TVöD Personalgestellung
Kurz erklärt: Was bedeutet Personalgestellung nach dem TVöD?
Die Personalgestellung ist eine besondere Form der Beschäftigung im öffentlichen Dienst. Sie kommt vor allem bei Auslagerungen, Umstrukturierungen oder Trägerwechseln zum Einsatz.
Rechtsgrundlage ist § 4 Absatz 3 des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD).
Tarifliche Regelung (§ 4 Abs. 3 TVöD)
Werden Aufgaben der Beschäftigten zu einem Dritten verlagert, ist auf Verlangen des Arbeitgebers bei weiter bestehendem Arbeitsverhältnis die arbeitsvertraglich geschuldete Arbeitsleistung bei dem Dritten zu erbringen (Personalgestellung). § 613a BGB sowie gesetzliche Kündigungsrechte bleiben unberührt.
Protokollerklärung:
Personalgestellung ist – unter Fortsetzung des bestehenden Arbeitsverhältnisses – die auf Dauer angelegte Beschäftigung bei einem Dritten. Die Modalitäten der Personalgestellung werden zwischen dem Arbeitgeber und dem Dritten vertraglich geregelt.(Fassung: Änderungsvereinbarung Nr. 16–18 vom 1. Oktober 2024)
Rechtliche Einordnung der Personalgestellung
Bei der Personalgestellung bleibt das Arbeitsverhältnis vollständig beim bisherigen Arbeitgeber bestehen. Lediglich der tatsächliche Einsatzort und die organisatorische Einbindung ändern sich.
Typisches Beispiel: Eine Kommune lagert Aufgaben auf eine kommunale GmbH aus. Die Beschäftigten arbeiten dort dauerhaft weiter, ohne versetzt oder abgeordnet zu werden.
Voraussetzungen für eine Personalgestellung
Eine Personalgestellung liegt insbesondere dann vor, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
- Dauerhafter Einsatz bei einem Dritten (z. B. GmbH, AöR, Zweckverband)
- Der Dritte übernimmt Aufgaben des bisherigen Arbeitgebers
- Die bisherige Tätigkeit wird im Wesentlichen fortgeführt
- Das Arbeitsverhältnis bleibt beim ursprünglichen Arbeitgeber bestehen
Auswirkungen für Beschäftigte
Für die betroffenen Beschäftigten hat eine Personalgestellung sowohl rechtliche Sicherheiten als auch praktische Auswirkungen auf den Arbeitsalltag.
- Fortbestand des Arbeitsverhältnisses (keine Kündigung, kein Neuvertrag)
- Weitergeltung des TVöD einschließlich Entgelt, Stufenlaufzeit und Zusatzversorgung
- Formaler Arbeitgeber bleibt unverändert
- Faktischer Wechsel der Organisation, Führung und Arbeitskultur
- Mögliche Unsicherheiten bei Karriere, Fortbildung oder langfristiger Perspektive
Perspektive der Arbeitgeber
Aus Sicht der Arbeitgeber stellt die Personalgestellung ein wichtiges Instrument dar, um organisatorische Veränderungen rechtssicher und sozialverträglich umzusetzen.
- Rechtssichere Umsetzung von Ausgliederungen
- Keine Vertragsänderungen erforderlich
- Erhalt von Fachwissen und Personalbindung
- Sozialverträgliche Organisationsveränderung
Abgrenzung zu anderen Maßnahmen
Die Personalgestellung ist von anderen personalrechtlichen Maßnahmen im öffentlichen Dienst klar abzugrenzen:
- Versetzung – dauerhafte Beschäftigung bei anderer Dienststelle desselben Arbeitgebers
- Abordnung – vorübergehende Beschäftigung bei anderer Dienststelle
- Zuweisung – vorübergehende Beschäftigung bei einem Dritten
Mini-FAQ zur Personalgestellung
Muss ich einer Personalgestellung zustimmen?
In der Regel nicht, sofern sie vom Direktionsrecht gedeckt ist. Mitbestimmungsrechte der Personalvertretung sind jedoch zu beachten.
Gilt weiterhin der TVöD?
Ja. Tarifbindung, Entgelt, Urlaub und Zusatzversorgung bleiben erhalten.
Kann später ein Arbeitgeberwechsel erfolgen?
Das ist möglich, etwa durch einen Betriebsübergang (§ 613a BGB), aber nicht automatisch Bestandteil der Personalgestellung.
Forum TVöD
In unserem Forum können Sie Fragen zur Personalgestellung stellen und Erfahrungen mit anderen Beschäftigten austauschen.
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