Zurückstufung von Beamten

Die Zurückstufung ist eine schwerwiegende Disziplinarmaßnahme im Beamtenrecht. Der Beamte wird in ein Amt derselben Laufbahn mit geringerem Endgrundgehalt versetzt.

Die gesetzliche Grundlage für Bundesbeamte ist § 9 Bundesdisziplinargesetz (BDG). Die Länder haben vergleichbare Regelungen in ihren Disziplinargesetzen.

Gesetzliche Grundlage (§ 9 BDG)

§ 9 Zurückstufung

(1) Die Zurückstufung ist die Versetzung des Beamten in ein Amt derselben Laufbahn mit geringerem Endgrundgehalt. Der Beamte verliert alle Rechte aus seinem bisherigen Amt einschließlich der damit verbundenen Dienstbezüge und der Befugnis, die bisherige Amtsbezeichnung zu führen. Soweit in der Entscheidung nichts anderes bestimmt ist, enden mit der Zurückstufung auch die Ehrenämter und die Nebentätigkeiten, die der Beamte im Zusammenhang mit dem bisherigen Amt oder auf Verlangen, Vorschlag oder Veranlassung seines Dienstvorgesetzten übernommen hat.

(2) Die Dienstbezüge aus dem neuen Amt werden von dem Kalendermonat an gezahlt, der dem Eintritt der Unanfechtbarkeit der Entscheidung folgt. Tritt der Beamte vor Eintritt der Unanfechtbarkeit der Entscheidung in den Ruhestand, erhält er Versorgungsbezüge nach der in der Entscheidung bestimmten Besoldungsgruppe.

(3) Der Beamte darf frühestens fünf Jahre nach Eintritt der Unanfechtbarkeit der Entscheidung befördert werden. Der Zeitraum kann in der Entscheidung verkürzt werden, sofern dies im Hinblick auf die Dauer des Disziplinarverfahrens angezeigt ist.

(4) Die Rechtsfolgen der Zurückstufung erstrecken sich auch auf ein neues Beamtenverhältnis. Hierbei steht im Hinblick auf Absatz 3 die Einstellung oder Anstellung in einem höheren Amt als dem, in welches der Beamte zurückgestuft wurde, der Beförderung gleich.

Wann kommt eine Zurückstufung in Betracht?

Eine Zurückstufung wird bei schweren Dienstvergehen verhängt, wenn eine Entfernung aus dem Beamtenverhältnis noch nicht erforderlich, aber eine deutliche disziplinarische Reaktion geboten ist.

Voraussetzung ist regelmäßig eine Disziplinarklage und ein Urteil des Verwaltungsgerichts.

Rechtsfolgen der Zurückstufung

Einordnung innerhalb der Disziplinarmaßnahmen

Verwertungsverbot

Nach § 16 BDG darf eine Zurückstufung nach sieben Jahren bei weiteren Disziplinarmaßnahmen und Personalentscheidungen nicht mehr berücksichtigt werden. Der Beamte gilt dann disziplinarrechtlich als nicht betroffen.

Beispiele aus der Rechtsprechung

Häufige Fragen zur Zurückstufung

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