Systematische Leistungsbewertung für Beschäftigte nach TVöD
#1
Hallo,

ich komme aus einem kleinen Bauhof mit 7 Mitarbeitern im Münchner Umland. Diese Woche haben wir das erste mal eine Leistungsbewertung bekommen.
Nach ein wenig "Schweigen" kommt langsam zum Vorschein, dass jeder von uns mit seiner Bewertung sehr unzufrieden ist.

Mir und bestimmt auch den Anderen geht es bestimmt nicht um das Geld dieser Ausschüttung, aber wenn die Bewertung ein Fremder oder gar jemand liest, bei dem man sich bewirbt ......... .
Gar nicht auszudenken.
Ich lese daraus z.B. meine Unzuverlässigkeit, Unpünktlichkeit, usw.

Was ja bestimmt große Stärken von mir sind, gerade im Winterdienst.

Wie gesagt, wir verstehen es nicht. Haben aber auch noch nicht darüber mit unserem Leiter gesprochen.
Meine größte Angst ist eben, dass diese Bewertung bei einer evtl. neuen Bewerbung eine Rolle spielt. Dann wäre es sehr schade wegen dieses Schmarrns abgelehnt zu werden.

Gruss, trisonic

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#2
Dieser Trend ist wohl überall im öffentlichen Dienst zu verzeichnen. Es wird bei den Mitarbeitern gekürzt. Ist also Mode. Da hilft nur auf die nächste Wahl zu hoffen. Und letztendlich liegt es nur einem Thema:

Steuern (Einahmen)

Hierzu darf man einen Kabarettisten zitieren: Steuern brauchen nicht erhöht werden, Steuern müssen bezahlt werden.

Aber solange die Leute nicht auf die Straße gehen, solange wird sich wohl auch nichts ändern.
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#3
Sad 
Hallo zusammen,
schlechtere Leistungsbewertung, Nichtachtung der Arbeitsleistung, Ignoranz gegenüber untergeordneten Personen, Bevorzugung von netten, hübschen, angepassten Personen, unabhängig von deren Leistung, sind übliche Erscheinungen in Verwaltungen. Das liegt u.a. daran, dass es "in den höheren Etagen nicht genügend Stellen gibt, um Personen, die so mit Mitarbeitern umgehen, umsetzen zu können" sagte der Personalchef einer großen Stadt. P033
Dagegen auf die Straße gehen? Es gibt viele Leute auf der Straße. Sehen sie in deren Gesichter. Icon_mad Wird so die Welt verbessert?
Auf die nächsten Wahlen warten? Sehen sie sich die Anzahl der Parteimitglieder an, aus deren Mitte sich eine Führungsrige bildet, aus deren Mitte Personen gewählt werden, die als Kandidaten in die Parlamente gehen, dann vor der Flut der Anträge und Aufgaben ersticken und sich auf die Fachleute verlassen müssen, die wiederum sich von Fachleuten beraten lassen (Lobbyisten). Das ist dann das Ergebnis der Wahl. Wollen wir so die Welt verbessern? O030
Mein Fazit: außerhalb der Parlamente, parteilos, nur dem GG verpflichtet, sich zu engagieren. Als Apo im konstruktiven Sinn sich mit den Bürgern zu Sachfragen, Erkenntnissen, Erfahrung und der Wertschätzung eines jeden sich in die Politik einmischen. Da hat man wenigsten an einigen Stellen gelegentlich Erfolgserfahrungen.
Gruß
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#4
Eine Beurteilung hat nichts mit einem Zeugnis zu tun, mit dem man sich bewirbt. Letzteres muß ja immer wohlwollend sein, eine Beurteilung nicht.
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#5
Auch wenn diese Bewertung offiziell nicht für jeden einsehbar ist,..............

Ich befürchte z.B. falls ich mich bei einem anderen Bauhof bewerben möchte: Unsere Personaltante liest dann meine Bewertung und bekommt einen natürlich ganz tollen Eindruck von mir, obwohl wir uns kaum kennen. Jetzt erkundigt sich der zuständige Bauhofsleiter der anderen Gemeinde bei eben genau dieser Personaltante ...

Das klingt sicherlich weit hergeholt, aber mich ärgert es doch sehr.

