Stufenentgelt durch Nachweise vorheriger Tätigkeit
#1
Hallo Liebes Forum,

ich habe eine Frage. Ich habe eine neue Mitarbeiterin, die Bereits 10 Jahre als Erzieherin arbeitet in verschiedenen Einrichtungen. Generell wurde sie nach jedem Wechsel normal weiter hoch gestuft und die Vorherige Tätigkeit angerechnet. Der jetzige Träger rechnet aber nur Zeiten an in denen sie mit der gleichen Altersgruppe von Kindern arbeitet wie sie es auch jetzt tut. Sodass nun wieder schlechter da steht. Ich weiß nicht was richtig ist und wie man der Personalabteilung gegenüber steht. Man persönlich findet es ungerecht, aber wenn es gesetzlich so wäre, dann ist es so. Wobei es dann natürlich komisch ist das sie früher immer aufgestiegen ist und nun nicht mehr. Arbeitgeber ist eine Kommunaler Arbeitgeber. Arbeitsort eine Ganztagsschule, in einer Grundschule als Nachmittagsbetreuung.

Fragen wäre:

- Was muss angerechnet werden ??
- Gelten Praktika´s oder ähnliches auch dazu ??
- Was wäre nun richtig ??

Vielen Dank für eure Hilfe

Zitieren
#2
mit welcher Altersgruppe die gearbeitet hat, ist vollkommen egal! ich sag ja, dass es so ist, dass man die Erfahrungsstufen nur noch zum Löhne drücken verwendet, der Begriff der Einschlägigkeit ist das Problem... als Erzieherin gearbeitet ist als Erzieherin gearbeitet - ihr geht zur Gewerkschaft und klärt das endgültig mal auf, dass das nicht angehen kann, das man, insbesondere auch bei Frauenberufen, STÄNDIG die Berufserfahrung aberkennt - es spielt überhaupt keine Rolle für die Einschlägigkeit, ob die Kinder 1-3 , 3-4 oder älter sind - sie hat eine Erzieherausbildung und dabei gelernt mit allen Altersgruppen zu arbeiten, sie hat 10 Jahre als Erzieherin bereits gearbeitet , in der Ausbildung lernt man den Umgang mit ALLEN Altersgruppen...

wer 10 jahre Berufserfahrung hat, hat 10 Jahre Berufserfahrung - und jetzt geht hin zur Gewerkschaft und sorgt dafür, dass das endgültig geklärt wird, denn es stehen die nächsten Tarifrunden an
Zitieren
#3
Es heißt nicht Berufserfahrung, sondern einschlägige Berufserfahrung, so dass es schon ein Unterschied ist, ob man mit Krippenkindern, Kindern, Schulkindern oder Jugendlichen zu tun gehabt hat. Wie soll ansonsten das Wort "einschlägig" zu bewerten sein.
Viel schlimmer finde ich es, dass wenn die einschlägige Berufserfahrung von 10 Jahren festgestellt wird, diese nicht angerechnet wird. Aber da müssen endlich mal die Tarifvertragsparteien um so ein Blödsinn streiten.
Zitieren
#4
Es geht auch nicht um die Ausbildung und das Erlernte, sondern um die Erfahrung! Du hast in Deinem Beruf "Erzieherin" gearbeitet, aber einschlägig im Jugendbereich. Du hast also keine Erfahrung mit der Arbeit mit Kindern. Ist doch logisch.
Zitieren
#5
Praktika sind keine Berufserfahrung sondern sind zum lernen.
Zitieren
#6
Wobei es in der Tat Praktika gibt, die bei der einschlägigen Berufserfahrung zu berücksichtigen sind. Es sind Praktika, die außerhalb der Ausbildung getätigt worden sind.
Zitieren
#7
Hallo, ich bin der Fragesteller.

Vielen Dank erstmal zu euren Antworten. Es ist in der Tat ein sehr schweres Thema, vorallem weil ich meiner Kollegin gerne weiterhelfen möchte, ich hab nichts zur Hand habe um zu argumentieren, da genau diese Punkte mit "einschlägiger" Berufserfahrung immer wieder angeführt werden. Es gibt Parallelen bei allen Altersgruppen der Betreuung wie z.B. den täglichen Ablauf gestalten, Regeln, Normen und Werte vermitteln usw. das ist nicht an ein Alter verknüpft. Einen Betriebsrat kann ich nicht hinzurufen, da es keinen gibt. Im Öffentlichen Dienst ist meines Wissens nur ein Personalrat zulässig aber diesen zu Gründen wurden schon einige Hindernisse bisher in den Weg gelegt.

Gibt es vielleicht ein Urteil vom Bundesarbeitsgericht, in dem man auf so etwas verweist ??
Zitieren
#8
(25.01.2017, 22:30)Gast schrieb: Wobei es in der Tat Praktika gibt, die bei der einschlägigen Berufserfahrung zu berücksichtigen sind. Es sind Praktika, die außerhalb der Ausbildung getätigt worden sind.

