Ausbildung Verwaltungsfachangestellte/r – Ablauf, Inhalte und Vergütung
Verwaltungsfachangestellte gehören in den meisten Behörden zur größten Berufsgruppe. Sie sorgen gemeinsam mit Verwaltungsbeamten für einen reibungslosen Ablauf der öffentlichen Verwaltung.
Die Ausbildung ist daher für Bund, Länder und Kommunen von großer Bedeutung. Es handelt sich um eine duale Ausbildung (Ausbildungsbetrieb und Berufsschule).
- Dauer: 3 Jahre (duale Ausbildung)
- Einsatzorte: Rathaus, Landratsamt, Ministerium, Universität
- Vergütung: nach TVAöD (Auszubildende im öffentlichen Dienst)
- Karriere: Verwaltungsfachwirt (Verwaltungslehrgang II)
Verwaltungsfachangestellte sind keine Beamten, sondern Arbeitnehmer bzw. Tarifbeschäftigte. Wer Verwaltungsbeamter werden möchte, muss sich um eine Beamtenausbildung bewerben.
- Mittlere Ebene: Ausbildung zum Verwaltungswirt (Stadt-/Regierungssekretär-Anwärter)
- Gehobene Ebene: Duales Studium (Bachelor of Laws / Public Management)
Teilweise gibt es Spezialisierungen, z.B. „Verwaltungsfachangestellte/r Soziales“ für spätere Tätigkeiten im Jobcenter oder im Ordnungsdienst.
Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten
Neben der klassischen Ausbildung bieten viele Bildungsträger auch eine Umschulung an, insbesondere für Erwachsene mit Berufserfahrung oder Quereinsteiger. Die Umschulung dauert meist kürzer als die reguläre Ausbildung und wird häufig über die Agentur für Arbeit gefördert. Mehr Informationen: Verwaltungsfachangestellte Quereinstieg
Was lernt man in der Ausbildung?
Die Ausbildung vermittelt sowohl rechtliche als auch organisatorische Kompetenzen. Typische Inhalte sind:
- Allgemeines Verwaltungsrecht und Bescheiderstellung
- Kommunalrecht und besondere Rechtsgebiete
- Haushaltswesen und Rechnungswesen
- Personalwesen und Organisation
- Bürgerberatung und Kommunikation
- Digitalisierung und moderne Fachsoftware
Statistische Daten zur Ausbildung
Rund 7.000 Ausbildungsverträge zu Verwaltungsfachangestellten wurden im Jahr 2020 neu geschlossen. Insgesamt absolvierten 2019 rund 19.000 Auszubildende diese Ausbildung.
(Quelle: BIBB Berufsbildungsstatistik)- Stadt München: 777 Bewerbungen für 100 Ausbildungsplätze (2017)
- Stadt Stuttgart: 608 Bewerbungen für 22 Ausbildungsplätze (2020)
Die Ausbildung ist weiblich geprägt: Rund 3/4 der Auszubildenden sind Frauen.
Rechtsgrundlagen der Ausbildung
Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen finden sich in der Ausbildungsordnung, dem Rahmenlehrplan und dem TVAöD.
§ 1 Staatliche Anerkennung
Der Ausbildungsberuf Verwaltungsfachangestellte/r wird staatlich anerkannt.
§ 2 Ausbildungsdauer
Die Ausbildung dauert 36 Monate.
§ 2 Fachrichtungen:
1. Bundesverwaltung
2. Landesverwaltung
3. Kommunalverwaltung
4. Handwerksorganisation/IHK
5. Kirchenverwaltung
§ 3 Ausbildungsinhalte:
- Verwaltungsbetriebswirtschaft
- Personalwesen
- Verwaltungsrecht und Verfahren
- Informations- und Kommunikationssysteme
Komplette Verordnung kostenlos herunterladen (PDF)
Der Rahmenlehrplan basiert auf einem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) und enthält die Lernfelder für den Berufsschulunterricht.
Zum Rahmenlehrplan für Verwaltungsfachangestellte (Webseite der Kultusministerkonferenz)Für Auszubildende gilt der Tarifvertrag TVAöD (BBiG). Er regelt u.a. Ausbildungsentgelt, Urlaub, Jahressonderzahlung und Abschlussprämie.
Beispielhafte Ausbildungsvergütung (brutto, Stand 2022):1. Jahr: 1.068 €
2. Jahr: 1.118 €
3. Jahr: 1.164 €
4. Jahr: 1.228 €
Hinweis: Die Werte werden regelmäßig angepasst.
TVAöD kostenlos herunterladen (PDF): TVAöD-BBiG (Auszubildende)
Ablauf der Ausbildung
- Ausbildungsbeginn: 1. August oder 1. September
- Dauer: 3 Jahre (Verkürzung möglich)
- Blockunterricht an Berufsschulen
- Dienstbegleitender Unterricht (Studieninstitut)
- Praxisabschnitte in verschiedenen Ämtern (z.B. Bürgerbüro, Kämmerei, Ordnungsamt)
- Abschlussprüfung in Verwaltungsrecht, Personalwesen und Fallbearbeitung
Weiterbildung und Karriere
Die wichtigste Weiterbildung ist der Verwaltungslehrgang II (Verwaltungsfachwirt). Damit sind höhere Entgeltgruppen und Führungspositionen möglich.
Praxisfragen (FAQ)
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre, kann aber bei Vorbildung verkürzt werden.
Ist die Ausbildung schwer?
Sie ist anspruchsvoll, da viel Verwaltungsrecht und Fallbearbeitung gelernt werden muss.
Gibt es eine Umschulung?
Ja, Umschulungen sind möglich und besonders für Quereinsteiger interessant.
Warum sind so viele Frauen im Beruf?
Der Ausbildungsberuf ist traditionell weiblich geprägt.
Über 70 % der Auszubildenden sind Frauen.
Welche Karrierechancen gibt es?
Mit Weiterbildungen wie dem Verwaltungslehrgang II sind Aufstieg und Führungsaufgaben möglich.
Weitere Informationen
- Gehalt Verwaltungsfachangestellte
- Aufgaben Verwaltungsfachangestellte
- Voraussetzungen und Eigenschaften
- Einstiegsgehalt Verwaltungsfachangestellte
- Weitere Ausbildungsberufe im öffentlichen Dienst
Forum Ausbildung Verwaltungsfachangestellte
Wer sich für die Ausbildung interessiert, kann im Forum Fragen stellen und Erfahrungsberichte anderer Azubis lesen.

