Vom VfA zu EG 14 oder 15
#21
Den letzten drei Beiträgen kann ich nur zustimmen :-)

Ich hatte selbst auch keinen Plan, wenig Motivation und irgendwie auch nicht fix genug im Kopf. Gut, dass sich der Mensch grundsätzlich ja weiterentwickelt. Natürlich gehört auch Glück und eine entsprechende Tätigkeit dazu. Aber wenn man nach der Ausbildung nur an Eintagesfortbildungen teilnimmt, nie in der privaten Zeit ein Fachbuch zur Hand nimmt und immer pünktlich um 16.30 Uhr nach Hause geht und am WE nie eigeninitativ Überstunden leistet, dann sind es schon die eher schlechten Voraussetzungen für eine Karriere im ÖD.

Gruß aus der Lüneburger Heide
Michael
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#22
ich seh das eher so, dass man kaum Karriere im ÖD machen kann, wenn man mD ist. Im Endeffekt erinnert mich der ÖD irgendwie an das indische Kastenwesen - man kommt in einigen Regionen nie aus der Kaste raus, in der man mal eingruppiert war.

z.B. kann es einem passieren das man AL II macht oder studiert und dann dennoch nie eine bessere Stelle bekommt, oder erst nach langer Zeit. Ein Aufstieg ist so doch nur über Umwege möglich oder wegbewerben.

Deshalb sollte man mit Abitur oder FHR sich immer nur direkt für den geh.D. bewerben. Für mich fängt Karriere mit Aufstiegschancen und interessanten Tätigkeiten erst ab geh.D. an. Die anderen zählen als Mitarbeiter kaum und werden schlecht behandelt. Deren Weiterentwicklung ist faktisch egal.

man muss ja auch immer genug Idioten für die schlechten und langweiligen Stellen finden - das ist der Hintergrund.
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#23
Natürlich kann es passieren, dass man den AII macht oder studiert und dann passiert nichts und man bekommt keine passende Stelle. Aber woran wird das liegen?

An der Person selbst. Man kann nicht erwarten, dass die Leute dann alle auf einen zukommen und sagen "Hey, du hast den AII oder du bist ein studierter, komm ich schieb dich mal ganz nach oben". Wenn du was willst, dann tu was dafür und wenn es dir nicht gegeben wird, dann musst du es dir woanders holen. Das heißt auch, dass man eventuell mal den Arbeitgeber wechseln und sich auf andere, höherwertige Tätigkeiten bewerben muss. Dafür fehlt vielen aber der Mut und die denken, mein aktueller Arbeitgeber, der muss mir Chancen geben.

Gruß
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#24
also meiner Meinung nach hat man sich seit dem 19. Jahrhundert hier nichts modernisiert. Das baut ja alles auf dem mehrgliedrigen Schulsystem in DE auf und das ist von vorvorgestern.

und ich sag mal ganz ehrlich: wer mal ein bisschen die Bildungssysteme vergleicht mit anderen Ländern, der wird feststellen, dass es überall anderswo üblich ist, dass jeder Auszubildende schulisch seinen Bildungsabschluss mit Ausbildung verbessert.

meiner Meinung nach müsste man Realschülern und Hauptschülern immer anbieten, parallel die Fachhochschulreife mitzubekommen bei zusätzlicher Fächerwahl.

Grund Nr. 1: weil das einfach international üblich ist, dass man eine Sekundarstufe II, wozu auch die Ausbildung gehört mit einer Studienberechtigung verlässt und dort Allgemeinbildung mit drin ist. In manchen Bundesländern hat man ja eh noch allgemeinbildende Anteile enthalten (nicht in allen).

Grund Nr. 2: es wurde und wird oft über Bedarf ausgebildet, werden diese Schüler/innen dann arbeitslos und finden dann nichts, dann haben sie erstmal keine Weiterbildungsmöglichkeit und hängen fest. Die ARGE zahlt aber kaum Umschulungen länger als 3 Jahre - erstmal sitzt man in dann in einer Sackgasse. Die müssen sich doch neu orientieren können!

