Nebentätigkeit beim selben Arbeitgeber möglich?
#1
Hallo Kolleginnen und Kollegen,

kann ein (öffentlicher) Arbeitgeber seine Vollzeitkraft gegen Zahlung eines Honorars zu einer Extratätigkeit engagieren?

Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Moderationstätigkeit während einer Veranstaltung des Arbeitgebers, die ansonsten nicht in den Arbeitsbereich der Angestellten fällt. Diese Tätigkeit ist also quasi privat an einem arbeitsfreien Tag ausgeübt worden.

Ich dachte immer, Haupt- und Nebentätigkeit beim selben Arbeitgeber ginge nicht.....

Gruß, godesia

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#2
Hallo,
man kann zusätzlich zum Hauptjob einen Nebenjob beim gleichen Arbeitgeber haben, auch im öffentlichen Dienst. Möglich sind weitere abhängige Beschäftigungen (Hauptfall) oder auch selbständige Nebentätigkeiten. Die Frage dürfte nur sein, ob für den Nebenjob korrekt Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Teils wird versucht, durch die Aufsplittung in zwei abhängige Arbeitsverhältnisse (Hauptjob und 400 €-Job) Steuern und Beiträge zu sparen.

Am Rande: Mehrere abhängige Jobs bei demselben Arbeitgeber werden sozialversicherungsrechtlich von der Minijob-Zentrale als eine Einheit betrachtet. Dies trifft aber nicht zu, wenn die Tätigkeiten auf zwei verschiedene Arbeitgeber (rechtlich getrennt) entfalle. Beispiel:
Ein Beschäftigter der Stadt ist im Hauptjob Schulhausmeister und führt die Pflege des dazu gehörigen Sportplatzes als Minijob aus. Für den Hauptjob als Schulhausmeister erhält er Lohn von der Stadt, für die Sportplatzpflege ist er im Minijob bei den Stadtwerken oder beim Sportverein angestellt.
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#3
Hallo alle miteinander,

ich halte es für schwierig in Deinem konkreten Fall, dass das als Minijob durchgeht.

Aber Deine Idee als Honorar müsste klappen. Allerdings kenne ich die Freigrenzen nicht.

Spontan würde ich mich mal an den Rentenversicherungsträger wenden.

Kleiner Tipp: als Aufwandsentschädigung ist vieles machbar. Allerdings gibt es auch hier gedeckelte Beträge.

Gruß
Auenlandbewohnerin
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#4
Danke für eure Antworten.

Ehrlich gesagt, geht es mir eher darum, dass ich es nicht in Ordnung finde, dass ein vollzeitbeschäftigter Kollege für eine dienstliche Veranstaltung als Moderator verpflichtet wird und dafür ein Honorar erhält.

Im o.a. Fall geht es konkret um zwei Kollegen, von denen einer ein Honorar erhält und bei dem anderen die Leistung als Sonntagsarbeit (Überstunden) abgerechnet wird.

Alleine das scheint meines Erachtens eine grobe Ungleichbehandlung und Übervorteilung zu sein.

Ach so, ich schreibe hier im Forum in meiner Funktion als Betriebsrätin.

Gruß, godesia
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#5
Hallo,

verpflichten geht schon mal gar nicht. Letztendlich hat der Kollege ein Verweigerungsrecht. Denn nur in seiner Funktion als Angestellter hat die Dienststelle ein Direktionsrecht. Als Honorarkraft kann sie niemanden verpflichten. Es sei denn, es steht im Arbeitsvertrag.

Mal losgelöst davon: lässt Eure Dienstzeitvereinbarung solche Ausnahmen zu? In den Abendstunden arbeiten?

Und wenn die Dienststelle Präzendenzfälle mit anderen Kollegen schafft, mit der Ihr als PR leben könnt, dann besteht auf Gleichbehandlung.
Was ist denn mit den Kollegen, was wollen die?

Gruß
Auenlandbewohnerin
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#6
Hallo an alle,

tut mir Leid das ich mit meinem ersten Beitrag da mal wiedersprechen muss.

Eine Haupt- und Nebentätigkeit geht beim gleichen Arbeitgeber nicht.
Diese Konstellation geht nur bei verschiedenen Betriebsnummern oder wenn die Nebentätigkeit im privaten Bereich des Arbeitgebers stattfindet.
Hab gerade bei der Krankenkasse angerufen und die haben mir das so mitgeteilt.
Wir hatten letztes Jahr so einen Fall und da hat auch die Krankenkasse gleich gesagt dass dies nicht möglich ist.

Viele Grüße
Roland
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#7
Was hat denn die Krankenkasse damit zu tun ?

Ein Blick in die Nebentätigkeitsverordnung dürfte sinnvoll sein!

Gruß
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#8
Die NTV bezieht sich aber doch nur auf Beamte, wie sieht es mit Angestellten aus?
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#9
Hallo,

also meine Antwort hat sich auf die Arbeitnehmer und nicht auf die Beamten bezogen.

Wenn ich die Aussage der Krankenkasse richtig verstanden habe, wird dann die Entgeltgrenze zum Minijob überschritten, da die Hauptbeschäftigung hinzugezählt wird.

Am besten es erkundigt sich jeder der dass vor hat, mal selber bei seiner Krankenkasse.

Gruß
Roland
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#10
na sowas...
aber die Nebentätigkeitsverordnung wird auch bei Verwaltungsangestellten angewandt.

Informationen findet Ihr aber auch unter nebentaetigkeitsrecht.de

Beste Grüße!
Hallo Roland,

was hat denn die Krankenkasse mit einer Nebentätigkeit zu tun ?

Die Entscheidung dafür trifft der Dienstherr in Verbindung mit den entsprechenden Gesetzen und Tarifverträgen!

Beste Grüße!

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