Mobbing im öffentlichen Dienst

Mobbing im öffentlichen Dienst ist ein ernstes Thema mit weitreichenden Konsequenzen. Das Zusammenspiel von Hierarchie, Machtstrukturen und festen Dienstwegen in Behörden und öffentlichen Einrichtungen kann schädliche Dynamiken begünstigen. Fast alle Berufe sind betroffen, beispielsweise Ärzte, Erzieher, Handwerker, Lehrer, Pfleger und Verwaltungsangestellte. Diese Seite liefert wichtige Orientierung: Was ist Mobbing? Welche Rechte haben Betroffene? Und welche Urteile gibt es bereits? In unseren Foren können sich Betroffene austauschen.

Was bedeutet Mobbing im öffentlichen Dienst?

Mobbing bezeichnet systematische, wiederkehrende negative Handlungen gegenüber einer Person – sei es durch Ausgrenzung, Herabsetzung oder Schikanen. Im öffentlichen Dienst können solche Muster besonders ausgeprägt sein, z. B. durch:

Warum der öffentliche Dienst besonders anfällig für Mobbing ist

Mehrere strukturelle Merkmale des öffentlichen Dienstes können Konflikte begünstigen, die in Einzelfällen zu Mobbing eskalieren:

1. Hohe Arbeitsplatzsicherheit – niedrige Fluktuation

Beamte und viele Tarifbeschäftigte haben sehr sichere Arbeitsverhältnisse. Teams verändern sich daher oft nur langsam. Konflikte können sich so über Jahre verfestigen, statt durch Personalwechsel entschärft zu werden.

2. Strenge Hierarchien und geringe Flexibilität

Der öffentliche Dienst arbeitet häufig nach klaren Linienstrukturen. Bei Konflikten zwischen Vorgesetzten und Untergebenen haben Betroffene oft weniger interne Ausweichmöglichkeiten, weil Abteilungswechsel oder Versetzungen kompliziert sind.

3. Fürsorgepflicht, aber komplexe Meldewege

Zwar besteht eine rechtliche Fürsorgepflicht des Arbeitgebers/ Dienstherrn, die Praxis verlangt jedoch formale und nachvollziehbare Beschwerden. Viele Betroffene zögern oder wissen nicht, an wen sie sich konkret wenden sollen, sodass Probleme lange unentdeckt bleiben können.

4. Belastende Tätigkeitsfelder

Bereiche wie Kitas, Pflege, Sozialdienste oder Bürgerbüros sind oft geprägt von Personalmangel, hoher Arbeitsdichte und direktem Bürgerkontakt. Dauerstress und hoher Druck verschärfen Konfliktpotenzial und schwächen die Kommunikationskultur. Aber auch in handwerklichen Einrichtungen wie Bauhöfen, Kläranlagen oder der Müllabfuhr kommt es zu Mobbing.

5. Führungskräfte-Qualifikation

Fachliche Beförderungen ohne systematische Führungsausbildung sind im öffentlichen Dienst häufig. Fehlende Schulung in Konfliktmanagement und Mitarbeiterführung erhöht das Risiko für eskalierende Situationen.

6. Komplexe Zuständigkeiten

In Verwaltungen ist oft unklar, wer in welchem Stadium eines Konflikts verantwortlich ist (Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte, Dienststellenleitung, Personalamt). Werden Zuständigkeiten verschoben, verzögert sich die Bearbeitung von Problemen.

7. Schwer messbare Leistungen und subjektive Beurteilungen

Im öffentlichen Dienst sind viele Tätigkeiten nur eingeschränkt messbar. Verwaltungsvorgänge, Bürgerberatung, interne Abstimmungen oder Planungsaufgaben lassen sich kaum in klaren Kennzahlen ausdrücken. Dadurch entstehen subjektive Leistungsbewertungen, die Konflikte begünstigen können.

Wenn Ergebnisse nicht eindeutig überprüfbar sind, wächst der Spielraum für persönliche Einschätzungen von Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten. Dies kann zu Missverständnissen, gefühlten Ungerechtigkeiten oder dauerhaft belastenden Beziehungen führen. Rollenunklarheiten und starre Beurteilungssysteme verstärken diesen Effekt zusätzlich.