Grund Nr 3.: gerade wenn man über Bedarf ausbildet, z.B. aus "sozialen Gründen, weil Ausbildungsplätze fehlten, hätte ich ein Interesse daran haben müssen" -- es ist nämlich viel umständlicher für diese Schüler, dann wieder in eine Schule einzusteigen etc. Und oft sind die Azubis doch noch jung, zumindest war Ausbildung immer für jüngere gedacht

Grund Nr. 4: zeitlich wäre es LOCKER möglich gewesen, dies mit unterzubringen mit einigen zusätzlichen Fächern. Bei der Bundeswehr ist das schon Standard, dass man zumindest die Fachhochschulreife mitbekommt, was Umwege vermeidet.

man kann ein Bildungssystem auch mit Absicht komplizierter machen. Die Bundeswehr schafft das komischerweise. Das verlängert doch sonst den "Arbeiterkindern" nur die Bildungswege.
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#25
(02.02.2013, 07:20)Gast schrieb: also meiner Meinung nach hat man sich seit dem 19. Jahrhundert hier nichts modernisiert. Das baut ja alles auf dem mehrgliedrigen Schulsystem in DE auf und das ist von vorvorgestern.

und ich sag mal ganz ehrlich: wer mal en bisschen die Bildungssysteme vergleich mit anderen Ländern, der wird feststellen, dass es überall anderswo üblich ist, dass jeder Auszubildende schulisch seinen Bildungsabschluss mit Ausbildung verbessert.

meiner Meinung nach müsste man Realschülern und Hauptschülern immer anbieten parallel die Fachhochschulreife mit zu bekommen bei zusätzlicher Fächerwahl.

Grund Nr. 1: weil das einfach international üblich ist, dass man eine Sekundarstufe II, wozu auch die Ausbildung gehört mit einer Studienberechtigung verlässt und dort Allgemeinbildung mit drin ist. In manchen Bundesländern hat man ja eh noch allgemeinbildende Anteile enthalten (nicht in allen).

Grund Nr. 2: es wurde und wird oft über Bedarf ausgebildet, werden diese Schüler/innen dann arbeitslos und finden dann nichts, dann haben sie erstmal keine Weiterbildungsmöglichkeit und hängen fest. Die ARGE zahlt aber kaum Umschulungen länger als 3 Jahre - erstmal sitzt man in dann in einer Sackgasse. Die müssen sich doch neu orientieren können!

Grund Nr 3.: gerade wenn man über Bedarf ausbildet, z.B. aus "sozialen Gründen, weil Ausbildungsplätze fehlten, hätte ich ein Interesse daran haben müssen" -- es ist nämlich viel umständlicher für diese SChüler, dann wieder in eine Schule einzusteigen etc. Und oft sind die Azubis doch noch jung, zumindest war Ausbildung immer für jüngere gedacht

Grund Nr. 4: zeitlich wäre es LOCKER möglich gewesen, dies mit unterzubringen mit einigen zusätzlichen Fächern. Bei der Bundeswehr ist das schon Standard, dass man zumindest die Fachhochschulreife mitbekommt, was Umwege vermeidet.

man kann ein Bildungssystem auch mit Absicht komplizierter machen. Die Bundeswehr schafft das komischerweise. Das verlängert doch sonst den "Arbeiterkindern" nur die Bildungswege.

Moin,

das hat jetzt was mit dem Thema zu tun? EG 14/15 erfordern mehr als den ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss (Bachelor u.Ä.)...

Grüße
1887
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#26
Natürlich hat das etwas damit zu tun.

Denn ohne weiteren Schulabschluss gibt es in DE auch keine Möglichkeit weiter aufzusteigen. Wenn man schon über Bedarf oft direkt für Arbeitslosigkeit ausbildet, dann muss man wenigstens die Weiterbildungsmöglichkeiten flexibel halten, z.B. durch einen weiteren Schulabschluss, was die Bundeswehr auch macht.

Wenn man dort seine Ausbildung mit Fachhochschulreife gleichzeitig abschießt können Interessierte unverzüglich bei Interesse studieren gehen an Fachhochschulen.

Das hat sehr wohl etwas mit Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und damit mit dem Thema zu tun!
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#27
Moin,

es ist allerdings nicht korrekt was Du schreibst.

Zitat:Denn ohne weiteren Schulabschluss gibt es in DE auch keine Möglichkeit weiter aufzusteigen.

