Wie geht Ihr mit Mobbing um
#1

Ich werde schon seit Jahren gemobbt (verleumdet, gedemütigt...kein Respekt oder Wertschätzung). Alle neuen Mitarbeiter, sogar Auszubildende werden gegen meine Person "geimpft". Nachdem mir endlich klar wurde, das hier systematisch vorgegangen wird um mich zu vertreiben und ich keine Hilfe erwarten darf (Alle machen die Augen zu), habe ich für mich entschieden, alle Mitarbeiter bis auf das dienstlich Notwendige zu meiden. Grund für das Mobbing: ich wurde dem "Chef" vor die Nase gesetzt. Wie geht Ihr mit Mobbing um?
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#2

Vor die Nase gesetzt bekommen bedeutet normalerweise, dass jemand als Chef eingesetzt wird. Bist du der Vorgesetzte oder Mitarbeiter.
Es hängt nun sehr davon ab ob es Mobbing ist oder fehlende Wertschätzung etc.
Daneben hängt es davon ab wie die Strukturen in der Behörde sind.
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#3

Es gibt sogar Situationen, in denen ein Mitarbeiter einem Chef vom Oberchef "vorgesetzt" wird. Nach Jahren des Leidens muss ich nicht mehr am Mobbing zweifeln. Bei Mobbing in der Behörde interessieren keine Strukturen. "EINE Krähe hackt der anderen kein Auge aus." Ein Sachbearbeiter lässt sich schließlich einfacher austauschen als ein Vorgesetzter.
Schön wäre es, wenn sich Betroffene melden würden, denn die wissen was Mobbing auslöst.
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#4

Hallo, also nach sehr langer Betriebszugehörigkeit (25 +) einer mittleren Kommune kann ich nur sagen, dass Mobbing oft ganz banale Ursachen hat. In der Regel fängt es an, dass man einer/m Kollegen/in irgendwie missfällt (also Neid) - dazu reicht es, dass man viell. gut aussieht, intelligenter ist, vielleicht einfach nur gut mit der/dem Vorgesetzten kann oder diese/r vielleicht auch von sich aus gerne auf einen zukommen (Stw.: Sympathie/Kompetenz) - ich meine jetzt kein "liebkindmachen" oder einfach irgend etwas besonders gut kann. Diese/r Kollege/Kollegin fängt dann an bei anderen über einen zu reden (i.d.R. um von seinen eigenen Fehlern abzulenken) und wenn dann eine bestimmte Konstellation von anderen Kollegen/Kolleginnen zusammenkommt, dann passiert es eben. In nahezu allen Fällen können Gemobbte überhaupt nichts dafür.
Das Problem ist nur, dass der/die Gemobbte manchmal dann in Panik gerät (absolut verständlich) - ging mir am Anfang auch so - und dann in einen Teufelskreis kommt und ggfs. auch selbst anders reagiert als sonst in gewohnter Umgebung.... dann nimmt das manchmal einen schlimmen Verlauf. Es hilft letztendlich nur eines: ruhig bleiben, ggfs. den Betriebsrat (wenn dieser seriös und neutral ist - leider oft nicht) und/oder Vorgesetzte oder eine andere Person des Vertrauens einschalten oder dann - wenn es gar nicht mehr geht, tatsächlich etwas anderes suchen.
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#5

Danke für die Antwort!!!
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#6

Mit diesem Thema befasse ich mich schon seit fast 20 Jahren und dem Beitrag Nr. 4 kann ich zu 100 % zustimmen, auch wenn er in einer vielleicht etwas schwieriger zu lesenden "Gendersprache" verfasst worden ist.
Tugenden wie Höflichkeit, Bescheidenheit, Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft werden heute mehr und mehr als Schwäche ausgelegt und in der Mehrzahl der Fälle werden gerade solche Leute häufig zum Mobbingopfer. Man mobbt nur den augenscheinlich "Schwachen" und niemals den "Starken". Wer stark ist, kann sich mit geballter Kraft wehren und dies kann für Mobber ziemlich unangenehm enden.
Ein weibliches Mobbingopfer erwähnte nur so nebenbei gegenüber ihren Vorgesetzten, dass ihr künftiger Schwiegervater Richter ist und mit dem Ministerpräsidenten über einige Ecken verwandt sei (Namensgleichheit). Noch am selben Tag hörte das Mobbing auf, sie wurde plötzlich auffallend zuvorkommend behandelt. Die Mobber bekamen plötzlich Angst. Nun,..... man sieht welch armselige Kreaturen diese Mobber doch sind.
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#7

von #4...zu #6 schön, dass es noch Leute gibt, die auch so denken, wobei eine Namensgleichheit in der Familie natürlich nichts mit persönlicher Stärke zu tun hat.. allerdings zeigt die beschriebene Reaktion sehr schön beispielhaft die leider häufigen charakterlichen Grundzüge bei Mobbern auf .... ich weiß was #6 meint Smile
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#8

Im ÖD kommt man gut klar, wenn man Entscheidungen der Führung unwidersprochen hinnimmt, keine echten neuen Ideen einbringt, immer freundlich und neutral zu allen Mitmenschen ist (keine privaten Dinge ausplaudern), seine Arbeit im Verborgenen macht und ein bisschen mit stöhnt, wie schwer alles ist, sodass niemand auf die Idee kommt, man wäre zu fleißig, man bloß keinen Vorgesetzten auf die Idee bringt, man könne an seinem oder ihrem Stuhl sägen. Dazu bitte keine auffälligen Meinungen und Ansichten äussern und vertreten und mehr so sein wie die Schweiz: neutral.

Unsichtbar machen hilft meistens ganz gut. Wenn man denn so als kleines Rad im Behördenapparat zufrieden sein kann und auch darüber hinwegsieht, dass es keine Wertschätzung gibt und keine Aufstiegsmöglichkeiten.

Wer sich wehrt, gilt nach so einem Vorfall als verbrannter MA, denn Außenstehende nehmen nur wahr, dass zwei Menschen sich gestritten haben und, das haben wir doch alle gelernt, immer beide Seiten an einem Konflikt beteiligt sind.

Eine gute Alternative ist, sich mobil zu melden bzw. sich intern versetzen zu lassen oder noch besser, sich intern weg zu bewerben.
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