Karriere Verwaltungsfachangestellter
#1
Hallo,

habe dieses Jahr erfolgreich meine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten (Kommunalverwaltung) abgeschlossen.

Überlege jetzt wie mein weiterer Karriereweg aussehen kann. Möchte schon gerne in der Verwaltung bleiben.

Würde deshalb gerne mal von den erfahrenen Kolleginnen / Kollegen hier wissen, wie deren Lebenslauf aussieht und die mir nicht vielleicht ein paar Tipps geben können...

Liebe Grüße
Steffi

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#2
Hallo,

erst mal Glückwunsch zur bestandenen Prüfung Smile

Grundsätzlich kannst du nach deiner Ausbildung den Angestelltenlehrgang 2 machen. Dieser befähigt dich dazu, Aufgaben im gehobenen Dienst (EG 9 bis EG 12) wahrzunehmen.

Allerdings ist es in vielen Verwaltungen so, dass mit dem Angestelltenlehrgang 2 meist bei der EG 9 Schluss ist. Die leitenden und bestbezahlten Funtionen übernehmen meist nur gehobene Beamte.

Wenn du aber sehr motiviert, fleißig und zielstrebig bist, kannst du auch (falls noch nicht vorhanden) dein Abitur nebenbei oder in Vollzeit nachholen und dich anschließend über den Laufbahntest für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst bewerben. Dafür musst du aber ein sehr gutes Abitur und eine sehr gute Eignungsprüfung ablegen.
Meist musst du dann auch in eine andere Stadt ziehen, weil du keine Angebote in der direkten Umgebung bekommst. Allerdings hättest du dann karrieremäßig auch die Möglichkeit irgendwann A13 zu erhalten.

Es gibt allerdings auch noch eine andere Möglichkeit. Wenn du deine Ausbildung zur Verwaltungsangestellten abgeschlossen hast und anschließend 3 Jahre Berufserfahrung hast, kannst du fachbezogen (je nach Bundesland auch an der Uni) studieren. Du kannst für das Studium (sofern du einen unbefristeten Vertrag hast) sogar Sonderurlaub beantragen. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, a es hierzu mittlerweile Urteile gibt.

Wenn du das nicht möchtest und dich an das geldverdienen gewöhnt hast, kannst du auch ein Fernstudium deiner Wahl beginnen.
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#3
Hallo,

zeige Motivation und Einsatz (auch mal am WE).

Mein Weg: Ausbildung mit Angestelltenprüfung 1, 10 Jahre später Angestelltenlehrgang 2, jetzt E11 und Leitungsposition. Wenn man den zweiten Angestelltenlehrgang natürlich nur mit Ach und Krach besteht, sieht es auch nicht unbedingt gut aus.

Wer natürlich pünktlich um 16.30 Uhr Feierabend macht, höchstens mal ´ne halbe Stunde länger arbeitet, am WE nie zum Arbeiten bereit ist, nur seinen eigenen Tätigkeitsbereich betrachtet bzw. keine ganzheitliche Betrachtung macht, sich nicht offen mit seiner Kommune identifiziert, nicht über den Tellerrand schaut, auch nach der Ausbildung in seiner privaten Zeit nie ein Fachbuch in die Hand nimmt, der hat eher schlechte Karten.

Gruß aus der Lüneburger Heide
Michael

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#4
Egal was du machst... Sieh zu, dass du so schnell wie möglich aus dem "mittleren Dienst" rauskommst. Auf welchem Wege auch immer. Egal ob AL2, Studium, gehobener DIenst etc...
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#5
Das ist in vielen Regionen aber schwer, da rauszukommen. An den meisten Unis kann man auch nur ohne Abitur studieren, wenn man schwere Aufnahmetests besteht, auf die man sich aber nur schlecht vorbereiten kann. Außerdem werden nur wenige über solche Sonderwege zugelassen.

Ich würde den mittleren Dienst nicht als Karriere bezeichnen wollen.

ich leb hier in einem Bundesland, wo der mD meistens keine Karriere macht, oder nur über extrem lange Umwege. Ist total abartig.

