Beamter oder Studium
#1
S10347

habe eben dieses Forum hier gefunden, was ich auch sogleich testen möchte. Icon_mrgreen

Da auf meiner derzeitigen Stelle (mittl. Dienst) eventuell eine Verbeamtung möglich wäre, ich aber eventuell auch ein Studium beginnen möchte, überlege ich seit langer Zeit was nun die beste Vorgehensweise ist. Leider bin ich diesbezüglich noch immer zu keinem Ergebnis gekommen Icon_cry. Einerseits gibt es immer weniger Beamtenstellen und es ist vll. eine einmalige Gelegenheit, anderseits wäre ich mit einem Studium (hoffentlich) in ca. 3 Jahren fertig. Die Zukunftsaussichten allgemein (arm/reich etc.) sind auch nicht wirklich rosig... Da es hier sicherlich viele Leute mit viel Lebenserfahrung gibt, wäre ich für hilfreiche Antworten sehr dankbar. Danke vorab.

Viele Grüße



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#2
Hallo,

das ist eine schwere Entscheidung. Wenn Du noch jung bist und den Biss hast, ein Studium mit vernünftiger Note abzuschließen und auch danach einige Jahre engagiert zu arbeiten, rate ich Dir zum Studium. Bei dem heutigen und dem zu erwartenden Arbeitsmarkt in einigen Jahren solltest Du immer eine gut bezahlte Stelle bekommen können. Du kannst dann auch auf eine obere Position kommen.

Wenn Du bereits älter bist (> 27), eher freizeitorientiert oder auch risikoscheu bist, rate ich Dir eher dazu, Beamter im mittleren Dienst zu werden. Bedenke auch das recht gute Netto-Gehalt als Beamter, das musst Du als Angestellter erst mal erreichen.

Tendenziell habe ich aber den Eindruck, dass die Beamten im mittleren Dienst eher unzufrieden sind. Wenig Einfluss, viele Kollegen mit besserer Bezahlung, geringe Perspektiven, eher geringes Ansehen...

Viele Grüße

Ralf
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#3
Hallo Ralf,
vielen Dank für deine Antwort. Ich bin etwas <27 und hatte lange Angst vor dem Stress eines Studiums. Danach ist der Plan entstanden mich verbeamten zu lassen und über den Fachwirt o.ä. eine geh. Dienst Stelle zu bekommen. Da ich nun erfahren habe, dass die Aussichten in dem Punkt ebenfalls nicht rosig sind, bin ich wieder auf das Studium zurückgenommen. Das war vor vielen Monaten....

Liebe Grüße
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#4
Hallo,
dem Kollegen von Beitrag #2 kann ich weitgehend zustimmen. Ich selbst war über drei Jahrzehnte als Beamter im mittleren Dienst tätig und habe in dieser Zeit so meine Erfahrungen sammeln können. Der mittlere Dienst ist meiner Meinung nach in vielen Resorts zum Auslaufmodell degradiert worden und hat offenbar kaum noch Zukunft. Es kann nicht sein, dass z.Bsp. ein Amtsinspektor mit fast 40 Jahren Berufserfahrung und ca. 2.400 € Nettogehalt nichts anderes macht als "Ergänzungslieferungen einsortieren", Post frankieren , Schriftstücke abheften usw. Aus meiner Sicht ist dies eine völlig sinnlose Verschwendung von Steuergeldern. Noch vor wenigen Jahren war dies unvorstellbar, da erledigten die Angehörigen dieser Laufbahn Aufgaben, die heute nur noch den Kolleginnen u. Kollegen des gehobenen Dienstes vorbehalten sind. Die öffentlichen Arbeitgeber haben es einfach versäumt, die Berufsbilder der verschiedenen Beamtenberufe den Erfordernissen und Gegebenheiten des täglichen Dienstes anzupassen. Für nahezu jeden Handgriff benötigt man heute ein Studium und es kommt hinzu, dass viele Stellen des mD zwischenzeitig den IT-Lösungen zum Opfer gefallen sind und Personal auf dieser Ebene nicht mehr benötigt wird. Den "einfachen Dienst" finden wir kaum noch in den Behörden und einfachere bis mittelschwere Tätigkeiten mit entsprechendem Verantwortungsgrad werden auf schlecht bezahlte Teilzeit-Angestellte übertragen.
Zitat meiner Vorgesetzten: "Sie haben ja nur mittlere Reife und Sie haben auch nicht studiert - man kann Sie einfach zu nichts gebrauchen - wir haben kaum Arbeit für Sie"

