Bauhof-Aufgaben
Diese Seite bietet einen fachlichen Überblick über Aufgaben, Organisation und Rahmenbedingungen kommunaler Bauhöfe. Sie richtet sich an Bauhofleitungen, Mitarbeiter kommunaler Verwaltungen, kommunale Entscheidungsträger, Personalstellen sowie alle, die professionell mit Bauhöfen und kommunalen Betrieben arbeiten.
Der Bauhof ist eine Einrichtung der Kommunen (Landkreise, Städte, Gemeinden), die technische Dienstleistungen und teilweise auch Verwaltungsaufgaben wahrnimmt. Der Bauhof wird je nach Kommune auch als Baubetriebshof, Technischer Betrieb, Servicebetrieb oder Stadtbetrieb bezeichnet. Zur Vereinfachung wird auf dieser Seite der Begriff Bauhof verwendet.
Die Aufgaben kommunaler Bauhöfe unterscheiden sich teils erheblich. So unterschiedlich wie die rund 11.000 Kommunen in Deutschland sind, so unterschiedlich sind auch Organisation, Aufgabenumfang und Ausstattung der Bauhöfe.
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Inhaltsübersicht
Typische Bauhof-Arbeiten (A–Z)
- Abfallsammlung, Abfallentsorgung, Abfallwirtschaft, Müllabfuhr: Restmüll, Sperrmüll, Bioabfälle, Altpapier, Grüner Punkt, Haushaltsgroßgeräte, Elektroschrott, Altbatterien
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Abwasser / Stadtentwässerung:
- Betrieb und Unterhaltung von Kanalnetz, Kläranlagen, Pumpstationen, Regenrückhaltebecken, Rigolen
- Sielhautproben
- Zustands- und Funktionsprüfung von Kleinkläranlagen und abflusslosen Gruben
- Behebung von Rohrbrüchen an Druckrohrleitungen
- Brunnen-Unterhaltung
- Bäume und Wälder: Baumkontrolle, Baumpflege, Bewässerung, Baumschnitt, Baumfällungen, Baumschutz, Baumschau, Fällgenehmigungen
- Beschilderung und Verkehrseinrichtungen
- Ereignisse und Veranstaltungen: Auf- und Abbau von Bühnen, Wahllokalen, Absperrungen, Weihnachtsbeleuchtung
- Ersatzvornahmen (z. B. Rückschnitt privater Hecken)
- Unterstützung der Feuerwehr bei Einsätzen
- Friedhöfe: Bestattungen, Grabpflege, Wegeunterhaltung, Grabsteinkontrollen
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Gebäudeunterhaltung / Objektmanagement:
- Schulen, Rathäuser, Sporthallen, Kitas, Feuerwehrgerätehäuser
- Elektro-, Maler-, Maurer-, Schlosser-, Installateur- und Schreinerarbeiten
- Geschwindigkeitsdisplays und Verkehrszählgeräte
- Gewässerunterhaltung
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Grünpflege und Pflanzungen:
- Parkanlagen, Außenanlagen, Streuobstwiesen
- Rasenmähen, Heckenschnitt, Beetpflege, Bewässerung
- Kehrpflicht auf gemeindlichen Grundstücken
- Spielplätze, Schulhöfe, Bolzplätze, Skaterparks
- Sportplätze und Stadien
- Stadtmobiliar und Buswartehallen
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Straßenbau und -unterhaltung / Tiefbau:
- Straßen, Wege, Plätze, Brücken, Treppen
- Schlaglochbeseitigung, Asphalt- und Pflasterarbeiten
- Straßenkontrolle (Verkehrssicherungspflicht)
- Sinkkastenreinigung
- Straßenbeleuchtung und Verkehrssignalanlagen
- Straßenreinigung und Stadtreinigung
- Umzüge und Transporte
- Weihnachtsbäume und Weihnachtsbeleuchtung
- Werkstatt und Lager
- Wertstoffhof / Recyclinghof
- Winterdienst
Spezielle Bauhof-Aufgaben
Die folgenden Aufgaben werden seltener wahrgenommen:- Abfallberatung und Umweltbildung
