Gehalt als Sachbearbeiter in der Ausländerbehörde (Ausländeramt)
Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter in der Ausländerbehörde sind zentrale Ansprechpartner für Fragen rund um Aufenthaltsrecht, Einbürgerung und Migration. Viele Interessierte fragen sich daher: Wie hoch ist das Gehalt in der Ausländerbehörde?
Die Bezahlung erfolgt in der Regel nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD VKA) oder – in den Ländern – nach dem TV-L.
Gehalt und Eingruppierung im Überblick
Sachbearbeiter in der Ausländerbehörde werden je nach Tätigkeit und Verantwortung typischerweise in den Entgeltgruppen E6 bis E9c TVöD eingruppiert.
- E6 – E7: einfache Sachbearbeitung, z. B. Datenerfassung, Zuarbeit, Unterstützung im Frontoffice
- E8: klassische Sachbearbeitung mit Bürgerkontakt, Antragsannahme und Bearbeitung standardisierter Fälle
- E9a – E9c: eigenständige Bearbeitung komplexer Fälle, z. B. Aufenthaltsrecht, Einbürgerung oder Rückführung
Soziale Tätigkeiten: Neben der klassischen Sachbearbeitung in der Verwaltung gibt es in Ausländerbehörden auch Tätigkeiten im sozialen Bereich. Diese werden dann nicht nach den allgemeinen Entgeltgruppen (E-Gruppen), sondern nach dem Tarifvertrag für den Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD SuE) vergütet, z. B. bei Sozialarbeit oder Integrationsmanagement. Mehr: TVöD SuE
Das konkrete Gehalt ergibt sich zusätzlich aus der Erfahrungsstufe innerhalb der Entgeltgruppe.
Typische Aufgaben von Sachbearbeitern in der Ausländerbehörde
Die Tätigkeit ist vielseitig und rechtlich anspruchsvoll. Typische Aufgaben sind:
- Bearbeitung von Anträgen auf Aufenthaltstitel
- Prüfung von Visa- und Einreisevoraussetzungen
- Entscheidungen im Einbürgerungsverfahren
- Bearbeitung von Asyl- und Duldungsfällen
- Einleitung aufenthaltsbeendender Maßnahmen
- Beratung von Bürgern und Ausländern zu aufenthaltsrechtlichen Fragen
Mit zunehmender Erfahrung übernehmen Sachbearbeiter häufig eigenständig komplexe Fallentscheidungen.
Wovon hängt die Eingruppierung ab?
Die Eingruppierung richtet sich nach der Entgeltordnung zum TVöD. Maßgeblich sind die dauerhaft übertragenen Tätigkeiten, nicht allein die Berufsbezeichnung.
Entscheidende Faktoren sind insbesondere:
- Schwierigkeit der Fälle (z. B. Standardfälle vs. komplexe Einzelfallentscheidungen)
- Grad der Selbstständigkeit
- Verantwortung und Entscheidungsspielraum
- rechtliche Anforderungen (z. B. Aufenthaltsrecht, EU-Recht)
Weitere Details zur Systematik: Eingruppierung von Sachbearbeitern im öffentlichen Dienst
Stufen und Gehaltsentwicklung
Innerhalb jeder Entgeltgruppe gibt es sechs Erfahrungsstufen. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Gehalt automatisch an.
- Einstieg häufig in Stufe 1 oder 2
- Anrechnung einschlägiger Berufserfahrung möglich
- regelmäßiger Stufenaufstieg nach festen Laufzeiten
Mehr dazu: TVöD Stufen und Laufzeiten
Zulagen und zusätzliche Leistungen nach dem TVöD
Neben dem Tabellenentgelt (Grundgehalt) werden weitere Leistungen gezahlt:
- Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld)
- Leistungsentgelt
- Zuschläge für Wochenend-, Feiertags- oder Nachtarbeit
- Fachkräfte-Zulage
- Zusatzversorgung (Betriebsrente)
Unterschiede zwischen TVöD und Beamten
Neben Tarifbeschäftigten arbeiten in Ausländerbehörden auch Beamte. Diese werden nach den jeweiligen Landesbesoldungsgesetzen bezahlt.
Typische Besoldungsgruppen:
- A6 – A8: mittlerer Dienst
- A9 – A12: gehobener Dienst
- A13 und höher: Leitungsfunktionen
Mehr dazu: Besoldungstabellen Beamte
Weitere Infos zum Gehalt in der Ausländerbehörde
Einen umfassenden Überblick zu allen Tätigkeiten und Gehältern finden Sie hier:
Verdienst in der Ausländerbehörde
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