Neue Mobbing-Masche kursiert
#1
Dass der Öffentliche Dienst in Sachen Bossing & Mobbing zu den Spitzenreitern gehört ist allgemein bekannt und in diesem Forum gibt es leider auch mehrere traurige Kommentare zu diesem Thema.

Laut Aussage von Mobbingbeauftragten u. Psychologen soll gegenwärtig in einigen Regionen folgende Masche besonders populär sein:

Vorgesetzer lässt Mitarbeiter(in) zu sich ins Büro kommen und teilt mit, dass sich Kollegen über ihn beschwert hätten. Auf Details geht der Vorgesetzte aber grundsätzlich nicht ein, auch nennt er nicht die Namen der angeblichen Beschwerdeführer (die natürlich nicht existieren !). Einige Wochen später muss Mitarbeiter erneut zum Vorgesetzten. Nun teilt man ihm mit, dass niemand mehr im Hause mit ihm zusammenarbeiten möchte.
Auch diesmal werden keinerlei Gründe oder nähere Details genannt. Dieses unmenschliche "Spiel" wiederholt sich immer wieder. Ziel ist es, den Mitarbeiter zu demotivieren, zu kränken und zu schweren Selbstzweifeln zu bringen. Das Opfer soll als "Ausgestossener" dastehen. Endziel ist die freiwillige Aufgabe des Mitarbeiters (z. Bsp. DDU, Kündigung usw.)

Sind Mobbingbeauftragter und Personalrat "schwach" hat der "Mobber" bzw. "Bosser" mit dieser Methode relativ leichtes Spiel.

Diese Masche soll angeblich aus den USA kommen und wurde von diesbezüglich geschulten Führungskräften vorwiegend in der Privatwirtschaft zwecks Personalabbau angewandt.

Betroffen sind meist ältere Arbeitnehmer(innen) denen ein guter, vertrauensvoller Kontakt zu Kolleginnen u. Kollegen besonders wichtig ist. Es sind mehr die "väterlichen" oder "mütterlichen", gutmütigen Typen, die man mit dieser Gangart psychisch besonders schwer treffen kann.
Zeigt der Betroffene jedoch zu starken Widerstand (z.Bsp. Drohung mit Anwalt) lässt man vorsichtshalber von ihm ab und überlegt sich eine andere Masche.

Hat jemand hier im Forum Erfahrungen diesbezüglich ?














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#2

Hallo,

ob diese Mobbing-Methode so neu ist, wage ich zu bezweifeln. Ich denke, dass diese Tricks den Chefs seit langem bekannt sind.

(13.04.2012, 13:03)Gast schrieb: Vorgesetzer lässt Mitarbeiter(in) zu sich ins Büro kommen und teilt mit, dass sich Kollegen über ihn beschwert hätten. Auf Details geht der Vorgesetzte aber grundsätzlich nicht ein, auch nennt er nicht die Namen der angeblichen Beschwerdeführer (die natürlich nicht existieren !).

Das wird es so geben. Mein Vorgesetzter war aber noch eifriger und hat es schnell geschafft, dass meine netten Kollegen sich tatsächlich sogar schriftlich über mich beschwert haben, indem er mich zuvor ein paar Mal öffentlich lächerlich gemacht hat und mich ein paar Mal auflaufen ließ. Schon erschreckend, wie schnell aus guten Kollegen Feinde werden, wenn sie sich einen Vorteil versprechen.

(13.04.2012, 13:03)Gast schrieb: Sind Mobbingbeauftragter und Personalrat "schwach" hat der "Mobber" bzw. "Bosser" mit dieser Methode relativ leichtes Spiel.

Natürlich richtig. Leider ist es oft so, dass der Personalrat wissentlich schwach ist, indem er sich auf die Seite der Dienstherren schlägt. Die PR-Mitglieder versprechen sich dadurch irgendeinen Vorteil oder die Situation ist ihnen zu anstrengend / schwierig. In meinem Fall hat die Personalratsvorsitzende den Dienstherrn beim Mobbing sogar unterstützt, indem sie mir immer wieder vertraulich und angeblich in gutem Willen irgendwelche Bosheiten zugesteckt hat ("Du hast lt. Chef hier keine Zukunft", "Da hilft nur ein Wechsel zu einem anderen Dienstherrn", ...). Die damalige PR-Vorsitzende ist jetzt übrigens Amtsleiterin ...

Gegen Mobbing hilft m.E. nur ein ganz starker Personalrat, der diesem Treiben schon bei kleinsten Versuchen widerspricht.

VG
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#3
Solange es nicht konkreter benannt wird, sind diese Vorwürfe nichtig.
Selbst wenn es tatsächlich Probleme geben sollte, ist der Arbeitgeber
über § 84 SGB 9 verpflichtet, von sich aus aktiv gegen zu wirken!

