Sonderurlaub im öffentlichen Dienst
Neben dem regulären Erholungsurlaub gibt es im öffentlichen Dienst zusätzliche Freistellungen: Sonderurlaub und Arbeitsbefreiung.
• Sonderurlaub: Längere Auszeiten für persönliche Gründe werden meist unbezahlt und nach Ermessen des Arbeitgebers gewährt.
• Arbeitsbefreiung: Kurzfristige Freistellungen bei wichtigen persönlichen Anlässen (z. B. Todesfall, Geburt) sind im TVöD oft bezahlt.
• Rechtsgrundlagen: Reguliert durch den TVöD (§§ 28, 29), TV-L oder jeweiliges Beamtenrecht.
Sonderurlaub wird häufig für längere Freistellungen aus wichtigen persönlichen Gründen gewährt.
Arbeitsbefreiung dagegen betrifft meist kurzfristige Ereignisse, etwa familiäre Anlässe oder wichtige persönliche Termine.
Tarifliche und gesetzliche Grundlagen
Sonderurlaub im TVöD für Angestellte
Für Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst ergeben sich Regelungen zum Sonderurlaub aus Tarifverträgen wie dem TVöD sowie gesetzlichen Regelungen (etwa im Bürgerlichen Gesetzbuch, § 616 BGB).
Das gilt in ähnlicher Weise für weitere Tarifverträge des öffentlichen Dienstes, z. B. TV-L, TV-N oder TV-V.
Weitere Informationen:
- TVöD (Bund und Kommunen) – Details zum Sonderurlaub finden Sie hier: Sonderurlaub im TVöD
- TV-V (Versorgungsbetriebe) – Informationen zu Sonderurlaub und Arbeitsbefreiung: Sonderurlaub im TV-V
Sonderurlaub für Beamte nach Gesetz
Auch Beamtinnen und Beamte können Sonderurlaub erhalten. Die Ansprüche ergeben sich aus den Urlaubsverordnungen des Bundes bzw. der Bundesländer. Diese enthalten Regelungen zu bezahltem und unbezahltem Sonderurlaub sowie zu Freistellungen aus wichtigen persönlichen Gründen.
Beispiele für Sonderurlaub und Arbeitsbefreiung
Beispiele für Sonderurlaub
Sonderurlaub umfasst in der Regel längere, individuelle Freistellungen aus wichtigen persönlichen Gründen, die im Ermessen des Arbeitgebers liegen und zumeist unbezahlt gewährt werden. Typische Beispiele hierfür sind:
- Längere persönliche Auszeiten (z. B. ein Sabbatical oder eine längere Weltreise)
- Umfangreiche Pflege von nahen Angehörigen bei längerem Betreuungsbedarf
- Mitarbeit in der Entwicklungshilfe oder bei internationalen Hilfsorganisationen
- Durchführung nicht dienstlich veranlasster wissenschaftlicher Vorhaben oder Sonderstudien
- Sonstige schwerwiegende persönliche Lebensumstände, die eine längere Abwesenheit vom Arbeitsplatz erfordern
Beispiele für Arbeitsbefreiung
Eine Arbeitsbefreiung betrifft hingegen kurzfristige Freistellungen für konkrete, meist im Tarifvertrag (wie § 29 TVöD) geregelte Anlässe, bei denen in der Regel die Bezüge weitergezahlt werden. Typische Beispiele hierfür sind:
- Todesfall naher Angehöriger (z. B. Ehegatte, Kind oder Elternteil): in der Regel 2 Tage
- Eheschließung der oder des Beschäftigten: 1 Tag
- Geburt eines Kindes (Niederkunft der Partnerin): 1 Tag
- Umzug aus dienstlichem oder betrieblichem Grund an einen neuen Wohnort: 1 Tag
- Zwingend notwendige Arztbesuche während der Arbeitszeit oder akute schwere Erkrankung von im selben Haushalt lebenden Angehörigen
Unterschied zwischen Sonderurlaub und Erholungsurlaub
Sonderurlaub ist vom normalen Erholungsurlaub zu unterscheiden. Während der reguläre Urlaub der Erholung dient, wird Sonderurlaub für besondere Ereignisse oder persönliche Gründe gewährt.
Informationen zum regulären Urlaub finden Sie hier: Urlaub im öffentlichen Dienst. Neben Sonderurlaub gibt es außerdem verschiedene Formen der Freistellung, zum Beispiel für Pflegezeiten, Elternzeit im öffentlichen Dienst oder Bildungsurlaub.
Unbezahlter Sonderurlaub
Neben bezahltem Sonderurlaub kann auch unbezahlter Sonderurlaub gewährt werden. Dies kommt zum Beispiel in Betracht, wenn Beschäftigte für eine gewisse Zeit aus persönlichen Gründen vom Dienst freigestellt werden möchten. Die Entscheidung liegt in der Regel im Ermessen des Arbeitgebers oder des Dienstherrn.
Wie wird Sonderurlaub beantragt?
Sonderurlaub muss in der Regel bei der zuständigen Dienststelle oder beim Arbeitgeber schriftlich beantragt werden. Dabei sollten der Anlass sowie der gewünschte Zeitraum angegeben werden. Je nach Anlass können Nachweise erforderlich sein, zum Beispiel eine Heiratsurkunde oder eine Sterbeurkunde.
Häufige Fragen (FAQ) zum Sonderurlaub
Habe ich einen Anspruch auf Sonderurlaub?
Ein Anspruch besteht nur, wenn dies im Tarifvertrag oder in gesetzlichen Regelungen vorgesehen ist. In anderen Fällen kann Sonderurlaub im Ermessen des Arbeitgebers gewährt werden.
Ist Sonderurlaub bezahlt?
Das hängt vom Anlass ab. Bei bestimmten Ereignissen besteht im TVöD ein Anspruch auf bezahlte Arbeitsbefreiung (z. B. Tod naher Angehöriger). In anderen Fällen wird er unbezahlt gewährt.
Wie viele Tage Sonderurlaub gibt es?
Die Dauer des Sonderurlaubs hängt vom jeweiligen Anlass und vom anwendbaren Tarifvertrag oder der beamtenrechtlichen Regelung ab. Bei bestimmten Ereignissen werden 1 bis 2 Tage gewährt.
Wie beantrage ich Sonderurlaub?
In der Regel muss Sonderurlaub bei der zuständigen Dienststelle oder beim Arbeitgeber schriftlich unter Angabe von Gründen beantragt werden.
Aktuelle Stellenangebote
Bitte passen Sie die Suche nach Ihren Wünschen an:
Aktuelle Stellenangebote
Bitte passen Sie die Suche nach Ihren Wünschen an:
💬 Forum öffentlicher Dienst
Haben Sie Fragen zum Sonderurlaub? In unseren Foren können Sie kostenlos Fragen stellen und Erfahrungen austauschen:
Frage im Forum stellen