Schwer vergleichbare Leistungen schaffen somit ein Umfeld, in dem Konflikte leichter entstehen und sich mit der Zeit verfestigen können – ein weiterer struktureller Risikofaktor für Mobbing im öffentlichen Dienst.

Diese Faktoren wirken zusammen: Sie schaffen ein Umfeld, in dem belastende Dynamiken stabil bleiben können. Eine wirksame Prävention braucht deshalb klare Meldewege, qualifizierte Führung und frühzeitiges Eingreifen.

Typische Mobbingformen

  • Ausgrenzung in Lerngruppen oder WhatsApp-Chats
  • Spöttische Bemerkungen über Fehler oder mangelnde Erfahrung
  • Bewusstes Vorenthalten wichtiger Ausbildungsinformationen
  • Ausschluss von Pausen und gemeinsamen Aktivitäten
  • Gerüchte über private Themen oder Fehlverhalten
  • „Mutproben“ oder absichtlich schwierige Aufgaben
  • Schikanen durch ältere Azubis („Hierarchie unter Azubis“)

  • Wiederholtes Zuweisen besonders schwerer oder langer Touren ohne sachlichen Grund
  • Kollegen fahren bewusst ohne Absprache vom Sammelpunkt weg („stehen lassen“)
  • Ignorieren von Funk- oder Sichtkontakt (gezieltes Nicht-Kommunizieren)
  • Herabsetzende Bemerkungen zur körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Systematisches Vorenthalten wichtiger Informationen zu Routen oder Arbeitsabläufen
  • Gezielte Überbelastung durch kurzfristige Dienstplanänderungen
  • Soziale Isolation in Pausen oder beim Treffpunkt

  • Ausgrenzung von einzelnen Badeaufsichten oder Schwimmmeistern
  • Spott über körperliche Fitness oder Schwimmleistungen
  • Verteilen unangenehmer Dienste (z. B. Reinigungsdienst, Spätschichten)
  • Geringschätzung beim Umgang mit Saisonkräften oder Aushilfen
  • Isolation während Pausen und Dienstbesprechungen
  • Ständige Herabsetzung fachlicher Entscheidungen zur Sicherheit
  • Ignorieren von Meldungen zu technischen oder sicherheitsrelevanten Problemen

  • Bewusstes Vorenthalten von Informationen zu Ausleihsystemen oder internen Abläufen
  • Unfaire Kritik an Beratungsgesprächen mit Nutzern
  • Bevorzugung bestimmter Mitarbeiter bei Thekendiensten
  • Abwertung der fachlichen Spezialisierung (z. B. Kinderbibliothek, IT-Bereich)
  • Nichtbeachtung bei Team- oder Projektentscheidungen
  • Gerüchte über angebliche Dienstplanverstöße oder Fehlstunden
  • Zuweisung eintöniger Routinetätigkeiten als „Strafe“

  • Spott über körperliche Leistungsfähigkeit oder Einsatzerfahrungen
  • Ausgrenzung aus Einsatzgruppen oder Übungseinheiten
  • Abwertende Kommentare zu Fehlern bei Einsatzübungen
  • Ignorieren von Funkmeldungen oder Anweisungen
  • Gerüchte über angebliche Untauglichkeit
  • Zuweisung übermäßig schwerer oder gefährlicher Aufgaben
  • Druck oder Ausschluss in freiwilligen Feuerwehren („Cliquenbildung“)

  • Überlastung einzelner Serviceeinheiten durch gezielte Aufgabenverteilung
  • Abwertung von Fehlern bei komplexen Verfahrensabläufen
  • Absprechen von Informationen über Fristen oder Termine
  • Isolation neuer Mitarbeiter in Geschäftsstellen
  • Herabsetzender Umgang durch hierarchiestarke Rollen (z. B. Richter ↔ Schreibkräfte)
  • Gerüchte über vermeintlich „schwache“ oder „langsame“ Mitarbeiter
  • Nichtbeachtung fachlicher Hinweise z. B. zur Aktenführung

