E-Mail-Flut durch Vorgesetzten - was kann man dagegen tun?
#1
Hallo,

mein Vorgesetzter, dessen Büro neben meinem liegt, erschlägt mich mit Mails. Jedes Detail klärt er schriftlich und er will es auch so beantwortet haben.

Bis wann wird dies erledigt, warum ist jenes so und nicht anders, usw.

Ständig muss ich irgendwelche Arbeiten vorziehen und dann wundert er sich, dass anderes liegen bleibt.

Dazu werde ich von ihm systematisch überlastet. Mir wurde sukzessive die Arbeit übertragen, die zuvor von 3 Mitarbeitern erledigt wurde.

Ich habe zwischenzeitlich aufgegeben, noch sinnvolle Prioritäten zu erklären (z.B. gewisse Arbeiten gebündelt abzuarbeiten, da effektiver), er greift eh ständig ein.

Ich glaube er ist als Vorgesetzter überfordert und will sich irgendwie gegen alles und jeden absichern. Eine Art Kontrollwahn.

Das viele Antworten kostet mich viel Zeit, Kraft und Nerven. Mein Arbeitsbereich ist zu komplex und vielschichtig und auch zu wenig planbar, als dass man dies sinnvoll mit ein paar Sätzen per Mail (er-) klären könnte. Kommt eine eilige Sache rein, müssen eh andere Sachen zurück stehen, auch wenn der Vorgesetzte das vorher anders geplant hatte.

Was kann ich gegen diese ständigen Mails tun?

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#2
Hallo,

Wir hatten einen vergleichbaren Fall in unserer Dienststelle.

Macht dies dieser Vorgesetzte nur bei Ihnen oder auch bei anderen Mitarbeitern ?
Handelt es sich evtl. um einen noch sehr jungen Vorgesetzten und wie kommuniziert er mit seinen eigenen Vorgesetzten ? Auch nur über Mail ?

Wenn ein Vorgesetzter mit seinen Mitarbeitern über einen längeren Zeitraum ohne vernünftigen Grund das persönliche Gespräch scheut, sollten alle Alarmglocken läuten !
So fing es bei uns auch an, das Ende waren dann zuletzt Psychoterror und Frühverrentungen.
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#3
Vielen Dank für Ihre Antwort. Wir sind eine kleine Gemeinde und ein sehr kleines Amt, die Führungsspanne meines Vorgesetzten ist klein (unmittelbar nur 4 Kräfte). Auch die Ehepartnerin meines Vorgesetzten arbeitet in unserem Team.

Ich kann die Hinweise auf Psychoterror und Frühverrentungen usw. sehr gut nachvollziehen. Die vielen Mails stellen für mich - neben der systematischen Überlastung - auch eine große psychische Belastung dar.

Ich gehe davon aus, dass ich die einzige Person bin, die derart mit Mails geflutet wird, ich habe in unserem Amt aber auch eine etwas gehobene Stellung (nach TL höchst bezahlt, etc.).

Teils stellt er mir per Mail komplizierte rechtliche Fragen, zu denen ich kurzfristig auch per Mail Stellung nehmen soll (auch wenn ich wegen anderer Arbeiten eigentlich keine Zeit dafür habe). Er stellt mir diese Fragen, obwohl er sich diese zuvor bereits aus sicheren, mir unzugänglichen Quellen selbst beantwortet hat. Er wartet also nur auf Fehler, um mich dann zurechtweisen zu können. Das erkenne ich daran, dass er mir die richtige Lösung sofort präsentiert. Durch Zufälle habe ich gesehen, woher er diese Lösungen hatte (z.B. aus mir unzugänglichen Kommentaren).

Ich bin sicher, dass mein Vorgesetzter mich rausmobben will, damit eine andere von ihm geförderte Kollegin (macht auch gerade den Aufstieg) auf meine Stelle kommt. Er sammelt offensichtlich täglich irgendwelche EMail-"Beweise" gegen mich...
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#4
Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich doch da unsere Fälle ähneln. Fertigen Sie von jedem Mail Ihres Vorgesetzten einen Ausdruck (evtl., falls möglich auch von den zurückliegenden) und bewahren Sie diesen an einem sicheren Ort auf, vorzugsweise bei Ihnen daheim. Man könnte Ausdrucke später als Beweis hernehmen.
Prüfen Sie nach, ob Sie eine Berufsrechtsschutzversicherung haben, häufig sind diese bei Gewerkschaftsmitgliedschaften oder Berufsverbänden automatisch mit dabei. Führen Sie unbedingt ein "Mobbing-Tagebuch" und notieren Sie jeden Zwischenfall mit Datum, Uhrzeit, Ort und evtl. vorhandenen Zeugen. Sollte Ihre Gesundheit schon jetzt unter diesen Arbeitsbedingung leiden, so nehmen sie baldmöglichst Kontakt mit einem geeigneten Facharzt auf z.Bsp. Neurologe, Psychater, je früher, desto besser. Deswegen muss nicht unbedingt sofort eine Krankschreibung erfolgen. Auch wenn es schwer fallen sollte, versuchen Sie trotzdem so lange wie möglich durchzuhalten, schon alleine wegen der künftigen Rente - oder versuchen sie einen anderen Arbeitsplatz zu bekommen.

Mobbing hat sich bei uns im ÖD wie ein Krebsgeschwür ausgebreitet und ist zu einer richtigen Plage geworden. Es dient in erster Linie dem Personalabbau, zumal im ÖD die Arbeitsplätze oftmals so gut wie unkündbar sind. Ich selbst habe dieses Mobbing / Bossing 15 Jahre mitgemacht und es wurde am Ende dann unerträglich.

Unter vier Augen gab unser Chef später sogar selbst zu, dass er nur deswegen mobbt, weil er ansonsten den Personalüberhang nicht abbauen könne. Der Arbeitsplatz muss für den Gemobbten so unattraktiv werden, dass er früher oder später das Feld von selbst räumt.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft Icon_wink
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#5
Schaut mal:

#Unsitte #Führungskompetenz
#Mobbing
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#6
Emails einfach ignorieren und beantworten wenn man Zeit dafür hat oder gar nicht.

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