Es werden hier kaum alternative Stellen ausgeschrieben - hab versucht heil rauszukommen -- es gibt kaum Stellenausschreibungen für den Beruf, weil die meistens erstmal ihre eigenen Azubis irgendwo unterbringen. Man hängt faktisch fest. Ganz selten mal ist eine Stelle ausgeschrieben hier die besser bezahlt ist als E5 oder E6 -- ist total verflucht die Region.

mein einziger Ausweg war nachher Abitur nachzuholen (Abendschule - hat aber auch lange gedauert -- zu der Zeit gab es kein Fernstudium Verwaltung und noch kein Studium ohne Abitur) und dann noch studieren gehen. Alles dauert sehr lange und ich hab immer noch keine Aussicht auf eine bessere Stelle.

ich würde nie jemanden den mittleren Dienst empfehlen - das ist eine Sackgasse statt einer Karriere für 90% der Absolventen. Auch die mangelnde Anerkennung des Berufs find ich total schlimm.
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#6
Hi.

Zitat:Allerdings ist es in vielen Verwaltungen so, dass mit dem Angestelltenlehrgang 2 meist bei der EG 9 Schluss ist. Die leitenden und bestbezahlten Funtionen übernehmen meist nur gehobene Beamte.

Sehe ich anders und kenne ich in der Praxis auch anders. Klar, viele gute Positionen sind durch Beamte des gehobenen / höheren Dienstes besetzt, aber auch überwiegend weil das Überbleibsel aus alter Zeit sind. Wenn ich heute schaue wer alles in Führungspositionen wächst und die demnächst bekleiden wird, sehe ich den großen Vorteil nicht mehr bei den Beamten.

Davon abgesehen ist EG 9 der Einstieg mit dem A II. Jeder der sich für weniger verkauft oder sich mit AII in EG 9 am Ende sieht, sollte auch nicht mehr als EG 9 bekommen.

Zitat:Mein Weg: Ausbildung mit Angestelltenprüfung 1, 10 Jahre später Angestelltenlehrgang 2, jetzt E11 und Leitungsposition. Wenn man den zweiten Angestelltenlehrgang natürlich nur mit Ach und Krach besteht, sieht es auch nicht unbedingt gut aus.

10 Jahre bis zum AII, zu lang. Das muss und geht schneller Wink.

Zitat:ich würde nie jemanden den mittleren Dienst empfehlen - das ist eine Sackgasse statt einer Karriere für 90% der Absolventen. Auch die mangelnde Anerkennung des Berufs find ich total schlimm.

Es gibt genug Kollegen, für die ist der mD genau der richtige Weg. Nicht jeder ist ambitioniert Karriere zu machen. Zudem gibt es weitaus schlechtere Jobs, die weniger abwerfen. Außerdem, wer würde die Arbeit des mD machen, wenn es keine mDler mehr gäbe? Dann braucht es nämlich auch keine Mitarbeiter im gD und höher.

Was du brauchst ist neben der hier schon angesprochenen Einsatzbereitschaft auch Leute die hinter dir stehen. Ohne entsprechenden Rückhalt von Vorgesetzten kann man es nicht schaffen. Irgendwer muss mit deiner Arbeit zufrieden sein, damit es aufwärts geht.

Gruß
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#7
(12.08.2013, 08:56)Taschentuch schrieb: Hallo,

zeige Motivation und Einsatz (auch mal am WE).

Mein Weg: Ausbildung mit Angestelltenprüfung 1, 10 Jahre später Angestelltenlehrgang 2, jetzt E11 und Leitungsposition. Wenn man den zweiten Angestelltenlehrgang natürlich nur mit Ach und Krach besteht, sieht es auch nicht unbedingt gut aus.

