Vorstellungsgepräch Jobcenter: Wie vorbereiten? Was wissen müssen?
#1
Hallo,

ich hoffe, dass ich hier bitte entsprechende Antworten erhalte. Leider habe ich kein entsprechendes Forum für die Arbeitsagentur/das Jobcenter gefunden.

Ich hatte mich auf eine ausgeschriebene Stelle bei einem Jobcenter beworben.

"Fachassistent für die Leistungewährung nach SGB II"

"Das Jobcenter sucht ab 01.09.2018 einen motivierten Fachassistent für die Leistungsgewährung im Bereich SGB II

Stellenbeschreibung:

- Antragsannahme, -bearbeitung, Entscheidung und Zahlbarmachung
passiver Leistungen nach dem SGB II mit mittlerem Schwierigkeitsgrad (insbes. Fortzahlungsanträge)
- die Beratung zu passiven Leistungen nach SGB II
- Zusammenarbeit mit Dritten (z.B. anderen Leistungsträgern)
- Bestandsarbeiten

Unser Anforderungsprofil:

- eine abgeschlossene Berufsausbildung (i.d.R. Fachangestellter für Arbeitsförderung/Arbeitsmarktdienstleistungen) oder vergleichbares Profil (z.B. Verwaltungsfachangestellter)
- möglichst Grundkenntnisse zum Sozialgesetzbuch SGB II
- Engagement und die Bereitschaft zur Aneignung der erforderlichen Fachkenntnisse
- Fundierte Kenntnisse in der Büroorganisation und im Umgang mit MSOffice sowie relevanter IT-Fachanwendungen
- Freude an der Arbeit in einem Team.
- hohe Kundenorientierung und freundliches Auftreten"

Jetzt habe ich heute eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch gleich nächsten Montag erhalten.

Da ich schwerbehindert bin und das Anforderungsprofil zu 100 % erfülle, hoffe ich, dass das kein Vorstellungsgespräch sein wird, dass der öffentliche Arbeitgeber führen muss.

Grundkenntniisse in SGB II sind allerdings keine vorhanden. Natürlich bin ich engagiert und bereit mir diese erforderlichen Fachkenntnisse schnellstmöglich anzueignen.

Da das Vorstellungsgespräch jetzt so kurz vor der Tür steht, möchte ich wissen, worauf ich mich bei dem Vorstellungsgespräch auf jeden Fall einstellen muss. Welche Fragen werden bei einem Jobcenter auf jeden Fall gefragt?

Besonders interessiert mich natürlich das SGB II. Allerdings 80 Paragraphen in sechs Tagen auswendig zu lernen, wird wohl nicht klappen und wäre wohl auch nicht sinnvoll. Was nutzt mir, was in den Paragraphen steht, wenn ich nicht weiß, wie diese anzuwenden sind? Welche diesbzgl. Fragen werden aber auf jeden Fall gestellt?

Berufserfahrung, wenn auch in anderen Behörden, in der Antragsstellung habe ich. Auch damals bin ich ohne irgendeine entsprechende Vorkenntnis der Gesetzesgrundlagen eingestellt worden. Allerdings hängt jetzt noch mehr davon ab, einen, also genau diesen, Job zu bekommen (Familie, Haus, Hof ...), daher bin ich einerseits umso motivierter, andererseits aber auch umso nervöser.

Ich befinde mich aktuell in einer sachgrundlosen befristeten Anstellung für zwei Jahre. Die zwei Jahre laufen Ende des Jahres aus. Aktuell ist weder eine Sachgrundbefristung danach geschweige denn eine Unbefristung in Aussicht. Grundsätzlich ist es möglich, mit dem aktuellen Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag abzuschließen, sodass ich auch schnellstmöglich, also z. B. ab dem 01.09. beim Jobcenter anfangen könnte.

Ich denke auch daran, dem Jobcenter anzubieten, dass ich i. R. eines sog. Einfühlungsverhältnisses mal ein paar Stunden oder einen Tag "reinschnuppern" kann, ohne aber selbst natürlich zu arbeiten (§ 2 Abs.1 Nr. 3 SGB VII), somit hat das Jobcenter auch keine evtl. Probleme mit der SV etc. pp. Einfach um entsprechendes Interesse zu zeigen. Entsprechende potentielle Vorgesetzte und, oder potentielle KollegInnen würden sicherlich schnell merken, ob ich passen würde oder nicht, denke ich.

Was meint ihr?

Was sollte ich für ein Vorstellungsgespräch bei einem Jobcenter auf jeden Fall wissen, besonders in Bezug auf SGB II?

Danke vorab.

Viele Grüße
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#2
Hallo,

erst einmal solltest du dich mit der Organisationsstruktur des Jobcenters bei dem du dich bewirbst auseinandersetzen.
Handelt es sich um eine gemeinsame Einrichtung, sprich Bundesagentur für Arbeit und Kommune sind Leistungsträger oder handelt es sich um ein Optionsmodell. Hier hat die alleine Trägerschaft der Landkreis oder die jeweilige kreisfreie Stadt. Sollte der Landkreis Träger sein, wird dieser die Aufgaben durch eine Heranziehungssatzung an die kreisangehörigen Städte übertragen.

Dann solltest du wissen, was mit Zusammenarbeit mit möglichen Dritten gemeint ist. I. d. R. Familienkasse, Krankenkasse, Rentenversicherungsträger, Anfragen bei Arbeitgebern etc.

Weiter ist es nicht verkehrt zu wissen wie sich die Leistungen nach dem SGB II zusammensetzen - Bedarfe für die Unterkunft - eventuelle Mehrbedarfe (Schwangerschaft, dezentrale Wasseraufbereitung) und Regelbedarfe für den Lebensunterhalt.

Ein wichtiger Punkt ist der Umgang mit Bürgern, wie verhältst du dich gegenüber aufgebrachten Bürgern aber auch bei teaminternen Konflikten mit Kollegen.
Auf jeden Fall solltest du den Grundsatz des SGB II "Fördern und Fordern" erklären können (§2 SGB II).
Vlt. noch gut zu wissen, was ist eine Bedarfsgemeinschaft (BG) und wie setzt sich eine BG zusammen (§ 7 Abs. 3 SGB II).

Wünsche viel Erfolg.
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#3
Danke.
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