Fazit : Frühpensionierung mit Mitte 50 !
Meine negativen Erfahrungen müssen natürlich nicht unbedingt für alle Resorts Gültigkeit haben.

Trotzdem mein Ratschlag: Studium !

Wünsche Dir viel Glück


Gruß

Martin





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#5
Hallo Martin,

dankeschön für deinen Beitrag! Dein Eindruck wundert mich jedoch, die mittl. Dienst Stelle bei der man Post frankiert etc. möchte ich sehen. :-) Meiner Erfahrung nach geht die Entwicklung in die Richtung viel Anforderung und wenig Geld- zumindest ist das bei uns so. Wir machen zwischenzeitllich Tätigkeiten die - wie man mir gesagt hat- ganz früher ein Jurist gemacht hat. Tendentziell werden die Eingangsamt geh. Dienst-Stellen bei uns von A9 in Richtung A8 gedrückt. Für die einfachen Sachen wie du sie beschreibt werden 1 €-Jobber oder ähnliches eingesetzt.

Viele Grüße

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#6
Und wie ist die Meinung zum Thema als Frau mit 26 ein Studium zu beginnen? Wird man nach Beendigung mit 29/30 abgestempelt oder hat man noch Chancen auf eine gute Stelle?
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#7
Hallo,

mit Ende 20/Anfang 30 sollte das auf jeden Fall noch passen. Ich glaube nicht, dass das Alter ein Kriterium ist, eher die Arbeitsleistung:-). Auf meiner Schule gibts auch noch den ein oder anderen, der mit Ende 20 noch die Beamtenlaufbahn absolviert. Die Regel bilden zwar eher die Jungspunde, die direkt nach dem Abi Anwärter werden, aber auch mit Verlaub "ältere Semester" sind vertreten.
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#8
@ Hank: Die Beamtenlaufbahn im Gehobenen Dienst ist eigentlich eine Ausbildung und kann daher nicht mit einem echten Studium an einer FH oder Uni verglichen werden. Als Beamtenanwärter ist die Übernahme ziemlich sicher, erst recht wenn man aus dem mittleren Dienst aufsteigst. Nach einem Studium an FH oder Uni fängt man dagegen fast bei Null an und muss sich eine Stelle suchen.

@ lalilu: Welches Studium planst Du denn ?
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#9
Hallo Gast,

richtig planen tu ich momentan leider noch kein Studium aus genau diesem Grund, weil ich eigentlich nicht wieder von vorne anfangen möchte. Wenn man mit dem Fachwirt eine Chance auf eine gute Stelle hätte würde ich vermutlich diesen wählen. Ansonsten dachte ich studiumstechnisch eben an den geh. Dienst eventuell oder etwas soziales (Lehrer, Erziehungswissenschaften, Sozialpädagogik...) . Je mehr ich darüber nachdenke desto weniger weiß ich was ich will.

Liebe Grüße
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#10


Jo, ist ein Dualstudium, hälftig in der Verwaltung und hälftig an der FH. Man kann die Befähigung für den gehobenen Dienst auch anders erwerben, aber so ist es der sicherste Weg.
Andere Wege in den gehobenen Dienst zu kommen wären z.B. soziale Arbeit oder Lehramt. Soziale Arbeit ist mit Regelstudienzeit von 6 Semestern recht kurz, Lehramt ist sehr zeitintensiv (mind. 5- 6 Jahre mit Vorbereitungszeit). Vielleicht kommst du der Antwort auf die Frage, was du wirklich willst, näher, wenn du dir mal die Stoffpläne der verschiedenen Alternativen anguckst.



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