- Abrissarbeiten
- Abwassergebühren und Kanalanschlussbeiträge
- Bau von Bänken, Brücken, Markthütten
- Feuerwehr-Gerätewart
- Forstbetrieb
- Friedhofsverwaltung
- Gebäudereinigung
- Hausmeister- und Platzwartdienste
- Hochwasserschutz
- Krematorium
- Kunsteislaufbahn
- HLS / Photovoltaik
- Leistungen für Dritte
- Maibaum
- Öffentlichkeitsarbeit
- Parkraumbewirtschaftung
- Schädlingsbekämpfung
- Schwimmbäder
- Langlaufloipen
- Storchenhorste
- Straßen- und Verkehrsplanung
- Tankstelle / Waschhalle
- Verkauf von Materialien
- Fundsachenversteigerung
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Wasserversorgung:
- Wasserhochbehälter
- Wasserversorgungsnetze
- Wasserzähler
- Werkstätten (Maler, Maurer, Schlosser, Schreiner)
Organisation von Bauhöfen und kommunalen Betrieben
Im Folgenden werden ausgewählte Aspekte der Organisation erläutert.- Fläche der Kommune
- Straßenlänge und Straßenzustand
- Einwohnerzahl
- Geografische Lage (z. B. Winterdienst)
- Anzahl kommunaler Objekte
- Tourismus
- Vorhandensein von Stadtwerken
- Vergabe an private Unternehmen
- Interkommunale Kooperation
- Weitere Faktoren (Baumbestand, Friedhöfe, Spielplätze)
- Baumpflege
- Beseitigung von Ölspuren
- Entleerung der Papierkörbe
- Fugen- und Risssanierung
- Gebäudeunterhaltung
- Kfz-Werkstatt
- Laubberäumung
- Sinkkastenreinigung
- Straßenreinigung
- Straßenunterhaltung
- Unkrautbekämpfung
- Winterdienst
Mögliche Nachteile:
- Vergaberecht (UVgO / VgV)
- Vertrags- und Kontrollaufwand
- Gewährleistungsfragen
- Möglicherweise höhere Kosten (Steuern, Unternehmergewinne)
- Risiko fehlender Anbieter
- Abfallwirtschaftsbetriebe
- Stadtentwässerung
- Garten- und Grünflächenämter
- Service- und Stadtbetriebe
- Stadtwerke
- Straßenmeistereien
Beispiel: Die Stadt Hamburg betreibt in jedem Bezirksamt einen Bauhof.
- Baukolonne
- Friedhofskolonne
- Grünpflegekolonne
- Straßenunterhaltungskolonne
- Winterdienstkolonne
Mit der Zahl der Aufgaben steigt der Personalbedarf, das heißt die Zahl und benötigte Qualifikationen der Mitarbeiter. Auch die Qualitätsstandards wirken sich aus: Beispielsweise erhöht eine Rufbereitschaft den Personalbedarf. Viele kommunale Betriebe bilden aus, zum Beispiel die Berufe Gärtner, Straßenwärter und Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft.
Auf Bauhöfen kommen eine Vielzahl von Fahrzeugen und Geräten zum Einsatz, die hohe Kosten verursachen. Je nach Einsatzdauer kann der Kauf, die Miete oder das Leasing von Fahrzeugen und Geräten wirtschaftlich sinnvoll sein.
Siehe auch: Bauhof-Fahrzeuge und -Geräte
Die Kosten und die Leistungen des Bauhofs werden in der Regel in einer Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) erfasst. Insbesondere für gebührenfinanzierte Aufgaben (kostenrechnende Einrichtungen) wie Abfallwirtschaft, Straßenreinigung / Winterdienst, Bestattungswesen und Abwasserbeseitigung ist die KLR erforderlich. Dazu werden die Personalstunden, Fahrzeuge, Materialien, Fremdleistungen, usw. auf Aufträge gebucht, wofür in der Regel eine Bauhof-Software zum Einsatz kommt. Die Aufträge werden in Daueraufträge (regelmäßig anfallend) und Einzelaufträge unterschieden.