Muss man bei den Praktika´s irgendwas beachten ?? Gilt dort dann auch nur gleiche Altersgruppe oder gleicher Arbeitgeber ??
Zitieren
#9
(24.01.2017, 23:40)Gast schrieb: Es heißt nicht Berufserfahrung, sondern einschlägige Berufserfahrung, so dass es schon ein Unterschied ist, ob man mit Krippenkindern, Kindern, Schulkindern oder Jugendlichen zu tun gehabt hat. Wie soll ansonsten das Wort "einschlägig" zu bewerten sein.
Viel schlimmer finde ich es, dass wenn die einschlägige Berufserfahrung von 10 Jahren festgestellt wird, diese nicht angerechnet wird. Aber da müssen endlich mal die Tarifvertragsparteien um so ein Blödsinn streiten.

Wenn das ein Unterschied wäre, so wären es auch verschiedene Berufe, dannn könnte man das ja auch aufsplitten, einen Beruf Erzieherin für Jugendliche, einen Beruf Krippenerziehung und einen Beruf Kindergartenerzieherin....

es ist aber EIN Beruf, die Ausbildung dazu deckt alle Altersgruppen ab, sogar Umgang mit pychisch Kranken und Behinderten. Aber zugegeben, man selbst ist verwöhnt durch den alten BAT, da gab es noch Altersstufungen und man durfte Berufserfahrung gar nicht mit "Einschlägigkeit" belegen, sondern die Altersstufen wurden einfach weitergeführt, da das als Lebensberufserfahrung gegolten hat.... somit hat sich für Arbeitnehmer, wie so oft in Deutschland, etwas nur mal wieder verschlechtert.

heute höre ich oft, dass Erzieher und andere Berufsgruppen ihre Stellen gar nicht mehr wechseln, weil sie sich immer nur verschlechtern können! Volkswirtschaftlich ist die Fluktuation am Arbeitsmarkt damit bereits gesunken! Das hat auch eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung nachgewiesen, und das wohlgemerkt auch in sog. "Fachkräftemangelberufen", zu denen derzeit auch die Erzieherin gehört.

früher konnte man gar nicht an sog. "Einschlägigkeit" Berufserfahrung ab- oder anerkennen, hier wurde der Willkür auch Tür und Tor geöffnet, z.B. macht es auch kaum einen Unterschied, ob eine Verwaltungsfachangestellte Bauakten oder Umweltakten verwaltet z.B. die Unterschiede sind oft marginal.

sollte es so sein, dann taugt das Ausbildungssystem in Deutschland nicht, dann sollte man, damit Personen einschlägige Kenntnisse erhalten, z.B. Zusatzkurse anbieten, so dass man seine Kenntnisse immer anpassen kann und einschlägige Kenntnisse vorweisen kann. In der Realität kann sich selbst eine nahezu gleiche Stelle in einer Kita unterscheiden, selbst wenn es dieselbe Altersgruppe ist.
Zitieren
#10
Und noch einmal: Es handelt sich nicht um Ausbildung oder Kenntnisse, die man sich über Kurse erwirbt, sondern um Erfahrungen in der Tätigkeit!

Zitieren
Thema abonnieren | Forum abonnieren


[-]
Schnellantwort:
Nachricht
Geben Sie hier Ihre Antwort zum Beitrag ein.

Bestätigung
Bitte klicken Sie auf das Kontrollkästchen, das Sie unten sehen. Dies ist nötig, um automatisierte Spambots zu stoppen.
 Antworten (lang)  Neues Thema


Möglicherweise verwandte Themen...
  - Einstellung neue Tätigkeit ÖD
  - Besonders verantwortliche Tätigkeit
  - § 14 TvÖD höherwertige Tätigkeit, jetzt dauerhaft, Höhergruppierung



--



Facebook Twitter RSS

Kommunalrecht: Baden-Württemberg (BW) - Bayern (BY) - Berlin (BE) - Brandenburg (BB) - Bremen (HB) - Hamburg (HH) - Hessen (HE) - Mecklenburg-Vorpommern (MV) - Niedersachsen (NI, Nds.) - Nordrhein-Westfalen (NW, NRW) - Rheinland-Pfalz (RP, RLP) - Saarland (SL) - Sachsen (SN, Sa.) - Sachsen-Anhalt (ST) - Schleswig-Holstein (SH) - Thüringen (TH). TVöD: Bund / VKA.

Partner Links Hilfe Über uns Rechtliche Hinweise Datenschutz Software: MyBB / MyBB.de Impressum

Vlotho, © 2006 - 2017 KommunalForum.de, info@kommunalforum.de

Wechsel zur mobilen Version