltgruppen (P 8 bis P 9)
Durch Fachweiterbildungen, Zusatzqualifikationen oder die Übernahme von Leitungsaufgaben sind Höhergruppierungen in der Pflege-Entgeltordnung vorgesehen:
- Entgeltgruppe P 8 TVöD-P: Bei besonders schwierigen pflegerischen Aufgaben (z. B. Wundmanagement, Palliative Care, Case Management, Stroke Unit oder Praxisanleitung mit erheblichem Zeitanteil).
- Entgeltgruppe P 9 TVöD-P: Bei Fachweiterbildungen mit Anforderung (z. B. Hygienefachkraft, Fachkraft für Intensivpflege oder Gerontopsychiatrie).
- Leitungsfunktionen (z. B. Wohnbereichsleitung, Stationsleitung, Pflegedienstleitung) führen in höhere Pflege-Entgeltgruppen oder in die allgemeine E-Tabelle (E 9b bis E 12).
Auch ein akademisches Studium (z. B. Pflegewissenschaft, Gesundheitsmanagement oder Pflegepädagogik) eröffnet langfristig den Zugang zu höher bewerteten Positionen.
Hinweis: Generalistische Pflegeausbildung
Die bisherige dreijährige Ausbildung zum/zur Altenpfleger/in wurde durch die bundeseinheitliche generalistische Pflegeausbildung (Abschluss: Pflegefachfrau / Pflegefachmann) ersetzt. Ausgebildete Fachkräfte arbeiten berufsgruppenübergreifend in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege und werden bei öffentlichen Trägern direkt in Entgeltgruppe P 7 TVöD-P eingruppiert.
Fazit
Altenpflegerinnen und Altenpfleger im öffentlichen Dienst profitieren von einer fairen, tariflich geregelten Vergütung, verlässlichen Stufenaufstiegen sowie attraktiven Schichtzulagen und Weiterbildungsperspektiven.
Praxisfragen (FAQ) zum Gehalt als Altenpfleger/in
In welcher Entgeltgruppe starten Altenpfleger/innen im öffentlichen Dienst?
Berufsanfänger mit dreijähriger Fachkraftausbildung werden direkt in P 7 Stufe 2 TVöD-P eingruppiert (Einstieg in Stufe 1 entfällt in P 7).
Wie hoch sind die Gehaltssteigerungen durch den Stufenaufstieg?
Mit zunehmender Berufserfahrung steigen Beschäftigte automatisch bis in Stufe 6 auf. Das Grundgehalt erhöht sich dadurch im Laufe der Dienstjahre um mehrere hundert Euro monatlich.
Welche Zulagen sind in der Altenpflege typisch?
Zusätzlich zum Tabellenentgelt werden die monatliche Pflegezulage (120 Euro) sowie Zuschläge für Samstags-, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sowie Schicht- bzw. Wechselschichtzulagen gezahlt.
Wann erfolgt eine Eingruppierung in P 8 oder P 9?
Höhere Eingruppierungen setzen besondere Fachqualifikationen (z. B. Wundexpert/in, Praxisanleiter/in, Hygienefachkraft) oder die dauerhafte Übernahme besonders schwieriger Aufgaben voraus.
Welche Rolle spielt die Praxisanleiter-Zulage?
Pflegekräfte, die als Praxisanleiter/innen Auszubildende betreuen, erhalten je nach Zeitumfang und Übertragung eine monatliche Zulage oder werden in Entgeltgruppe P 8 eingruppiert.
Verdient man im Krankenhaus mehr als im Altenheim?
Solange beide Einrichtungen nach dem TVöD-P (VKA) vergüten, ist die Grundvergütung in Entgeltgruppe P 7 identisch. Gehaltsunterschiede ergeben sich in der Praxis lediglich durch unterschiedliche Schichtmodelle und Einsatzzulagen.
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