Das Problem ist nur, dass viele Arbeitnehmer nicht selbstbewusst genug
und so manche Arbeitnehmervertretung nicht kompetent genug sind,
um hier etwas zu unternehmen...

Trauriges Thema

Grüße
Marcus
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#4
Hallo Kollegen!
Wir wissen alle, dass sie vielerorts mit entsprechenden Maschen fahren. Die Methoden sind vielfältig.

Sehr beliebt ist auch, den Leuten Informationen vorzuenthalten und hinterrücks irgendwelche Verfahren in Gang zu setzen, die verloren gehen müssen, wohlwissend, dass der Mitarbeiter dies mit entsprechendem Sachverstand zu verhindern versuchte.

Hinter allem steckt lediglich das Ziel den Menschen zu zerstören, ihn zur Aufgabe zu bewegen. Wenn man solche Tendenzen spürt, muß man dagegen arbeiten. Wichtig ist zunächst, die Methode zu enttarnen. Wenn man heraus gefunden hat, was läuft, kann man dagegen angehn.

Schlecht ist es natürlich, dann eben keine Unterstützung seitens des PR zu haben. Ehrlich gesagt verstehe ich die Situation mit dieser PR-Vorsitzenden nicht. PR-Vertreter werden doch gewählt. Wieso wählt man jemanden in den PR, der der AG-Seite zuarbeitet? Wenn so etwas passiert, stimmt im ganzen Gefüge nichts mehr. Aber, wenn so jemand entsprechend aufgefallen ist, war er/sie aber gewiß die längste Zeit im PR. In heutiger Zeit ist es wichtiger denn je, zusammenzuhalten und gegen entsprechende Machenschaften anzukämpfen. Nur so kann man bestehen.

Es wäre wünschenswert, wenn sich diese Auffassung im Bewußtsein aller Kolleginnen/Kollegen wiederfände.

Eddie
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#5
AW neue mobbing-masche

Hallo, diese Masche ist nicht neu. Beitrag Nr. 1 könnte von mir sein. Das Gleiche ist mir widerfahren.
Man ist doch machtlos, gegen diese "Leute-Schinder" und Tyrannen. Der betriebsrat ist meistens
machtlos und will es auch sein. Außer dauernd krank sein oder zu kündigen, bleibt einem nichts
anderes übrig!!

LG maria 60
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#6
Hallo Maria,

ich bedauere sehr, was Du da mitgemacht hast - traurig. Kann es sein, dass Du 60 Jahre bist, wie in Deinem Beitrag ersichtlich ist ?

Es gibt verschiedene Mobbing-Arten, z. Bsp.

- Spaß-Mobbing ("Fun-Mobbing") und

- Ziel-Mobbing

Mit dem Spaßmobbing soll eigentlich nur das Opfer irgendwie schikaniert und geärgert werden, einfach nur "just for fun".
Man ergötzt sich dann an seinen Schandtaten. Auffallend oft sind die Mobber in diesen Fällen vergleichsweise sehr junge, unreife Vorgesetzte. Das Alter der Opfer ist dabei meist ohne Bedeutung.

Anders beim "Ziel-Mobbing": Hier soll ein erwünschtes Verhalten des Opfers herbeigemobbt werden (z.Bsp. Antrag auf Versetzung, Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand, Kündigung usw.). Ziel-Mobbing wird gerne bei den Beschäftigten angewendet, die aufgrund ihrer langen Amtszugehörigkeit nahezu unkündbar sind und die man unbedingt loshaben möchte, insbesondere bei Beamten. Meist handelt es sich dabei um gemobbte Kolleginnen und Kollegen reiferen Alters (ab ca. 50 aufwärts !)

Meine Peiniger waren so genannte "Auftrags-Mobber" ("commission-mobbing"). Da sich Chefs nicht gerne die Finger schmutzig machen, übertragen sie diese Aufgaben gerne an geeignete Bedienstete. Bewerber für solche "Jobs" findet man nahezu überall.

Meine Vorgesetzten gaben später kleinlaut offen zu, dass sie mich auf diese Art und Weise aus dem Dienst drängen wollten. Die Stelle wurde nach meiner DDU nicht mehr neu ausgeschrieben und der Steuerzahler spart sogar noch viel Geld.

Wenn es wirklich nicht mehr anders geht, ist "Dauerkrank" dann wirklich die beste Lösung. Gesundheit ist wichtiger !! Bin Mitte 50.

Wünsche Dir alles Gute !