Ich habe selbst mitbekommen wie unser Leiter sich bei anderen Gemeinden über deren Mitarbeiter erkundigt hat.

Gruss, trisonic
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#6
Du kannst immer eine Gegendarstellung zur Beurteilung machen, wenn Du nicht einverstanden bist.
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#7
Wie schaut es denn mit dem Personalrat aus? Vielleicht kann der ja weiterhelfen. Insbesondere, da Du ja nicht der Einzige bist, der mit der Beurteilung nicht einverstanden ist. Wenn es so ziemlich alle betrifft, die vom gleichen Vorgesetzten beurteilt wurden, dann scheint doch bei dessen Beurteilungsverhalten etwas nicht zu stimmen.
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#8
Das dürfte ein generelles Problem vieler solcher Beurteilungssysteme sein. Sie basieren i.W. auf Wirtschaftsesoterik und Quacksalberei.

Ein brauchbares Beurteilungssystem sollte (mindestens) drei Komponenten aufweisen: Einen klar gefassten und messbaren Begriff, was man betrieblich unter „Leistung“ versteht. Eine Metrik zu dessen Messung sowie einen Revisionsmechanismus, um Messfehler aus falscher Anwendung des Systems nachträglich korrigieren zu können.

Die wenigsten Beurteilungssysteme entsprechen diesen Standards. Daher sind die so zustandegekommenen „Beurteilungen“ auch eher Spökenkiekerei als verlässliche Aussagen über das Leistungsvermögen und das Entwicklungspotential der Mitarbeiter.

Was dagegen tun?

Innerbetrieblich gegen Quacksalberei bei den Beurteilungen argumentieren. Personalräte, Vertrauensleute u.a. mit einbinden. Anhand der Fachliteratur Kriterien guter Beurteilungssysteme erarbeiten und diese offensiv einfordern.

Öffentlich in Lokalblättern, Blogs und Websites Leserbriefe und Posts platzieren, in denen die Frage aufgeworfen wird, ob eine Verwaltung im 21. Jahrhundert bei der Bewirtschaftung ihrer wichtigsten Ressource immer noch mit Methoden arbeiten kann, die eher „Scientology“ als „Science“ sind.
Gibt es eigentlich schon Seiten wie quackwatch.org/ oder blog.gwup.net/ für esoterische Verwaltungspraxis?
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#9
Hallo alle zusammen,

ich weiß nicht was eine Leistungsbeurteilung mit Politik zutun haben soll aber wenn Ihr meint.
Bin selbst Vorarbeiter in einem Bauhof und führe solche Bewertungen schon einige Jahre durch.
Fakt ist wenn Du deine Bewertung unterschrieben hast ohne Widerspruch einzulegen weil Du anderer Meinung bist, da kann ich nur sagen selbst schuld. Und bei einer Bewerbung darf deine Personaltante wie Du sie so schön nennst diese Bewertung gar nicht aushändigen oder darüber Auskunft geben(Datenschutz). Rein theoretisch darfst Du selbst nicht mal mit deinen Kollegen über die Beurteilung reden. Wenn dein Vorarbeiter die Bewertung so macht (alle die gleiche Punktzahl), dann wird er immer seine Leistungsträger bestrafen und die Mitarbeiter die weniger Leistung erbringen belohnen, da gleiche Bewertung. Bei uns geht das von 1 bis 5 (1= Leistung kaum erfüllt; 2= Leistung nicht ganz erfüllt; 3= Leistung voll erfüllt; 4= übertroffen; 5= weit übertroffen). Es werden bewertet Arbeitsmenge, Arbeitsqualität, Arbeitsweise und Arbeit-Soziales Verhalten.
Dazu noch Unterkriterien, das würde den Rahmen sprengen. Wenn man jetzt einem Mitarbeiter drei Punkte in einem Kriterium gibt, in dem er nur zwei verdient hat, bestraft man automatisch seine Leistungsträger. Ich spreche mit jedem Arbeiter seine Bewertung durch und beantworte Fragen, wenn es welche gibt. Mache mir übers Jahr Notizen über die Mitarbeiter, da man sich nicht alles merken kann was über das Jahr gut oder schlecht war. Wenn Ihr die Bewertung nicht verstanden habt, fragt euern Vorarbeiter einfach. Nehme nicht an, dass er Euch den Kopf abreißt.
Gruß

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