  • Zuweisung besonders schwieriger Gebäude oder Objekte
  • Abwertung handwerklicher Fähigkeiten
  • Bewusste Störung der Arbeitsabläufe oder Nichtweitergabe von Aufträgen
  • Abfällige Kommentare über körperliche Leistungsfähigkeit
  • Anschuldigung wegen angeblicher Nachlässigkeit oder Versäumnissen
  • Ausgrenzung in Pausen oder Hausmeisterrunden
  • Spott über ältere oder körperlich eingeschränkte Mitarbeiter

  • Abwertung vor Kollegen im Wachbetrieb
  • Anweisungen, die absichtlich unklar oder widersprüchlich sind
  • Isolieren in der Dienstgruppe oder bei Übergaben
  • Anzweifeln von Entscheidungen im Sicherheitsbereich
  • Schikanöse Dienstplangestaltung oder kurzfristige Änderungen
  • Gerüchte über angebliche Loyalität zu Gefangenen
  • Unterlaufen von Sicherheitsanweisungen, um jemanden schlecht aussehen zu lassen

  • Ausgrenzung bei Teamabsprachen oder beim Dienstplan (nicht informiert werden)
  • Abwertende Kommentare über pädagogische Arbeit vor Eltern oder Kindern
  • Unfaire Verteilung von belastenden Gruppen oder zusätzlichen Aufsichten
  • Behinderung bei der Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen
  • Schlechte Leistungsbeurteilungen trotz gleichbleibender Tätigkeit
  • Gezieltes Verbreiten von Gerüchten innerhalb des Teams
  • Ständige Kontrolle oder Kleinklein-Kritik an pädagogischem Handeln

  • Ablehnung oder Abwertung bestimmter Kollegen bei Schichtübergaben
  • Bewusstes Nicht-Weitergeben wichtiger Betriebsinformationen
  • Zuordnung der unangenehmsten Reinigungs- oder Wartungsarbeiten
  • Ausgrenzung in Sozialräumen oder Pausenzeiten
  • Spöttische Kommentare über Geruch, Kleidung oder Tätigkeiten
  • Ignorieren von technischen Hinweisen oder Hinweismeldungen eines Kollegen
  • Vorwürfe wegen angeblicher Fehlbedienung von Anlagen

  • Ausgrenzung aus dem Stationsteam
  • Blockieren wichtiger Informationen
  • Anweisungen zur Unzeit oder ohne Erklärung
  • Abfällige Bemerkungen vor Patienten oder Kollegen
  • Kritik an Pflege- oder Behandlungsabläufen ohne sachliche Grundlage
  • Ungleichverteilung von Diensten, besonders Nachtschichten

  • Ignorieren oder Übergehen bei Ausstellungs- oder Projektplanungen
  • Abwertende Kommentare über Fachwissen oder pädagogische Kompetenz
  • Entzug von interessanten Aufgaben wie Führungen oder Veranstaltungen
  • Kollegen verbreiten Gerüchte über angebliche Fehler oder Besucherbeschwerden
  • Isolation in Teambesprechungen oder Dienstbesprechungen
  • Systematische Kritik an Konzepten, Ideen oder Präsentationen
  • Unfaire Dienstplan- oder Wochenenddiensteinteilung

  • Zuordnung problematischer Linien oder besonders belastender Schichten
  • Spott über Fahrstil, Reklamationen oder Verspätungen
  • Isolation in Pausenräumen oder Depots
  • Vorenthalten wichtiger Informationen (Baustellen, Umleitungen)
  • Schikanöse Kontrolle von Fahrkartenabrechnungen
  • Konflikte zwischen Fahrdienstleitung und Fahrpersonal als Druckmittel
  • Abfällige Bemerkungen über Krankmeldungen oder Stressbelastung

  • Ausschluss einzelner Mitglieder von internen Informationen oder Beschlussvorlagen.
  • Druck, sich der Mehrheitsmeinung zu unterordnen („Fraktionszwang“).
  • Abwertung fachlicher Beiträge oder juristischer Hinweise.
  • Zuweisung kaum relevanter oder überlastender Aufgaben.
  • Ausschluss von vertraulichen Gesprächen mit der Dienststellenleitung.
  • Gerüchte über angebliche Illoyalität gegenüber Beschäftigten.
  • Gezielte Isolation durch private oder politische Gruppen innerhalb des Gremiums.

