Warum verdienen Lehrer eigentlich so viel mehr als kommunale Bedienstete ???
#81
Schade, dass alle denken, der Standesbeamte hat es ja einfach.... Der stellt sich hin, schwingt ein paar salbungsvolle Worte und macht Menschen glücklich, oder? So ein Quatsch! Der Standesbeamte ist die einzige Person in der öffentlichen Verwaltung, die international privatrechtlich handelt und auch über umfassendste Kenntnisse im Internationalen Privatrecht verfügen muss. Und mit Eheschließung allein ist es im Standesamt nicht getan. Die Besoldung für Standesbeamte ohne Leitungsfunktion liegt bei A10 (gehobener Dienst ).

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#82
Auch so ein Quatsch ist der Vergleich von kommunalen Beamten oder Kommissaren im gehobenen Dienst mit Studienräten und dass die Kommissare doch auch ein Diplom hätten. Klar haben sie das, aber eben ein Fachhochschul-Diplom. Lehrer (also zumindest Gymnasial- und Berufsschullehrer) haben ein volles Uni-Studium und sind daher ganz legitim im höheren Dienst (ab A 13). Wer als Jurist z.B. zur Polizei geht wird Kriminalrat und bekommt auch A 13 (analog der Regierungsrat in der Verwaltung). In der freien Wirtschaft ist es oft genauso: Der Architekt mit FH-Studium verdient im gleichen Architektur-Büro eben weniger als sein Kollege mit Uni-Diplom. Darüber sollte man sich halt vorher informiert haben und nicht nachher den Neidhammel spielen!
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#83
Ich lese gerade, dass Grundschullehrer fordern, zukünftig anstelle von Besoldungsgruppe A 12 in Besoldungsgruppe A 13 eingruppiert zu werden.

Manche Länder wie Berlin, Brandenburg und Sachsen sind dem auch gefolgt und zahlen das auch ...

Unglaublich, wenn man das mit der Kommunalverwaltung vergleicht.

In den Kommunen werden viele anspruchsvolle und aufreibende Stellen mit EG 5 (Verwaltungsfachangestellte) oder A 9 (Stadtinspektor) abgespeist.

Zwischen E 5 und A13 liegen in den Endstufen über 2.000 € Differenz monatlich! Zwischen A9 und A13 sieht das nur wenig anders aus.

Wer jetzt noch als Abiturient in die Kommunalverwaltung geht, um sich Jahrzehnte lang mühsam hochzuquälen, ist selbst Schuld!
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#84
Sehr interessante Diskussion!

Ich informiere mich gerade über den Beruf Verwaltungsfachangestellte, da meine Tochter diesen Beruf evtl. nach dem Abitur wählen möchte.

Diese riesigen Unterschiede beim Gehalt im Öffentlichen Dienst waren uns noch gar nicht bewusst.

Ich denke, dass sie ihre Berufswahl noch einmal überdenken wird, wenn sie die Gehaltstabelle sieht.
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#85
Nicht zu vergessen: Da die Grundschullehrer zukünftig A13 bekommen wollen/sollen, fordern die anderen Lehrer zukünftig auch eine Gehaltsstufe mehr, nämlich A14 und aufwärts. Hat die Gewerkschaft der Lehrer bereits klar kommuniziert...
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#86
(23.12.2017, 17:50)Gast schrieb: Sehr interessante Diskussion!

Ich informiere mich gerade über den Beruf Verwaltungsfachangestellte, da meine Tochter diesen Beruf evtl. nach dem Abitur wählen möchte.

Diese riesigen Unterschiede beim Gehalt im Öffentlichen Dienst waren uns noch gar nicht bewusst.

Ich denke, dass sie ihre Berufswahl noch einmal überdenken wird, wenn sie die Gehaltstabelle sieht.
Von dem Beruf mittlerer Dienst muss ich DRINGEND abraten!! Ich arbeite z.B. in einer Landesverwaltung und mit der mittleren Ausbildung bekommt man dort kaum noch Stellen!!! Die wollen meist nur noch geh. Dienst haben, die Ausbildung ist immer weniger wert - damit bekommt man dann oft nur noch die Vorzimmerstellen und ist dann als Frau im Weltbild der 1950er Jahre eingesperrt --- ich kann hier nur für eine Landesverwaltung reden, mit diversen Ministerien.... aber warum soll man einen Beruf lernen, wo man nur die schlechtesten Stellen mit auswählen kann und nur noch einseitg sowas wie Vorzimmerjobs?

Früher gab es mehr Auswahl mit dem Beruf, es findet partiell eine Verdrängung statt durch Studienberufe wie Bachelor p.Admin. - für viele Sachbearbeiterstellen, wo früher der mD reichte, erwartet man heute einen Bachelor oder den AL II -- ABER: den AL II können viele nicht machen! Die Ressourcen da sind knapp begrenzt, nur eine Minderheit wird zugelassen, so dass man dann kaum Aussichten auf Verbesserung und Karriere hat. Die Strukturen sind viel zu starr im ÖD in DE, das Laufbahnrecht veraltet.