Mit Ausbildung und einschlägiger Berufserfahrung hat man den Zugang zum ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss. Dieser ist fachlich zwar meist gebunden, den Master kann man allerdings inzwischen relativ frei absolvieren.

Zitat:Wenn man schon über Bedarf oft direkt für Arbeitslosigkeit ausbildet, dann muss man wenigstens die Weiterbildungsmöglichkeiten flexibel halten, z.B. durch einen weiteren Schulabschluss, was die Bundeswehr auch macht.

Wenn wir über die Ausbildungen zum VfA/A I und A II schreiben, sehe ich nicht, dass für die Arbeitslosigkeit ausgebildet wird. Unsere Stellen mit Voraussetzung A II können wir inzwischen nicht mehr alle Anforderungsgerecht besetzen. A I und A II ermöglichen den ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss und anschließend auch den Master.

Grüße
1887
Da fehlte noch der Link zu den Hochschulzugängen in den einzelnen Bundesländern ohne schulische Zugangsberechtigung...

http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentl...ierter.pdf
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#28
1. Haben viele Unis gar kein Kontigent für diese Studenten - auf dem Papier mag das so sein, in der Realität wird es oft kaum umgesetzt. Vorrang haben klassische Studenten.
2. Die jahrelange erforderliche Berufstätigkeit frisst ZEIT!! Anderswo in anderen Ländern dürfen die als Sekundarstufen II Absolventen gleich studieren - ohne jahrelang zu arbeiten und zwar was sie wollen. Tatsache!

Das kostet deren Zeit -- wenn die direkt nach Ausbildung arbeitslos werden, können die nie ihre Berufserfahrung sammeln, folglich nicht alternativ studieren.

Die hängen dann fest, das sagte ich schon. Ich halte von dieser Ausbildung sowieso nichts mehr - grottenschlecht gemacht!
Deshalb plädiere ich für den weiteren Schulabschluss, damit sie sich bei Arbeitslosigkeit neu orientieren können anstatt wieder in eine Schule zu müssen, es wird oft immer noch über Bedarf ausgebildet.
Sonst sind die erstmal arbeitslos, von wegen Berufserfahrung sammeln.
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#29
Reales Beispiel aus der aktuellen Presse:

http://www.wz-newsline.de/lokales/kreis-...-1.1282988
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#30
das ist aber nicht überall so. In vielen Gegenden sind die Aufstiegschancen besch......

und früher ging das ohne Abitur viel leichter, die waren mal besser für die. Ein Bekannter von mir durfte in den 1970ern ohne Abitur in die Beamtenlaufbahn gehobener dienst, heute gibts nur AL 2 und da kommt auch nicht jeder rein.

Zu meiner Zeit wurde über den Bedarf ausgebildet.

Ich nehm mal mich als Bsp.: wenn man mir einen weiteren Schulabschluss gleich mitgegeben hätte, nämlich die Fachhochschulreife, dann hätte ich für meine persönliche Weiterbildung (ich studier gerade) circa 5 Jahre Umweg über den 2. Bildungsweg gespart. Ich musste extra umziehen in eine Stadt mit Abendgymnasium, die andere Zeitverzögerung ergab sich aus der Tatsache, dass ich nur befristete Verträge hatte und die Arbeitszeit nicht reduzieren konnte, um nebenbei eine Schule zu besuchen.

Hätte ich einen Schulabschluss mitbekommen, hätte man sich ganz schnell gleich weiterbilden können. Das ist meine Lebenszeit gewesen. Man hat überhaupt kein Recht darauf Leuten Weiterbildungsmöglichkeiten nur auf Gutdünken zu ermöglichen.

und in vielen Gegenden wird immer noch über Bedarf ausgebildet oder nur befristet eingestellt. Da wäre es nur fair, denen gleich ne Alternative für Umschulung, Weiterbildung und ähnliches mitzugeben. Das verlängert nur unnötig Bildungwege und es gibt nicht überall Abendschulen.

in vielen Nachbarländern hätt ich das nicht gemusst, da bekommt man die Studienberechtigung gleich mit. So einfach ist das.
eine Bekannte von mir arbeitet mit ihrer Ausbildung immer noch im Minijob, mehr hat sie nicht damit bekommen.
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