PR-Vorsitzenden absetzen
#1
Freundliches Hallo an Alle,

ich bin neu hier und hoffe auf Hilfe.

Ich bin Mitglied eines Personalrats. Unser Vorsitzender arbeitet nur zugunsten des Chefs und andere Mitglieder haben Angst dagegen vor zu gehen, da der Vorsitzende ja gute Beziehungen zum Chef hat.
Kurzum ich kann auf keine Mehrheit hoffen und möchte nun allein was unternehmen!

Hab ihr hilfreiche Tipps?

Gruß fronti

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#2
Hallo,

es ist allgemein bekannt, dass insbesondere in kleineren Behörden häufig Personalräte (bzw. Vorsitzende) mehr die Interessen der Behördenleitung vertreten, als die berechtigten Belange des Personals. Dies kommt offenbar leider viel zu oft vor ! Auch wir hatten so einen Fall, in dem sich der PR-Vorsitzende zunächst das Vertrauen der Bediensteten erschlich und dann sämtliche, ja sogar sehr persönliche, private Daten über das Personal dem Behördenleiter ungeniert weiterleitete. Datenschutz & Vertraulichkeit waren für diesen Mann Fremdwörter. Wer zum Beispiel der Amtsleitung gegenüber eher etwas kritisch eingestellt war, konnte nun bis zur nächsten Beförderung ewig warten und erhielt die unangenehmsten Tätigkeiten. Unser PR-Vorsitzender entwickelte sich zu einem "Hobby - STASImitarbeiter". Als dies ans Tageslicht kam wunderten wir uns natürlich nicht mehr, dass dieser "Kollege" stets ausgewöhnlich schnell befördert wurde, die besten Posten bekam und es sogar schaffte, seine Familienangehörigen in unserer Dienststelle unterzubringen.

Was kann man dagegen tun ??

Wer nichts mehr zu verlieren hat, kann gegenüber PR-Rat & Vorgesetzten natürlich ganz anders auftreten, als jemand, der noch seine ganze berufliche Laufbahn vor sich hat.

Mir ist da so ein Fall aus den späten 1990er Jahren bekannt, in dem sich fünf ältere Bedienstete (alle unmittelbar vor der Pensionierung !) nach Rücksprache mit einem ebenfalls enttäuschten PR-Mitglied zusammentaten und in einer Dienstbesprechung vor ca. 60 Anwesenden völlig unerwartet diese Missstände lautstark anprangerten. Die fünf Kollegen hatten, wie bereits erwähnt, nichts mehr zu befürchten, der PR-Vorsitzdende mit seinen Stasi-Manieren legte schon nach wenigen Tagen sein Amt nieder - der Druck auf ihn wurde einfach zu groß.

Vielleicht gelingt es Ihnen in Ihrem Fall ähnlich zu agieren.

Gruß aus Oberbayern
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#3
Hallo Fronti,

wenn der PR-Vorsitzende nur abgesetzt wird, ist er immer noch ein PR-Mitglied "mit guten Beziehungen zum Chef". Dabei habt ihr doch noch nichts gewonnen. Ich würde jedenfalls nicht darauf hoffen, dass der (Ex)Vorsitzende freiwillig abdankt.

Wenn man ihm grobe Verstöße gegen die gesetzlichen Rechte und Pflichten nachweisen kann, dann kann der Personalrat oder auch eine zuständige Gewerkschaft den Rauswurf aus dem PR beim Verwaltungsgericht beantragen.

Vielleicht suchst Du mal das Gespräch mit einer in Eurer Dienststelle vertretenen Gewerkschaft, wenn innerhalb des PR der Mut fehlt.

Gruß
Barnimer
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#4
Ist zwar starker Tobak aber möglich:

(LPVG NRW)
§ 25

(1) Auf Antrag eines Viertels der wahlberechtigten Beschäftigten oder einer in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaft kann das Verwaltungsgericht den Ausschluß eines Mitglieds aus dem Personalrat oder die Auflösung des Personalrats wegen grober Vernachlässigung seiner gesetzlichen Befugnisse oder wegen grober Verletzung seiner Pflichten nach diesem Gesetz beschließen. Der Personalrat kann aus den gleichen Gründen den Ausschluß eines Mitglieds beantragen. Die Dienststelle kann den Ausschluss eines Mitgliedes aus dem Personalrat oder die Auflösung des Personalrats wegen grober Verletzung seiner gesetzlichen Pflichten beantragen.

(2) Ist der Personalrat aufgelöst, so gilt § 22 Abs. 2 entsprechend.

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