Heute sollte man immer das Studium p.Admin. lieber direkt anwählen ohne Umwege, wenn möglich. Die Aufstiegschancen sind zu schlecht und gerade als Frau kann man sich niedrige Einkommen nicht mehr erlauben. Früher gab es mal mehr Stellen BAT 5 z-B  - heute oft nnur noch E5 bis E6 und kaum mehr.... die interessanten Stellen gibt es nur mit Bachelorabschluss, nicht mit Ausbildung, da ist man im Endeffekt nur der Dauerassistent --- bei der Digitalisierung wird die Stellenqualität für jene Schlechter ---- z.B. solche echten Sachbearbeiterstellen, geht nur noch mit Studium

Ich kann mich mit meiner Verwaltungsausbildung nirgends hinbewerben, weil viele Städte den AL II wollen, den ich aber nie machen konnte --- ich habe dann einen fachfremden Bachelor studiert und nur dank dem verdien ich E11, sonst wäre ich niemals lebend aus der E6 herausgekommen.... es gibt zu wenig Fortbildung für den Beruf - trotz Fachkräftemangel

Im Ausland ist das übrigens ganz anders! Da wäre die Ausbildung VFA anrechenbar auf Bachelor und jeder der will kann einen Bachelor aufbauend absolvieren, das geht dann verkürzt in nur 2-4 Semestern dann, je nach Hochschule, ist in England z.B. so.....
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#87
Und zu der Diskussion hier: Lehrer haben in DEU ein 5 jähriges MASTERSTUDIUM als Regelfall, daran anschließend die praktische Ausbildung Referendariat mit gekürtzen Bezügen....

In der Verwaltung entspräche das dem höheren Dienst, die Ausbildungsdauer ist nunmal entscheidend! Der höhere Dienst verdient nunmal meistens mehr als der geh. Dienst.

Ist doch klar, so länger die Ausbildung, desto höher das spätere Einkommen.... in anderen Ländern reicht übrigens für Lehramt der Bachelorabschluss, der dort dann aber 4 Jahre meistens dauert. In DE verdienen Lehrer auch international betrachtet sehr gut, weil sie hier den Master mitbringen müssen, anderswo reicht der Bachelorabschluss.

Viel wichtiger wäre es, dass DE mal endlich die Ausbildungen verbessert und das lückenlos durchgängig macht und anrechenbar wie im Ausland. Bei Fortbildungen steht DE total schlecht dar, weil das nicht anrechenbar gestaltet ist und zu wenig nachfrageorientiert.
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#88
(05.12.2012, 10:12)Gast schrieb: Sehen wir es doch mal so:

Lehrer können Abitur und Studium nachweisen und sind daher im gehobenen oder höheren Dienst eingruppiert.

Wer nur Hauptschulabschluß oder mittlere Reife hat, ist entweder im einfachen oder mittleren Dienst beheimatet (Ausnahmen abgesehen)


Hätte ich in der Schule besser aufgepasst, hätte ich heute auch ein höheres Gehalt.

So einfach ist das !
Heute verschiebt sich aber ALLES! 60% der Azubis mittlerer Dienst bringen bereits Abitur oder FHR mit! Das Ausbildungswesen - aufbauend eigentlich auf Hauptschulabschluss - passt immer weniger zur Realität und damit auch das Laufbahnsystem nicht mehr zur Realität --- das Laufbahnsystem in DEU basiert im Endeffekt darauf, dass jemand dauerhaft eine Laufbahn entsprechend eines Schulabschluss durchläuft -- das ist aber immer weniger gegeben, da sich das Vorbildungsniveau bereits nach oben verschoben hat, die Ausbildung soll theoretisch aber immer noch auf den Hauptschul/mittleren Bildungsabschluss aufbauen..... es gibt auch im Arbeitsmarkt massive Verdrängungseffekte von Ausbildungsabsolventen bereits, da man für viel mehr Stellen mittlerweile ein Studium erwartet -- für die Ausbildungsberufe bleiben dann oft nur die Reste, irgendwann nur noch kopieren, scannen , telefonzentrale


Also für Hilfsarbeiten benötigt man aber keine 3 Jahre Ausbildung --- man sollte endlich das Bildungswesen hier ausbauen, damit die im mittleren Dienst wenigstens eine Chance haben, die Digitalisierung zu überstehen und sich immer weiterbilden zu können, DE hingegen klebt an der Erstausbildung - im Ausland kann man viel leichter weiterstudieren und seinen Abschluss verbessern, zB. von VFA (Ebene Diploma Certificate ) dann schnell weiter studieren zum Bachelor --- in DE geht das für viele gar nicht. Bei Fortbildung und Weiterbildung schneidet auch der ÖD bescheiden ab im Vergleich, im Ausland kann man sich besser selbst weiterbilden. Im nächsten Strukturwandel und Digitalisiserung werden sich viele Stellen endgültig erledigt haben, die jetzt noch ein Mensch macht, gerade bei vielen Büroberufen.

Die verbleibenen Stellen mD werden eher schlechter.
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