Arten des Beamtenverhältnisses

Im deutschen Beamtenrecht gibt es unterschiedliche Arten des Beamtenverhältnisses. Je nach Statusart gelten spezifische Vorgaben für die Ernennung, die Dauer, die Rechte und Pflichten sowie die Möglichkeiten einer Beendigung oder Entlassung.

Die zentrale gesetzliche Grundlage für Landes- und Kommunalbeamte findet sich in § 4 Beamtenstatusgesetz (BeamtStG) sowie für Ehrenbeamte in § 5 BeamtStG. Für Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte enthält § 6 Bundesbeamtengesetz (BBG) eine vergleichbare Regelung.

Die 5 Formen des Beamtenverhältnisses im Überblick

Das Gesetz unterscheidet abschließend folgende Statusformen:

Rechtlicher Grundsatz (Abschließender Katalog): Die gesetzliche Aufzählung ist abschließend (numerus clausus). Dienstherren dürfen keine abweichenden Sonderformen (wie etwa ein eigenständiges „Teilzeitbeamtenverhältnis“) schaffen. Teilzeitbeschäftigung ist lediglich eine Ausgestaltung des bestehenden Statusamtes.

Gesetzestext: § 4 BeamtStG

Der Gesetzestext definiert die rechtlichen Zweckbestimmungen der einzelnen Statusarten im Wortlaut:

§ 4 Arten des Beamtenverhältnisses

(1) Das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit dient der dauernden Wahrnehmung von Aufgaben nach § 3 Abs. 2. Es bildet die Regel.

(2) Das Beamtenverhältnis auf Zeit dient
a) der befristeten Wahrnehmung von Aufgaben nach § 3 Abs. 2 oder
b) der zunächst befristeten Übertragung eines Amtes mit leitender Funktion.

(3) Das Beamtenverhältnis auf Probe dient der Ableistung einer Probezeit
a) zur späteren Verwendung auf Lebenszeit oder
b) zur Übertragung eines Amtes mit leitender Funktion.

(4) Das Beamtenverhältnis auf Widerruf dient
a) der Ableistung eines Vorbereitungsdienstes oder
b) der nur vorübergehenden Wahrnehmung von Aufgaben nach § 3 Abs. 2.

Häufige Fragen (FAQ) zu den Arten des Beamtenverhältnisses

Welche Art des Beamtenverhältnisses ist der Regelfall?

Das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit bildet den Regelfall im deutschen Beamtenrecht und dient der dauerhaften Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben unter voller Gewährleistung des Alimentations- und Lebenszeitprinzips.

Was bedeutet Beamter auf Widerruf?

Beamte auf Widerruf befinden sich im Vorbereitungsdienst (Beamtenausbildung oder Referendariat). Der Dienstherr kann das Dienstverhältnis bei Vorliegen sachlicher Gründe jederzeit widerrufen.

Wann wird ein Beamtenverhältnis auf Zeit begründet?

Ein Beamtenverhältnis auf Zeit kommt vor allem bei kommunalen Wahlbeamtinnen und Wahlbeamten (z. B. Bürgermeister, Landräte) sowie bei der Führung auf Probe in Betracht.

Kann ein Beamtenverhältnis auf Probe vorzeitig enden?

Ja. Während der Probezeit kann der Dienstherr den Beamten entlassen, wenn sich dieser in der Probezeit fachlich, persönlich oder gesundheitlich nicht bewährt oder ein Dienstvergehen begeht.

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