TV-N Stufen – Stufenaufstieg im Nahverkehr einfach erklärt
Neben der Entgeltgruppe bestimmen im Nahverkehr auch die Stufen, wie sich Ihr Gehalt im Laufe der Jahre entwickelt.
Viele Beschäftigte fragen sich: Wann steige ich in die nächste Stufe auf – und wie wirkt sich das auf mein Gehalt aus?
Was sind Stufen im TV-N?
Innerhalb jeder Entgeltgruppe gibt es mehrere Stufen. Diese bilden die zunehmende Berufserfahrung ab.
- Stufe 1: Einstieg
- höhere Stufen: mehr Erfahrung = höheres Entgelt
➡️ Mit jeder Stufe steigt in der Regel Ihr monatliches Gehalt.
Grundlage ist die Eingruppierung: Eingruppierung im Nahverkehr
Wie funktioniert der Stufenaufstieg?
Der Aufstieg erfolgt in der Regel automatisch nach bestimmten Zeiten in der jeweiligen Stufe.
Beispiel: Stufenverlauf im Nahverkehr
Ein typischer Stufenverlauf (z. B. für einen Busfahrer in Entgeltgruppe 5) kann wie folgt aussehen:
| Stufe | Verweildauer in der Stufe | Gesamtdauer seit Einstieg |
| Stufe 1 | 1 Jahr | 1 Jahr |
| Stufe 2 | 2 Jahre | 3 Jahre |
| Stufe 3 | 3 Jahre | 6 Jahre |
| Stufe 4 | 4 Jahre | 10 Jahre |
| Stufe 5 | 5 Jahre | 15 Jahre |
| Stufe 6 | Endstufe | ab ca. 15 Jahren |
➡️ Das bedeutet: Bis zur Endstufe sind typischerweise etwa 15 Jahre Berufserfahrung erforderlich.
Der Aufstieg erfolgt automatisch, sofern keine besonderen Gründe entgegenstehen.
Die konkreten Zeiten können je nach Tarifgebiet leicht abweichen, folgen aber häufig diesem Muster.
Kann der Stufenaufstieg beschleunigt werden?
In bestimmten Fällen ist ein schnellerer Aufstieg möglich, z. B.:
- bei sehr guten Leistungen
- bei besonderem Bedarf des Arbeitgebers
- bei Anrechnung von Berufserfahrung
➡️ Dies ist jedoch die Ausnahme und muss individuell entschieden werden.
Anrechnung von Berufserfahrung bei Arbeitgeberwechsel
Bei der Einstellung stellt sich häufig die Frage: In welcher Stufe starte ich?
Grundsätzlich gilt: Einschlägige Berufserfahrung kann bei der Stufenzuordnung berücksichtigt werden.
Was zählt als einschlägige Berufserfahrung?
- Tätigkeiten im Nahverkehr (z. B. Busfahrer, Straßenbahnfahrer)
- vergleichbare Tätigkeiten mit ähnlicher Verantwortung
- Fahrdienst oder sicherheitsrelevante Tätigkeiten
Nicht jede Berufserfahrung wird automatisch anerkannt. Entscheidend ist, ob die Tätigkeit vergleichbar ist.
Beispiele aus der Praxis
Beispiel 1: Direkter Wechsel im Nahverkehr
Ein Busfahrer wechselt von einem Verkehrsunternehmen zu einem anderen.
- 5 Jahre Berufserfahrung
- Einstufung häufig mindestens in Stufe 3 oder 4
Beispiel 2: Quereinstieg
Ein Bewerber kommt aus einem anderen Bereich ohne Fahrpraxis.
- keine einschlägige Erfahrung
- Einstieg meist in Stufe 1
Beispiel 3: Teilweise vergleichbare Tätigkeit
Ein Bewerber war zuvor im Logistik- oder Transportbereich tätig.
- teilweise Anrechnung möglich
- Einstufung z. B. in Stufe 2
➡️ Die Entscheidung trifft der Arbeitgeber im Einzelfall.
Wichtig für die Praxis
- Berufserfahrung sollte im Bewerbungsgespräch aktiv angesprochen werden
- Nachweise (z. B. Arbeitszeugnisse) sind entscheidend
- Verhandlungsspielraum ist häufig vorhanden
➡️ Eine höhere Einstufung kann langfristig mehrere tausend Euro Unterschied ausmachen.
Zusammenhang mit Gehalt und Zulagen
Die Stufe beeinflusst direkt Ihr monatliches Entgelt.
Weitere Informationen: Gehalt im Nahverkehr (TV-N)
Zusätzlich können je nach Tätigkeit Zulagen im Nahverkehr gezahlt werden.
Typische Fragen zum Stufenaufstieg
Steigt man automatisch in die nächste Stufe auf?
Ja, in der Regel erfolgt der Aufstieg automatisch nach den vorgesehenen Zeiten.
Kann der Arbeitgeber den Aufstieg verhindern?
In der Regel nein, solange keine besonderen Gründe vorliegen.
Kann man Stufen überspringen?
Das ist nur in Ausnahmefällen möglich.
Was bringt eine höhere Stufe?
Ein höheres monatliches Entgelt innerhalb derselben Entgeltgruppe.
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