PKV oder GKV bei ADHS sinnvoll? Eventuell Basistarif in der PKV?
#1

Hallo!

Für mich stellt sich, wegen Verbeamtung, die Frage (Einstiegsamt A9, perspektivisch bis A13, realistisch bis A12), ob in meinem Fall - ich habe mit Medikamenten eingestelltes ADHS - die GKV nicht die bessere Wahl darstelle? 

Es ist so, dass ein positives Prognoseschreiben der Ärztin vorliegt, generell erfülle ich nicht das klassische Bild von ADHS - ich habe tatsächlich nur mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen, aber auch nur leichte. Dennoch ist (sind) die PKV(en) nicht sonderlich erfreut, die Öffnungsaktion mit einem Zuschlag von 30% müsse also her. Das heißt, unter 350€ werde ich keineswegs starten, eher mehr. Aufgrund der Beitragsentwicklung von 3% p.a. sind Beiträge i.H.v. weit (!) über 1.000 Euro zu erwarten, ab dem Erreichen von ca. 50 Jahren. 

An dieser Stelle stellt sich mir nun die Frage, ob die GKV in meinem Sinne nicht tatsächlich die bessere Wahl wäre? Sicherlich zahle ich zu Beginn mit der GKV, gerade mit dem Höchstbeitrag, mehr. Aber spätestens ab Mitte 40 wäre in diesem Falle die GKV günstiger.

Alternativ habe ich überlegt, in die PKV zu gehen, aber zum Basistarif. Da ich als Beamter zu 50% beihilfeberechtigt bin, würde ich somit maximal 50% des gesetzlichen Höchstbeitrages zahlen. Da sich der Basistarif der PKV an den Leistungen der GKV orientiert und diese meines Wissens nicht unterbieten darf, wäre das für mich eine Option - denn wenn die Alternative sowieso der Verbleib in der freiwilligen GKV wäre, warum dann kein Basistarif der PKV? Oder habe ich einen Denkfehler?

Über Erfahrungen und Anregungen würde ich mich freuen!
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#2

Ich kann Deine Überlegungen nachvollziehen. Ich mache mir auch Sorgen wegen meiner PKV-Beiträge. Seit mehreren Jahren steigen die Beiträge jährlich um 10 + x Prozent. Noch habe ich einen hohen Beihilfesatz von 70 %, aber der erhöhte Satz ist an die Kinder gekoppelt und diese werden älter...

Ich könnte mir auch vorstellen, dass das Geschäft mit privaten Krankenversicherungen für Beamte immer schlechter läuft, da viele Bundesländer mittlerweile auch die GKV für Beamte ermöglichen.

Tendenziell wird es aber in der PKV und der GKV zu Kostensteigerungen oberhalb der Gehaltssteigerungen kommen, davon gehe ich zumindest aus. Das hohe medizinische Niveau in Deutschland hat seinen Preis.
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#3

Ja, die ganze Sache ist etwas schwierig... Problematisch finde ich eben, dass es nicht die Möglichkeit gibt, in die GKV zurück zu wechseln. Natürlich, geht schon, dafür müsste ich aber den Beamtenstatus aufgeben, um einer SV-Tätigkeit auszuüben - und dann gingen mir die Pensionsansprüche flöten...

Ich habe einfach mal folgende Überlegung angestellt:

Uns würde, betreffend der (freiwilligen) GKV ausschließlich der Höchstsatz interessieren. Hierbei können wir nämlich mit dem maximal möglichen Beitrag rechnen - was wir bei einer PKV nicht können.

Angenommen, die GKV haut auf einmal raus, dass die Beitragsbemessungsgrenze bei 120.000 Euro jährlich liege. Ich denke, so weit wird es nicht kommen, aber nehmen wir es mal an. Somit bliebe ein zu berücksichtigendes Einkommen von 10.000 Euro/Monat. 14,6% + 1,5% Zusatzbeitrag, also 16,1. Demnach also 1.610€/Monat. Geht man nun in einen Basistarif der PKV, dann berechnet sich dessen Wert an dem Höchstbetrag der GKV. In der PKV würden wir 50% Beihilfe erhalten. Mit 50% Beihilfe müsste man also maximal 805€ zahlen. In der Pension mit 30% sogar nur 483€.
Aus meiner Sicht wäre das also ein schlauer Schachtzug. In die PKV, so lange einen normalen Tarif holen, bis er die Hälfte des Höchstsatzes der GKV übersteigt und dann in den Basistarif wechseln.

Meine Rechnung macht natürlich nur Sinn, wenn der Bemessungsbeitrag nicht über 120.000 p.a. steigt. Aber bei jeglicher Berücksichtigung der Entwicklung: wie wahrscheinlich ist das?

Das ist meines Erachtens ein Weg, die Zahlung der PKV zu gewährleisten, auch im Alter. Natürlich sind 800€ viel Geld, aber noch immer besser als 1.200 und mehr... Und natürlich sind die 800 Euro auch nur realistisch bei 120.000 p.a. Aktuell müsste man, glaube ich, mit ca. 400 rechnen.

Was hältst du von der Idee? Eventuell auch in Bezug auf deine Situation?
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#4

Was die GKV für Beamte in BL angeht: meines Wissens ist das das Hamburger Modell und das wird doch nur in einem BL umgesetzt, oder?

Ja, davon gehe ich auch aus, leider...
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#5

Meines Wissens gibt es in mehreren Bundesländern einen Zuschuss zur GKV bzw. dieser soll eingeführt werden. Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Sachsen, Thüringen, ...
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#6

Ich komme aus dem Saarland, hier ist, meines Wissens, aktuell leider noch kein derartiger Zuschuss vorhanden oder geplant...
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#7

Hallo, 
sind Sie schon weiter gekommen mit der Frage welches die bessere Wahl wäre?
Ich habe aktuell das gleiche Problem mit der Verbeamtung und ADS. Wobei ich zwar ADS habe und meine Ärztin mir das auch bestätigt hat, aber ich habe noch keine Diagnose bekommen. Ich weiß nicht, ob ich das bei der Pvk angeben muss, da es ja noch keine Diagnose gibt. Aber das kann böse enden, wenn ich etwas verschweige. =/

Liebe Grüße
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#8

Ich kann zumindest beisteuern, dass der Basistarif in der PKV Quatsch ist. Vielleicht ist auch die Wortwahl unglücklich, aber Basistarif ist ein reduzierter Tarif für alle, die sonst nirgendwo unterkommen können. Mit diesem muss ein Arzt einen aber nicht zur Behandlung annehmen, weil die Vergütung noch schlechter als in der GKV ist. Wenn mit "Basistarif" gemeint ist eine PKV ohne Sonderguddis, dann ist das zu überlegen.
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