Probleme nach interner Bewerbung
#1

Ich habe mich vor zwei Jahren erfolgreich auf eine intern ausgeschriebene Stelle beworben. Nachdem ich anfangs mit großem Elan und Freude die Aufgabe anging, merkte ich nach ein paar Monaten, dass sich die Tätigkeit als zu trocken erwies und meine Rolle sehr untergeordnet und zuarbeitend war. Zudem fielen mir deutliche Kommunikationsprobleme mit bestimmten Kolleginnen auf, die sich dann noch gegen mich verbündeten. Meine anfängliche Euphorie wich einer Ernüchterung und Unzufriedenheit. Es ergab sich die Gelegenheit, mich nochmals intern weiter zu bewerben, um für mich eine neue Herausforderung zu suchen. Die dabei ausgeschriebene Stelle reizte mich sehr. 

Erfreulicherweise erhielt ich schnell eine (mündliche) Stellenzusage und damit nahm leider das Unheil einen Lauf, den ich so nicht vorhergesehen hatte und in meiner fast 36-jährigen Dienstzeit noch nicht erlebt habe.

Zunächst einmal wurde ich gebeten, meinen Vorgesetzten mit dem Hinweis, dass ich "ganz aussichtsreich im Rennen liegen würde" über meine Bewerbung zu informieren. Nachdem ich die Gründe genannt hatte, zeigte sich mein Vorgesetzter noch recht verständnisvoll. So weit, so gut... Allerdings nahmen mir die Kollegin, mit der es zuvor erhebliche Kommunikationsprobleme gab, den Wechsel, den ich ihr sehr aufrichtig zu erkären versuchte, scheinbar übel. 

Kurz vor meinen bereits per E-Mail abgestimmten Wechsel wurde ich von der Personalstelle informiert, dass sich aufgrund eines Verfahrensfehlers die Personalauswahl verzögern würde und die gegenüber mir zugesagte mündliche Stellenzusage so nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte. Leider hatte ich bis dahin noch keine Umsetzungsverfügung erhalten. Insgesamt eine ziemlich blöde Situation - besonders für mich - da ich mich bereits bei allen verabschiedet hatte und das Auswahlverfahren nun vor vorn los ging.

Einige Woche später schwärzten mich meine "Lieblingskolleginnen" bei meinem Vorgesetzten an und es wurde ein Disziplinarverfahren gegen mich eingeleitet. Diesen Zug fand ich sehr mies und empfand ihn als späte Rache für meinen angedachten Wechsel. Ein zwischenzeitlich eingeschalteter Rechtsanwalt vertritt mich in dieser Angelegenheit. Seitdem ist das Verhältnis zu Teilen des Kollegiums meines derzeitigen Arbeitsbereiches komplett zerstört und zerrüttet. Ich arbeite weitestgehend nur noch im Homeoffice und bin eigentlich kalt gestellt. Die Kommunikation beschränkt sich nur noch auf das Nötigste.

Das sich verzögerte Bewerbungsverfahren hatte ich inzwischen für mich entschieden und wurde (abermals mündlich). Eigentlich sollte ich Ende Januar in den neuen Arbeitsbereich umgesetzt werden. Doch scheinbar wurde meine Umsetzungsverfügung angehalten. Die Personalstelle gibt sich auf mehrfache Anfrage einsilbig mit dem Hinweis "befindet sich im Geschäftsgang". Auf Nachfrage beim Personalrat wunderte sich dieser, warum ich nicht schon längst in den neuen Arbeitsbereich umgesetzt worden sei, zudem konnte der Personalrat keinen Verfahrensfehler bei der anfänglichen Zusage feststellen und fragte bei der Behördenleitung nach. Bisher ohne sichtbaren Erfolg.

Ich habe den Eindruck, dass da jemand ein übles und mieses Spiel mit mir treibt. 

Ich rechne schon gar nicht mehr mit der neuen Stelle und denke ernsthaft über einen Wechsel der Behörde nach.
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#2

Und?
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#3

Ich würde sagen typisch öffentlicher Dienst. Man kann auf der Sonnenseite sein, aber es gibt auch viele auf der Schattenseite. Ich kann das gut nachvollziehen. Bin auch unverschuldet zum Sündenbock gemacht und kaltgestellt worden und lebe seit mittlerweile 25 Jahren in dieser Rolle. In den ersten 10-15 Jahren habe ich mich noch dagegen gewehrt, das hat nichts gebracht. Mache jetzt Dienst nach Vorschrift / Quite Quitting. Aber du hast ja vielleicht noch eine Perspektive, viel Glück dabei.
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