Chef will krankes Personal bei sich sehen
#1
Hallo,
Kollegen aus einer benachbarten Behörde berichteten mir kürzlich folgenden Fall:
Behörde bekommt einen neuen Amtsleiter (Jurist) und es ist zunächst durchaus verständlich, dass dieser Mann möglichst schnell seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennenlernen möchte. Die Behörde hat aber auch einige "Dauerkranke" , die Dienstunfähigkeit wurde bei einigen Koll. sogar bereits durch den Amtsarzt festgestellt. Der Behördenleiter verlangt nun auch von den erkrankten Mitarbeitern, dass diese sich einzeln bei ihm persönlich vorstellen, damit er sich ein Bild über deren Erkrankung machen, bzw. über das weitere Vorgehen entscheiden kann.
Der Behördenchef kann keine medizinische Ausbildung nachweisen, er ist, wie bereits erwähnt, "nur " Jurist.

Was kann man den betroffenen Kollegen anraten ? Sollen sie tatsächlich bei ihrem neuen Chef erscheinen (teilw. mit körperlichen Strapazen verbunden) ?
Hat jemand Vergleichbares erlebt ?

Für Antworten danke ich.

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#2
Guten Morgen,

da ich immer an das gute im Menschen glaube, finde ich den Ansatz erstmal klasse !!

Miteinander reden ist immer besser als übereinander !

Nur wenn der Chef die Meinungen und Einschätzungen, die Wünsche und Nöte seiner Mitarbeiter kennt, kann er in ihrem Sinne Entscheidungen treffen.

Leider sind aber nicht alle Menschen gut. Deshalb würde ich das Gespräch auf jeden Fall nutzen, jedoch mich durch einen Zeugen (Personalrat, Schwerbehindertennvertreter, BEM-Beauftragter oder
sonstige Vertrauensperson) begleiten lassen. So kann der Mitarbeiter
eventuell die Pläne des Chefs erfahren und entsprechend reagieren.

Gruß
smokie
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#3
Hallo Smokie,

vielleicht würde ich bei diesem Gespräch nachfragen ob es sich hierbei um ein BEM Gespräch handelt. Klar kann der Chef ein solches Gespräch wünschen, aber gehe bitte nur mit Beschäftigtenvertretung. Außerdem darf er rechtlich gar nicht nach der Erkrankung fragen! (Unterliegt dem Datenschutz und braucht von keinem AN gegenüber seinem Chef angegeben zu werden)

Gruß
Mumie
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#4
Diese Lage lässt sich zweierlei deuten:
Falls der Amtsleiter tatsächlich die Dauerkranken sehen möchte um ihren Gesundheitszustand zu inspizieren und über die Krankeiten und ihre Folgen sprechen möchte, wäre das unangemessen und unzulässig. Krankheiten gehen nur den Amtsarzt etwas an, der auch die entsprechenden Prognosen stellt. Auf Fragen nach Details zu Krankheiten kann getrost NICHT geantwortet werden. Die Anwesenheit des Personalrats könnte hier helfen. Allerdings besteht die Gefahr, dass der Amtsleiter dies als Eskalation oder gar als Kampfansage ansieht.

Es könnte aber auch ganz anders sein. Und ich stimme mit meinem "Vorredner" überein, dass wir erst einmal an das Gute im Menschen glauben sollten. Möglicherweise hat der Amtsleiter einfach das Bedürfnis, alle seine Mitarbeiter kennen zu lernen und natürlich auch nach ihrem Befinden zu fragen, im Rahmen seiner Fürsorgepflicht. Dann wäre das ein legitimes Anliegen.

Ich denke ein guter Mittelweg ist dieser: Positiv, offen und zuversichtlich ins Gespräch gehen, und zur Sicherheit den Personalrat mitnehmen.

Stephan Reimann
http://www.fuehren-im-oeffentlichen-dienst.de
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#5
Sehe ich genauso. Gespräche schaden doch nichts. Sich einmal gegenseitig kennenlernen.

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