  • Ausgrenzung einzelner Teammitglieder
  • Ignorieren oder nicht Weitergeben relevanter Informationen
  • Ungünstige Dienstplanungen (z. B. viele Wochenenden)
  • Abwertende Kommentare vor Bewohnern oder Angehörigen
  • Bewusste Überlastung bestimmter Personen
  • Nicht-Einhalten abgesprochener Übergaben

  • Ausschluss aus Einsätzen oder Einsatzfahrten
  • Untergrabung der Autorität im Dienst oder bei Besprechungen
  • Gerüchte über angebliche Fehler im Streifendienst
  • Zuweisung riskanter oder unbeliebter Aufgaben
  • Missachtung von Funkmeldungen oder Einsatzabsprachen
  • Bewusste Verzögerung wichtiger Informationen
  • Herabwürdigungen im Team („nicht belastbar“, „kein Cop“)

  • Herabsetzen von Notfallentscheidungen oder medizinischen Einschätzungen
  • Abwertende Kommentare im RTW während Einsätzen
  • Isolation durch eingespielte Teams („Du gehörst nicht dazu“)
  • Verweigerung von Unterstützung bei körperlich schweren Tätigkeiten
  • Unterstellen von Fehlern oder Pflichtverletzungen
  • Schikanen bei Dienstplangestaltung oder Schichttausch
  • Verbreitung sensibler medizinischer Angaben über Patienten zur Bloßstellung

  • Abwertende Kommentare über Unterrichtsqualität
  • Nichtbeteiligung an Jahrgangs- oder Konferenzentscheidungen
  • Zuweisung schwieriger Klassen ohne Absprache
  • Verbreitung rufschädigender Gerüchte im Kollegium
  • Sabotage bei Vertretungsplänen
  • Bewusste Isolation im Lehrerzimmer
  • Übergehen bei Fortbildungen oder Projekten

  • Abwertung der Fallarbeit („Deine Einschätzung ist unprofessionell“)
  • Isolation in Teamsitzungen oder Fallkonferenzen
  • Vorenthaltung wichtiger Informationen zu Klienten
  • Unterlaufen von Entscheidungen in Hilfeplänen
  • Übertragung unverhältnismäßig schwerer Fälle
  • Hinterfragen der fachlichen Kompetenz vor Klienten
  • Gerüchte über angebliche Fehler im Umgang mit Familien

  • Ausgrenzung aus kundenrelevanten Aufgaben oder Projekten
  • Gezielte Infragestellung fachlicher Kompetenz vor Kundinnen und Kunden
  • Fortgesetzte Untergrabung von Verkaufserfolgen oder Kennzahlen
  • Unfaire Leistungsbewertungen mit negativen Folgen für Karriere/Provision
  • Verbreitung diskreditierender Gerüchte innerhalb der Filiale
  • Isolation bei Schicht- oder Einsatzplanung (z. B. unbeliebte Dienste)
  • Übermäßige Kontrolle von Arbeitsabläufen ohne sachliche Grundlage

  • Vorenthalten von notwendigen Informationen zu Einsatz- oder Wartungsarbeiten
  • Gezielte Zuweisung gefährlicher oder unbeliebter Einsätze ohne Begründung
  • Abwertende Kommentare gegenüber Kolleginnen und Kollegen im Werkstatt- oder Netzteam
  • Ignorieren von Sicherheitsmeldungen oder Gefährdungshinweisen
  • Systematische Benachteiligung bei Fortbildungs- und Aufstiegschancen
  • Soziale Isolierung in Pausenräumen oder bei Besprechungen
  • Ständige öffentliche Kritik an Arbeitsergebnissen ohne konstruktiven Austausch

  • Vorenthalten von Forschungsergebnissen oder Literatur
  • Diskreditierung von Veröffentlichungen oder Qualifikationen
  • Ausschluss aus Projekten, Drittmitteln oder Gremien
  • Blockieren von Promotions- oder Habilitationsschritten
  • Gerüchte über angebliche wissenschaftliche Fehler
  • Öffentliche Herabsetzungen in Meetings oder Kolloquien
  • Unfaire Überlastung durch Lehre oder administrative Aufgaben

