Mitarbeiter ohne Eigeninitiative gesucht! - Führung im öffentlichen Dienst
#11
Ok....??.also bei uns (mittelgroße Marktgemeinde/ 15.000 +) besprechen so etwas die Amtsleiter, bzw. ggfs. sogar der Bgm. persönlich mit den zuständigen Mitarbeiter/n- (i ,d R. ohne große Gesprächsrunden) insbesondere wenn diese so hoch dotiert sind und verschafft sich erst ein Bild, lässt sich die Sachlage erläutern, bevor ggfs. "eingegriffen", bzw. eine ergänzende Anordnung getroffen wird /kommt dann auch so gut wie nie vor.
Da passiert nichts aber auch gar nichts, ohne dass zuerst (i. d. R. unter vier Augen, bzw. im ganz kleinen Kreis) die Spezialisten gefragt werden (gleich welche Position), so werden auch unnötige Einmischungen ausgeschlossen, jeder kann sich auf "seins" konzentrieren. Wenn es übergreifend wird, setzt man sich eh zusammen und zwar nicht in Amtsleiterrunden sondern immer mit denen, die es betrifft.
Solche flachen Hirarchien "passen" zwar manchen ewig Gestrigen nicht aber es hat den Vorteil, dass extrem sachbezogen gearbeitet wird und kaum Leerlauf entsteht, jemand durch nachträgliche Korrekturen oder mit evtl. diplomatischen Winkelzügen die "Handbremse" ziehen muss.
Das ist für die zuständigen Mitarbeiter sehr beruhigend - es besteht eine enorme Vertrauensbasis. Unser Amtsleiter (sehr verwaltungserfahrender Techniker ohne Verwaltungsausbildung) steht auf dem Standpunkt, dass er nicht alles können muss und können kann (besonders im rechtlichen Bereich) und gibt dies auch unumwunden zu - er überlässt in diesen Fachbereichen die Abwicklung vollständig dem jeweiligen Sachbearbeiter, steht aber hinter ihm. "Das muss man erst mit.....besprechen".
Bei Überprüfungen (Prüfungsverband, Rechnungsprüfungsausschuss) steht er auch unumwunden dazu und wird aber von allen Mitarbeiter gerade deswegen sehr geschätzt. Eine Haftungsproblematik besteht ohnehin nur bei grober (offensichtlicher) Fahrlässigkeit, bzw. Vorsatz und da ist sich jeder Mitarbeiter insbesondere in dieser Gehaltsebene seiner Verantwortung bewusst.

Obwohl das eigentlich am Thema vorbei geht...so geht es auch.

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#12
#11 Ergänzung

Meines Erachtens scheitert es in manchen Fällen gar nicht an den verkrusteten Strukturen (was wirklich nicht selten vorkommt) sondern auch daran, dass immer noch Leute ohne jegliche Verwaltungsausbildung in Führungspositionen von Amtern oder Sachgebieten, bzw. Kommunen sind, die zwingend Verwaltungskenntnisse erfordern und die dann "wild" Anweisungen erteilen oder meinen, selbst eingreifen zu müssen. (Letzteres ist das Schlimmste). Denn selbst Verwaltungerfahrung ersetzt nicht die in einer solchen Ausbildung vermittelten tiefgreifenden Denkprozesse (Behördenstrukturen, Zuständigkeiten, Paragrafenfolgen, rechtliche Zusammenhänge im Hintergrund, Ermessensspielräume), die dem Normalbürger in der Regel nicht zugänglich sind. Dabei wird außer Acht gelassen, dass das Nicht-beachten von Verfahrensschritten, bis zum Scheitern von ggfs. wichtigen Genehmigungen führen kann, weil die Rechtsgrundlagen nicht beachtet wurden.
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