Wer natürlich pünktlich um 16.30 Uhr Feierabend macht, höchstens mal ´ne halbe Stunde länger arbeitet, am WE nie zum Arbeiten bereit ist, nur seinen eigenen Tätigkeitsbereich betrachtet bzw. keine ganzheitliche Betrachtung macht, sich nicht offen mit seiner Kommune identifiziert, nicht über den Tellerrand schaut, auch nach der Ausbildung in seiner privaten Zeit nie ein Fachbuch in die Hand nimmt, der hat eher schlechte Karten.

Gruß aus der Lüneburger Heide
Michael

So ähnlich ist meine Karriere auch abgelaufen, abgesehen von der jetzigen Position. Ich hänge nämlich immer noch im mittleren Dienst, obwohl ich nicht mit Ach und Krach bestanden habe und immer bereit war, Überstunden zu schieben. Leider interessiert das nicht jeden Arbeitgeber, sondern dort zählt eher der Status, sprich bist du Beamter oder Beschäftigter.

A II ist aber auf jeden Fall eine solide Basis. Wenn du dann noch einen Arbeitgeber hast, der auch Beschäftigte über seine Alibipflichten hinaus fördert, bist du gut dran.
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#8
"wenn" - und "falls" ..... falls dich ein Vorgesetzter empfiehlt..... falls dich einer fördert..... und dann ist auch die Aussage falsch, dass jemand im mD "grundsätzlich" eine Fortbildung machen kann. Auch diese Aussage ist falsch.

eine Minderheit von vielleicht 10% kommt in die Angestelltenprüfung II rein -- in Bayern evtl mehr, in anderen Bundesländern weniger. DAfür kommt man in Bayern damit dann nur bis EG9 eventuell.

der mD ist kein attraktiver Beruf, nur über lange Umwege ist eine Art Karriere möglich. Da wo ich lebe, sind immer weniger Stellen für die ausgeschrieben, weil jede Kommune etc. erstmal die eigenen Azubis versorgt. Und wenn dann oft nur miese Stellen mit schlechter Bezahlung und langweiligen Aufgaben: in 10 Jahren vielleicht gibt es Behörden wo der mD nur noch folgende Aufgaben macht: kopieren, lochen, abheften, abstemplen.

Gute und interessante Stellen gehen dann nur noch an geh. Dienst. Bei manchen Landesverwaltungen und in Städten wie Berlin gibt es kaum noch mittleren Dienst!

in anderen Ländern gibt es den Beruf Verwaltung nur noch als Studium - was anderes haben die da nicht. Der mittlere Dienst ist anderswo ein 2jähriges Studium, der sich innerhalb eines Jahres zum Bachelor weiterbilden kann. In Dänemark und Schweden gibt es nur noch Bachelor und Master in der öffentlichen Verwaltung und dann macht der Karriere, der sich gut anstellt.
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#9
wer Abitur hat sollte sich nur für den gehobenen Dienst bewerben - auch das muss man immer wieder betonen. Das andere verschwendet nur Lebenszeit. In der Zeit machen andere dann Karriere und bekommen interessante Aufgaben statt Langeweile.
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#10
Hank sorry, das ist absoluter Käse... JEDER ist für seine Karriere und seinen Lebensweg selbst verantwortlich....

Bei mir wars so: 2000 - 2003 Ausbildung zur VFA-K, dann 2007 - 2009 AL II (2003 - 2006 war die Haushaltslage in meiner VG nicht sehr gut, also habe ich zurückgesteckt, da mir mein Arbeitgeber den AL II komplett finanziert hat), seit Mitte 2010 stellvertr. Leitung Bürgerbüro, momentan noch EG 9, Aussicht auf EG 11 in 1-3 Jahren, evtl. sogar den Geschäftsleiterposten ;-)
Es gibt in unserer Verwaltung einige die jammern, dass hier nur Männer weiterkommen und nur wenn man nen guten Stand beim Chef hat... Herrjeh, ja, wenn man immer querschießt und für das kleinste bisschen Leistung etwas erwartet, ja dann ist man wohl oft mit Jammern beschäftigt... Der Ruf des öD ist mir egal, ICH mache mir meinen eigenen Ruf...

Viele Grüße von snoopybay

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