  • Ausgrenzung aus Arbeitsgruppen oder Besprechungen
  • Vorenthalten wichtiger Informationen
  • Übermäßige Kontrolle von Arbeitsabläufen
  • Abwertende Bemerkungen im Team
  • Fehler werden besonders hervorgehoben, Erfolge ignoriert
  • Unfaire dienstliche Beurteilungen oder Behinderungen im Aufstieg
  • Ungewöhnlich belastende Aufgabenverteilung

  • Kollegen werden bewusst nicht in Kursplanungen oder Projekte einbezogen
  • Herabsetzung von Kursleitern aufgrund ihres Unterrichtsstils
  • Kaltstellen durch Entzug bestimmter Kurse oder Themen
  • Gerüchte über Teilnehmerbeschwerden – unabhängig vom Wahrheitsgehalt
  • Ausnutzen der oft prekären Kursleiterrolle (Honorarkräfte)
  • Isolation im Verwaltungsteam oder bei Fachbereichsbesprechungen
  • Kritik an Arbeitszeiten, obwohl diese projektbedingt variieren

  • Abwertung wegen angeblich falscher Tierpflege oder Fütterungstechnik
  • Bewusstes Zuweisen gefährlicher oder besonders unangenehmer Gehege
  • Gerüchte über Fehler bei sensiblen Tierarten
  • Ausschluss aus Pflegerevieren oder Tiertraining
  • Spott über Verletzungen oder Fehler im Umgang mit Tieren
  • Fehlende Weitergabe wichtiger Tierdaten (z. B. Medikamentengaben)
  • Konflikte zwischen „alten Tierpflegern“ und neuen Mitarbeitern

Erste Handlungsschritte für Betroffene

FAQ – Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass es wirklich Mobbing ist?
Systematik ist entscheidend: Einzelne Konflikte sind nicht automatisch Mobbing. Wenn negative Handlungen wiederholt, gezielt und über längere Zeit auftreten, ist Mobbing wahrscheinlich.

Was mache ich, wenn meine Vorgesetzte oder mein Vorgesetzter selbst mobbt?
Wenn die eigene Führungskraft Teil des Problems ist, sind Wege wie Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte, der nächsthöhere Dienstweg oder eine externe Beratung sinnvoll.

Welche rechtlichen Schritte kann ich einleiten?
Je nach Status (Beamte / Angestellte) können arbeitsrechtliche oder dienstrechtliche Ansprüche bestehen. In besonders schweren Fällen kann Schadensersatz oder Schmerzensgeld gefordert werden.

Gibt es bereits wichtige Gerichtsurteile?
Ja – und diese zeigen: Mobbing im öffentlichen Dienst kann sowohl zivil- als auch dienst- oder strafrechtliche Konsequenzen haben.
  • BVerwG, Urteil vom 28.03.2023 – Az. 2 C 6.21: Das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass ein Beamter bei systematischem „Anfeinden oder Schikanieren“ seines Dienstherrn Anspruch auf Ersatz immaterieller Schäden (Schmerzensgeld) haben kann, wenn die Fürsorgepflicht verletzt wurde. Entscheidend ist eine Gesamtwürdigung aller Einzelakte.
  • BVerwG, Urteil vom 28.03.2023 – Az. 2 A 12.21: In diesem Fall wurde kein Schmerzensgeld zugesprochen. Das Gericht betonte, dass nicht bei jeder belastenden Situation automatisch eine Fürsorgepflichtverletzung durch „Mobbing“ vorliegt.
  • BVerwG, Urteil vom 13.07.2023 – Az. 2 C 3.22: Das Gericht entschied, dass körperliche Angriffe eines Kollegen während der Dienstzeit unter den Schutz als Dienstunfall fallen können, auch wenn die Handlungen „scherzhaft“ begonnen haben. Damit wird der Dienstherr für solche Vorfälle haftbar.
  • Landgericht Siegen, 21 KLs 13/09 Das Landgericht Siegen hat 4 Bauhof-Mitarbeiter des Bauhofs Hilchenbach (NRW) wegen „exzessiven Mobbings“ gegenüber einem Landschaftsgärtner zu Freiheitsstrafen verurteilt. Laut Medienberichten gingen die Taten über bloße Schikane hinaus: Es gab systematische Schikanierung, physische Angriffe und jahrelange Gewalt. (Quelle: Westfalen-Rundschau vom 8.7.2010).

Unterstützung

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