Ruhestand von Beamten auf Probe

Für Beamtinnen und Beamte auf Probe gelten im Falle einer gesundheitlichen Dienstunfähigkeit deutlich strengere Maßstäbe als für Lebenszeitbeamte. Das Beamtenstatusgesetz (BeamtStG) regelt in § 28, unter welchen Voraussetzungen Probebeamte in den Ruhestand versetzt werden können oder stattdessen aus dem Dienst ausscheiden. Für Bundesbeamte gilt ergänzend § 49 Bundesbeamtengesetz (BBG).

Der Ruhestand auf Probe auf einen Blick:
• Zwingender Anspruch (§ 28 Abs. 1): Bei Dienstunfähigkeit infolge eines Dienstunfalls besteht ein unbedingter Anspruch auf Ruhestand.
• Ermessensruhestand (§ 28 Abs. 2): Bei normaler Krankheit oder privaten Leiden entscheidet der Dienstherr nach pflichtgemäßem Ermessen.
• Drohende Entlassung: Wird kein Ruhestand gewährt, erfolgt in der Regel die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis.
• Versorgungsunterschied: Nur der Ruhestand führt zu Pensionsansprüchen; bei einer Entlassung erfolgt eine gesetzliche Rentennachversicherung.
• Abgrenzung: Lebenszeitbeamte haben bei Dienstunfähigkeit einen generellen Anspruch auf Ruhestand.

Anspruch auf Ruhestand bei Dienstunfall (§ 28 Abs. 1 BeamtStG)

Erlädt ein Beamter auf Probe im Rahmen seiner dienstlichen Tätigkeit einen Dienstunfall oder eine Dienstbeschädigung (ohne grobes Eigenverschulden), die zur dauernden Dienstunfähigkeit führt, greift ein gesetzlicher Schutz:

Unbedingter Versorgungsanspruch: Der Dienstherr hat in diesem Fall kein Ermessen, sondern muss den Beamten auf Probe in den Ruhestand versetzen. Damit ist die Entlassung ausgeschlossen und es entsteht ein Anspruch auf Unfallfürsorge und Versorgung.

Ermessensentscheidung bei sonstiger Dienstunfähigkeit (§ 28 Abs. 2 BeamtStG)

Wird die Dienstunfähigkeit durch eine Erkrankung oder Ursache hervorgerufen, die keinen Bezug zum Dienst hat (private Krankheit), existiert kein automatischer Anspruch auf Ruhestand.

Der Dienstherr entscheidet hier nach pflichtgemäßem Ermessen. Dabei fließen folgende Kriterien ein:

Konsequenz bei Nichtergreifung: Entlassung

Erteilt der Dienstherr im Rahmen der Ermessensentscheidung keine Zusage für den Ruhestand (weil etwa die Probezeit erst kurz begonnen hat oder keine besonderen Härtegründe vorliegen), ist der Beamte auf Probe wegen Dienstunfähigkeit nach § 23 BeamtStG zu entlassen. Eine Entlassung bedeutet, dass keine Pension gezahlt wird, sondern der Betroffene rückwirkend in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert wird.

Gesetzestext: § 28 BeamtStG (Ruhestand bei Probebeamten)

§ 28 Ruhestand bei Beamtenverhältnis auf Probe

(1) Beamtinnen auf Probe und Beamte auf Probe sind in den Ruhestand zu versetzen, wenn sie infolge Krankheit, Verwundung oder sonstiger Beschädigung, die sie sich ohne grobes Verschulden bei Ausübung oder aus Veranlassung des Dienstes zugezogen haben, dienstunfähig geworden sind.

(2) Beamtinnen auf Probe und Beamte auf Probe können in den Ruhestand versetzt werden, wenn sie aus anderen Gründen dienstunfähig geworden sind.

(3) § 26 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2 und 3 sowie § 27 sind entsprechend anzuwenden.

Häufige Fragen (FAQ) zum Ruhestand auf Probe

Wird ein Beamter auf Probe bei schwerer Krankheit automatisch entlassen?

Nicht zwingend. Handelt es sich um einen Dienstunfall, muss der Dienstherr den Beamten in den Ruhestand versetzen. Bei privater Krankheit entscheidet der Dienstherr nach Ermessen, ob Ruhestand oder Entlassung ausgesprochen wird.

Besteht bei jeder Dienstunfähigkeit ein Anspruch auf Pension?

Nein. Ein Pensionsanspruch setzt zwingend die Versetzung in den Ruhestand voraus. Führt die Dienstunfähigkeit zur Entlassung, entfällt der Versorgungsanspruch und es erfolgt eine Rentennachversicherung.

Gibt es eine Mindestdienstzeit für die Pension auf Probe?

Für den Regelfall gilt eine Mindestwartezeit (meist fünf Jahre), es sei denn, die Dienstunfähigkeit beruht auf einem Dienstunfall – in diesem Fall entfällt die Wartezeit.

Wie unterscheidet sich die Regelung von Lebenszeitbeamten?

Beamte auf Lebenszeit werden bei jeder medizinisch festgestellten Dienstunfähigkeit zwingend in den Ruhestand versetzt. Probebeamte genießen diesen automatischen Schutz bei normalen Erkrankungen nicht.

Foren für Beamtinnen und Beamte

Haben Sie Fragen zur Dienstunfähigkeit in der Probezeit, zu Dienstunfällen oder drohender Entlassung? In unseren Foren können Sie sich kostenlos austauschen:

Frage im Forum stellen

Kostenlos & ohne Anmeldung möglich

Foren im Überblick:

Weiterführende Themen zu Dienstunfähigkeit & Status:


 Frage stellen
Anzeige
Personalrat öffentlicher Dienst