Facebook, Twitter, Apps & Co. - ein Muss für die Kommunen !?
#1
Nach einer Studie der Steria Mummert Consulting wollen 55 Prozent der öffentlichen Verwaltungen noch in diesem Jahr in das Web 2.0 investieren. Die Kommunen wollen damit ein besseres Image gewinnen, die Transparenz und Akzeptanz verbessern und den Dialog mit den Bürgern erweitern.

42 Prozent setzen auf Apps für Handys, mit denen Bürger beispielsweise Beschwerden melden können.

Doch ist der Aufwand für Facebook, Twitter, I-Phone und Co. gerechtfertigt ? Den meisten Verwaltungen mangelt es an qualifiziertem Personal. Die Finanzlage ist vielfach schlecht. Und die Homepages der meisten Kommunen bieten heute bereits umfangreiche Infos und Services.

Wie ist ihre Meinung ? Müssen Kommunen heute eine Fanpage bei Facebook und einen Twitter-Account betreiben und Apps bereit stellen ?

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#2
Hallo,

für die kommunalen Tourismushochburgen mögen Facebook und Twitter vielleicht noch ok sein, um die (potentiellen) Besucher über Veranstaltungstipps o.ä. zu informieren.

Für alle anderen Kommunen lehne ich diese Dienste ab. Zum einen sind die Fanpages, Feeds etc. überflüssig - es gibt viel bessere Dienste, die die Kommunen auf ihren Webseiten einrichten können: Netzwerke, Foren, Newsletter, RSS, u.s.w.

Zum anderen sind Fanpages, Feeds etc. auch eine Nötigung der Bürger, sich in die US-amerikanischen Netzwerke von Facebook, Twitter & Co. zu begeben.

Offizielle städtische Informationen gehören nicht auf kommerzielle Webseiten wie Facebook oder Twitter, die mit Werbung und den Nutzerdaten Geld verdienen, sondern müssen frei, werbefrei und sicher zugänglich sein. Das gleiche gilt sinngemäß für kommunale Handy-Apps.

Joachim W.
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#3
Hallo,

ich sehe Facebook und Twitter weniger problematisch als mein Vorredner.

Allerdings muss sichergestellt sein, dass alle kommunalen Infos, die bei Facebook oder Twitter veröffentlicht werden, zeitgleich auch auf der kommunalen Webseite präsentiert werden (und ohne lange Suche auffindbar sind).

Gruß

Michael55
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#4
Ich finde es gut und notwendig, dass sich Gemeinden, Städte und Kreise auch bei Facebook etc zeigen. Besonders jüngere Bürger können heute nur über dieses Medium erreicht werden - die Pressemitteilung in der lokalen Tageszeitung lesen sie jedenfalls meist nicht.
Neben den Verwaltungen gilt dies auch für Stadtwerke, Museen, Büchereien und weitere kommunale Einrichtungen sowie für die lokalen Parteien und Kommunalpolitiker. Aus der Kommunalpolitik sollten zumindest Bürgermeister, Fraktionsvorsitzende und Ortsvorsteher bei Facebook zu finden sein. Twitter halte ich für weniger bedeutend, vielleicht eher etwas für die großen Städte. Ich bezweifele, dass sich heute noch ein Wahlkampf in einer Kommunalwahl ganz ohne einen Facebook- und Twitter- Account erfolgreich bestreiten lässt.
VG Fabian
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#5
Facebook bietet den Kommunen perfekte Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung. Nach meiner Vorstellung sollten die Städte und Gemeinden JEDE öffentliche Vorlage rechtzeitig vor der Beschlussfassung bei Facebook veröffentlichen und zur Diskussion stellen. So kann jeder Bürger seine Ideen einbringen, auch solche, die nicht in der Kommune wohnen aber trotzdem betroffen sind (z.B. Einpendler, Touristen).
Alle Bürger, die nicht bei Facebook registriert sind, können sich ja weiter regulär beteiligen (Bürgerantrag, Hinweise in Ratssitzung, o.ä.) - was den Facebookern natürlich auch weiterhin offen stehen muss.
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#6
Für mich ist nicht wichtig ob die Kommune Twitter oder Facebook hat, sondern eine gepflegte, informative und funktionierende Internetseite.
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#7
Könnte sein, dass der Hype um Facebook zumindest für Behörden schon bald zu Ende geht. Da der Datenschutz scheinbar nicht gewährleistet ist, ziehen sich einige Kommunen zurück:

http://heise-online.mobi/newsticker/meld...-classic=1
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#8
Der Datenschutz und die sich daraus ergebenden Probleme sind in der Tat ein gutes Argument gegen eine Teilnahme an Facebook und Co. Gerade jetzt wird das Thema ja wieder sehr offensiv diskutiert.

Grundsätzlich finde ich, dass Tourismusgebiete diese Formen der Kommunikation nutzen können - insoweit stimme ich einem der Vorredner zu. Für viele Kommunen dürften sich jedoch der Aufwand und die Kosten nicht lohnen, weil sie für die Mehrzahl der Nutzer uninteressant sind. Diese Kommunen haben mit der Tageszeitung, ihrer Internetseite und ihrem Mitteilungsblatt (manchmal auch Gemeindeblatt genannt) genügend Kommunikationsmittel, um die Einwohnerinnen und Einwohner zu informieren (gerade das Mitteilungsblatt wird bei uns alle vierzehn Tage kostenlos an alle Haushalte verteilt). Es macht daher wenig Sinn, mit zusätzlichem Aufwand und zusätzlichen Kosten bei einer nur verschwindend geringen Chance auf einen zusätzlichen Erfolg in weitere Kommunikationsmittel zu investieren. Zudem kann niemand voraussagen, welche Netzwerke oder anderen Kommunikationsträger es in fünf Jahren geben wird, so dass es für die Kommunen ein ständiger Wettlauf um die jeweils aktuellsten Kommunikationswege sein würde. Angesichts der knappen Mittel und wegen der sehr geringen Aussichten auf einen zählbaren Erfolg sollten die Kommunen (vielleicht mit Ausnahme der Tourismushochburgen) daher meines Erachtens auf eine Mitwirkung bei Facebook und Co. verzichten.
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#9
(08.06.2011, 14:17)Sebastian2 schrieb: Facebook bietet den Kommunen perfekte Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung. Nach meiner Vorstellung sollten die Städte und Gemeinden JEDE öffentliche Vorlage rechtzeitig vor der Beschlussfassung bei Facebook veröffentlichen und zur Diskussion stellen. So kann jeder Bürger seine Ideen einbringen, auch solche, die nicht in der Kommune wohnen aber trotzdem betroffen sind (z.B. Einpendler, Touristen).
Alle Bürger, die nicht bei Facebook registriert sind, können sich ja weiter regulär beteiligen (Bürgerantrag, Hinweise in Ratssitzung, o.ä.) - was den Facebookern natürlich auch weiterhin offen stehen muss.

Also bitte einmal zuende denken: Wir alle wollen doch weniger Bürokratismus, oder? Wenn jetzt jeder seinen "Senf" zu irgendwelchen Drucksachen und Ratsvorlagen dazutun kann und dann noch eine Kenntnisnahme und Bearbeitung einfordert, der fordert indirekt eine Aufblähung unserer Verwaltungen. Wer bitte schön soll das alles bearbeiten? Ehrenamtliche? Dass ich nicht lache....
Schlanke Verwaltungen sind gefordert. Und die können sich nur auf das wesentliche und wichtige konzentrieren. Ich frage darum: Was ist uns wirklich wichtig?
Bitte lasst die Kirche im Dorf und Facebook und Co. in Amerika!

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