TVöD Krankengeldzuschuss und Entgeltfortzahlung bei Krankheit
Wenn Beschäftigte im öffentlichen Dienst krank werden, stellt sich schnell die Frage: Wie lange bekomme ich mein Gehalt – und was passiert danach?
TVöD Krankengeldzuschuss und Entgeltfortzahlung:
- Bis zu 6 Wochen erhalten Beschäftigte ihr volles Gehalt.
- Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld.
- Im TVöD besteht zusätzlich Anspruch auf Krankengeldzuschuss.
- Der Zuschuss kann bis zur 39. Krankheitswoche gezahlt werden.
Die genauen Regelungen sind in § 22 des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) festgelegt.
Entgeltfortzahlung in den ersten 6 Wochen
Bei unverschuldeter Arbeitsunfähigkeit erhalten Beschäftigte im TVöD ihr volles Entgelt für bis zu 6 Wochen.
- keine Kürzung des Gehalts
- gilt auch bei Teilzeit
- Voraussetzung: die Arbeitsunfähigkeit wurde nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht
Krankengeld nach 6 Wochen
Nach Ablauf der 6 Wochen endet die Entgeltfortzahlung. Ab diesem Zeitpunkt zahlt die Krankenkasse Krankengeld.
- ca. 70 % des Bruttogehalts
- maximal 90 % des Nettogehalts
- entscheidend ist die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung
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Fazit
Im TVöD sind Beschäftigte im Krankheitsfall gut abgesichert:
- 6 Wochen volles Gehalt
- anschließend Krankengeld
- zusätzlicher Zuschuss durch den Arbeitgeber
Häufige Fragen zur Entgeltfortzahlung nach TVöD
Wie lange zahlt der Arbeitgeber mein volles Gehalt bei Krankheit?
Bei unverschuldeter Arbeitsunfähigkeit erhalten Beschäftigte ihr volles Entgelt für bis zu sechs Wochen (§ 22 Abs. 1 TVöD).
Was passiert nach Ablauf der sechs Wochen?
Nach sechs Wochen zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Zusätzlich kann ein Anspruch auf einen Krankengeldzuschuss nach § 22 TVöD bestehen.
Wie lange wird der Krankengeldzuschuss gezahlt?
- mehr als 1 Jahr Beschäftigungszeit → bis zum Ende der 13. Woche,
- mehr als 3 Jahre Beschäftigungszeit → bis zum Ende der 39. Woche.
Bei längerer oder wiederholter Arbeitsunfähigkeit kann außerdem ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durchgeführt werden.
Gilt das auch bei Teilzeit?
Ja. Teilzeitbeschäftigte haben grundsätzlich die gleichen Ansprüche. Krankengeld und Zuschuss werden anteilig berechnet.
Was muss ich tun, wenn ich krank werde?
Bei Arbeitsunfähigkeit muss unverzüglich eine Krankmeldung erfolgen. In der Regel muss außerdem eine ärztliche Bescheinigung (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – AU) eingereicht werden, soweit keine Ausnahme für die ersten Tage der Krankheit besteht (sogenannte Karenztage im öffentlichen Dienst).
Tarifliche Grundlage: § 22 TVöD
Ein Verschulden liegt nur dann vor, wenn die Arbeitsunfähigkeit vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wurde.
(3) Der Krankengeldzuschuss wird bei einer Beschäftigungszeit (§ 34 Abs. 3)
- von mehr als einem Jahr längstens bis zum Ende der 13. Woche und
- von mehr als drei Jahren längstens bis zum Ende der 39. Woche
seit dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit gezahlt.
Maßgeblich für die Berechnung der Fristen nach Satz 1 ist die Beschäftigungszeit, die im Laufe der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit vollendet wird.
(4) Entgelt im Krankheitsfall wird nicht über das Ende des Arbeitsverhältnisses hinaus gezahlt; § 8 EFZG bleibt unberührt. Krankengeldzuschuss wird zudem nicht über den Zeitpunkt hinaus gezahlt, von dem an Beschäftigte eine Rente oder eine vergleichbare Leistung auf Grund eigener Versicherung aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus einer zusätzlichen Alters- und Hinterbliebenenversorgung oder aus einer sonstigen Versorgungseinrichtung erhalten, die nicht allein aus Mitteln der Beschäftigten finanziert ist. Innerhalb eines Kalenderjahres kann das Entgelt im Krankheitsfall nach Absatz 1 und 2 insgesamt längstens bis zum Ende der in Absatz 3 Satz 1 genannten Fristen bezogen werden; bei jeder neuen Arbeitsunfähigkeit besteht jedoch mindestens der sich aus Absatz 1 ergebende Anspruch. Überzahlter Krankengeldzuschuss und sonstige Überzahlungen gelten als Vorschuss auf die in demselben Zeitraum zustehenden Leistungen nach Satz 2; soweit es sich nicht um öffentlich-rechtliche Sozialversicherungsansprüche auf Rente handelt, gehen die Ansprüche der Beschäftigten insoweit auf den Arbeitgeber über. Der Arbeitgeber kann von der Rückforderung des Teils des überzahlten Betrags, der nicht durch die für den Zeitraum der Überzahlung zustehenden Bezüge im Sinne des Satzes 2 ausgeglichen worden ist, absehen, es sei denn, die/der Beschäftigte hat dem Arbeitgeber die Zustellung des Rentenbescheids schuldhaft verspätet mitgeteilt.
(Fassung: Änderungsvereinbarung Nr. 16–18 vom 1. Oktober 2024)
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