Versetzung
#1
Hallo!

Wir sind ein Staatliches Museum in Bayern. Einer unserer Beschäftigten (Arbeitnehmer, kein Beamter) soll in ein anderes staatliches Museum versetzt werden. Offensichtlicher Grund der Versetzung ist, dass die Direktion und auch einige andere Kollegen mit der charakterlich manchmal etwas schwierigen Person seit langem nicht zurechtkommen, was immer wieder zu interner Unruhe geführt hat.

Als offizieller Grund der Versetzung wurde dem Personalrat mitgeteilt, dass die Direktion den auf E8 dotierten Arbeitsplatz der Person nicht mehr benötigt, er aber in dem anderen Museum dringend erforderlich ist. Der Arbeitsplatz bei uns soll später in eine weitaus niedrigere dotierte Stelle mit anderen Aufgaben umgewandelt werden.

Nach Prüfung der Gesetzlage können wir als Personalrat keinen Grund finden, die Versetzung abzulehnen, selbst wenn der Betroffene diese ablehnt. Wir wurden vorab informiert, der dienstliche Grund erscheint nachvollziehbar, die neue Stelle hat die gleiche Dotierung.

Meine Frage wäre:
Ändert es die Sachlage, wenn die betroffene Person die Versetzung aus dem Grund ablehnt, dass sie das Motiv für die Versetzung anzweifelt und als wahres Motiv das schlechte Verhältnis zur Direktion oder zu anderen Mitarbeitern vermutet? Der Betroffene hat angedeutet das er sich "rausgemobbt" fühlt.

Als Personalrat fühlen wir uns etwas in der Zwickmühle, da die betroffene Person tatsächlich seit langem den Betriebsfrieden stört. Andererseits möchten wir uns natürlich korrekt für sie einsetzen.

Vielen Dank!

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#2
Das hört sich sehr scheinheilig an, nein es ist leider scheinheilig. Spricht mit offenen Karten. Sagen Sie der Person direkt ins Gesicht, dass die anderen Kollegen mit ihr nicht klar kommen und sie daraus resultieren, dass die Masse gewinnt und sie als einzelner gehen muss. Wer will schon in einer Firma arbeiten, die rausgemobbt wird. Denn für mich als Ausstehender wirkt dies genauso. Es sind also einige Personen,die mit der Person nicht klar kommen und nicht alle. Also, wenn das ein zweites Mal vorkommen sollte bei ihnen, dann lag es nicht an dem einen Kollegen, sondern an mehreren Kollegen. Hauptsache die Person erledigt ihre Aufgaben sorgfälltig, wie der Charakter ist sollte meiner Meinung nach irrelevant sein. Jeder Mensch hat andere Sichten. Ich hoffe der Person geht es in ihrer neuen Stelle besser als bei Ihnen. Schönen Tag noch.
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#3
Ich verstehe Ihren Standpunkt, tatsächlich wirkt mein Beitrag von außen gesehen etwas scheinheilig. Ich denke aber nicht, dass man uns das vorwerfen kann. Ich bin auch völlig Ihrer Meinung, dass es eben nicht auf den Charakter einer Person ankommen sollte. Das richtigere (normale?) Vorgehen der Direktion wäre wohl gewesen, Arbeitsverweigerung und verbale Unverschämtheiten dieser Person (das meinte ich mit dem zugegeben zu schwammig formulierten "schwierigem Charakter") mit Abmahnungen usw. zu bestrafen. Hat er aber nicht, er versetzt sie nun aus vorgeblich anderen Gründen. Und darauf bezog sich auch meine Frage, da wir dem eben nicht gleich blind zustimmen wollen, egal wie viele wie darüber denken. Wenn uns die Person wurscht wäre hätte ich hier nicht geschrieben.
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#4
Besprechen Sie dies einfach mit der zu betreffenden Person. Bei meiner Schwester in der Firma gibt es auch eine Person, die "schwierig" ist. Man hat mit ihr gemeinsam geredet. Manchmal muss man den Grund erfahren, da ist was tiefliegenderes. Eine Person verhält sich nicht ohne Grund so. Bei meiner Schwester war es so, dass die Person sich selbst hässlich fühlt und Existensängste besitzt. Sie hat sich gegenüber den Auszubildenen wie ein Biest verhalten und viele waren eingeschüchtert. Aber nach dem zweistündigen Gespräch wurde alles klarer. Es gibt immer für Fehlverhalten einen Grund und die Person wird nichts daraus lernen, wenn Ihr nicht mit offenen Karten spielt. Ich sagte ja, als Außenstehender. Ich möchte Ihnen aber auch keine ungemütlichen Gedanken geben. Daher sage ich, Sie könnten ja in einem kleinen Kreis erstmal mit der Person sprechen. Aber wenn Sie die Person so gut einschätzen können, dann stimmen Sie einfach für die Versetzung. Keiner in diesem Forum kennt die Situation, nur Sie und die Beteiligten. Ihr Verhalten geht ja auch auf Ihre Psyche. Meine Worte zuvor klangen wahrscheinlich harsch. Ich möchte nicht, dass Sie denken, Sie wären in meinen Augen ein Buhmann, ich glaube einfach Sie machen sich mehr Sorgen um einen Menschen als ihr Kollegium und Sie können nicht jeden vor unangenehmen Situationen retten, nicht alles liegt nunmal in unserer Hand.
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#5
Danke, das werden wir sicher tun. Wir haben auch schon einige solcher Gespräche hinter uns und sicher gibt es da noch andere Hintergründe die wir nicht kennen, aber nun ist die Versetzung halt schon am Laufen. Das führt mich zu der Frage wie schnell so etwas umgesetzt werden kann, wir haben nichts darüber gefunden. Gibt es da Fristen?
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#6
Hallo,
da die Versetzung rechtens erscheint (Direktionsrecht) habt ihr ja wenig Möglichkeiten gegen diese Maßnahme zu sein.
Außer evtl. nach Art. 75 Abs. 2 Nr. 2.
Ich würde ein Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen um herauszufinden ob das Problem nicht anderweitig gelöst werden kann. Wenn sie wirklich so ist, wird das Problem bei einer Versetzung ja nur verschoben.
Weis die betroffene Person, dass sie versetzt werden soll?
Ich geb da meinem Vorredner recht, dass mit allen geredet werden sollte und der betroffenen Person auch die Gelegenheit gegeben wird, sich zu bessern sofern es nur an ihr gelegen ist.

Meines Wissens gibt es für Versetzungen keine Fristen.
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#7
Ja, die Person weiß inzwischen, dass sie versetzt werden soll. In einem Gespräch mit dem Personalrat hat sich nun ergeben, dass sie dem Dienststellenwechsel auch nicht abgeneigt ist, egal welche Motivation ihrer Meinung nach dahinter steckt. Das vereinfacht die Sache natürlich für alle Beteiligten. Ich danke für Eure Antworten "von außerhalb".

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