Auch die Aufgaben der Bauhof-Verwaltung sind sehr unterschiedlich ausgeprägt und von der Größe der Kommunen und der Bauhöfe abhängig. Die Personalverwaltung (z.B. Stellenausschreibungen, Lohnabrechnungen, Eingruppierung) sowie schwierige kaufmännische oder rechtliche Aufgaben (z.B. Ausschreibung von Fahrzeugen, Rechnungswesen, Finanzcontrolling, Gebührenkalkulation, Abrechnung von Gebühren und Beiträgen, Satzungswesen) werden in der Regel nur von größeren Bauhöfen selbst durchgeführt. In kleinen und mittleren Kommunen erledigen diese Aufgaben die Gemeinde- oder Stadtverwaltungen. Die Rechnungsstellung und einfache Beschaffungen erfolgen wohl überwiegend durch die Bauhöfe.
Einige größere Kommunen führen den Bauhof ausschließlich als operativen Auftragnehmer. Planungsabteilungen werden in diesen Kommunen außerhalb des Bauhofs angesiedelt (z.B. Hochbau, Tiefbau, Stadtentwässerung, Grün, Friedhofsverwaltung, Forstverwaltung).
Bauhöfe können steuerpflichtig sein. Übt der Bauhof Tätigkeiten aus, die mit einer gewerblichen Tätigkeit vergleichbar sind (z.B. Altpapierabfuhr), kann steuerlich ein "Betrieb gewerblicher Art" vorliegen, der körperschaftssteuerpflichtig ist. Ferner ist für Leistungen und Angebote, die auch private Unternehmen erbringen oder erbringen könnten, unter Umständen Umsatzsteuer abzuführen (z.B. Grabpflege).
Mögliche Vorteile der Zusammenarbeit:
- geringere Kosten durch bessere Auslastung von Technik und Personal und bessere Einkaufskonditionen
- größeres Leistungsspektrum
- bessere Arbeitsqualität aufgrund der Möglichkeit zur Spezialisierung
- attraktivere Arbeitsplätze für Fachkräfte
- höherer Abstimmungsaufwand
- längere Wegezeiten
- geringere kommunale Selbständigkeit, geringere Flexibilität
- geringere Nähe der Bauhof-Mitarbeiter zur Politik, zur Verwaltung und zum Bürger
Besonders für kleine und mittelgroße Bauhöfe spielt die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr eine bedeutende Rolle. Bauhofmitarbeiter sind nicht selten Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr und erhöhen auf diese Weise die Tagesalarmbereitschaft / Tagesverfügbarkeit. Aber auch die Feuerwehr kann den Bauhof unterstützen (z.B. Entfernen von losen Ästen an großen Bäumen mit einer Drehleiter). Feuerwehrgerätehäuser und Bauhöfe werden zum Teil nebeneinander angesiedelt, um die Kooperation zu fördern. Ferner können sich Synergieeffekte ergeben, da zum Beispiel Flächen wie Schulungsräume oder Geräte gemeinsam genutzt werden können. Auch Tätigkeiten beim THW oder zivilen Rettungsdiensten sind für Bauhofmitarbeiter förderlich.
- Hilfsbetrieb des Fachamtes (z.B. Tiefbauamt, Amt für Straßen und Verkehrstechnik / Straßenverkehrsbehörde und Straßenbaulastträger)
- Regiebetrieb
- Eigenbetrieb bzw. eigenbetriebsähnliche Einrichtung
- Anstalt des öffentlichen Rechts (AdöR bzw. AöR)
- GmbH
- Zweckverband
Siehe auch: Rechtsformen kommunaler Bauhöfe
- TVöD VKA: Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Kommunen (VKA)
- TV-V: Tarifvertrag der Versorgungsbetriebe (Stadtwerke, Gemeindewerke, usw.)
- TV-L: Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Länder und der Stadtstaaten Berlin, Bremen, Hamburg
Siehe auch: Bauhof Verdienst