Gruß
Herbert
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#7
Ist nicht neu und bei uns Alltag. Leider funktioniert es und das Bossing nimmt immer heftigere Ausmaße an. Überdurchschnittlich hohe Kündigungsrate von AG und AN.
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#8
Neue Masche? So habe ich das noch nie gesehen, dachte immer, dass ich tatsächlich so unbeliebt sei.

Wenn ich aber genau nachdenke, fällt mir erst jetzt auf, dass es keine konkreten Anschuldigungen gab. Auf meine Nachfrage musste der Chef erst mal überlegen, dann fielen ihm 2 Vorfälle ein: Es waren Auseinandersetzungen mit 2 Kollegen, eine Auseinandersetzung wurde geklärt - sprich: wir haben uns mit dem Problem auseinander gesetzt und damit letztendlich gelöst. Beim anderen Fall hätte ich (schrifliche) Beweise, aber der Kollege hat jedes klärende Gespräch abgelehnt. Es war mir zu unwichtig und auch zu blöd, um da noch nachzuhaken, deshalb hab ich es dabei belassen - war wohl ein Fehler.

Also genau genommen, keine haltbaren Vorwürfe. Ist schon merkwürdig, was so nach einem Gespräch tatsächlich im Kopf hängenbleibt: ich bin unbeliebt.

Danke, dass ich das korrigieren konnte!

VG
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#9
bitter242
Wenn ich das alles lese, weiß ich, dass ich nicht allein bin. Es hilft leider nicht. Bei mir geht das Ganze schon über viele Jahre. Eine zeitlang war Ruhe. Dann kam ein neuer, junger und "dynamischer" Chef. Er ist noch nicht einmal so alt, wie ich Arbeitsjahre habe. Er begrüßte mich mit den Worten "... ich habe schon gehört, dass es mit Ihnen Probleme geben könnte...". Ich dachte, ich höre nicht richtig. Damit kam alles Vergangene wieder hoch. Man versucht hinter der Maske einer "Fürsorge" mich zu ärgern. Man macht mich zum stellvertretenden Teamleiter, gibt mir aber keinerlei Informationen. Kann also die Arbeit nicht wirklich machen. Ich musste vor kurzem umziehen und habe nun ein Einzelzimmer, mit der Folge, ich bekomme keinerlei Informationen mehr.
Ich habe mehrere Projekte erfolgreich umgesetzt, aber eine miese Beurteilung dafür erhalten. Ich bat mehrfach um Gespräche, die auch stattfanden. Leider ohne Verbesserungen, sondern im Gegenteil, dass ich das Gefühl habe, es wird noch schlechter. Mittlerweile habe ich auch kaum noch etwas zu tun. Habe auch dies angesprochen. Keine Reaktion. Der PR ist schwach. Dort war ich auch schon gewesen. Mit dem gleiche Ergebnis. Im heutigen Gespräch wurde mir statt dessen vorgeworfen, ich leide an Verfolgungswahn. Ich verstehe dies nicht mehr. Jetzt denke ich, dass es wieder zum Personalgespräch kommen wird. Hier werde ich wohl nur noch mit einer Person meines Vertrauens hin gehen. In der Dienststelle gibt es aber keine derartige. So werde ich wohl zu meinem Anwalt gehen müssen. Dies kostet natürlich wieder mein Geld, aber mal sehen. Ich könnte jetzt immer weiter schreiben, aber alles meine Vorschreiber kennen die Situation selbst, so dass sich alles nur wiederholt. Oft denke ich, dass auch viel die unzureichende fachliche Qualifikation der Leiter eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Hinzu kommt, dass ich Frau bin und die in den Augen derer, sowieso ein bißchen "dumm" ist (blond und blöd). Leider bediene ich dieses Klischee nicht. Hinzu kommt noch mangelnde Führungskompetenz und Menschenkenntnis. Es ist einfach eine große Bandbreite. Aufgeben will ich jetzt noch nicht. Mal sehen.

Viel Glück allen, die die gleichen Probleme haben.
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#10
hallo, bitter 242

bin sehr erschüttert, was du mitmachen must! mit dem deckmantel der sog.
"fürsorge" kann sich ein chef ja alles erlauben. von menschenkenntnis
haben die wenigsten eine ahnung. das schlimme ist, sie stacheln kollegen an, die
über leichen gehen und nur auf ihren eigenen vorteil bedacht sind.
wenn man fragt, nennen Sie mir "ross und reiter" wird ausgewichen. Den personalrat
kann man sowieso vergessen. schlimm, man hat ihn ja gewählt.
wenn du eine rechtsschutz-Versicherung hast, brauchts du den anwalt nicht zu bezahlen.
ich glaub aber, dass dann alles noch schlimmer wird.

hoffe, dass du alles durchstehst, das können aber die wenigsten.

liebe grüsse und alles gute

maria

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