Beförderung in Besoldungsgruppe A11
#1

Guten Abend!

Der Titel passt nicht direkt zur Frage, aber ich wüsste nicht, wie ich es verständlicherweise besser formulieren könnte.

Folgende Ausgangssituation:

Abgeschlossenes Studium als Diplom Verwaltungswirt, Übernahme als Probebeamter bei der Ausbildungs-Kommune. Nach drei Jahren Probezeit ins Beamtenverhältnis auf Lebenszeit übernommen, nach einem weiteren Jahr „Wartezeit“ Beförderung in A10. Es handelt sich um eine kleine Kommune, die Stadt fasst ca. 35.000 Einwohner.

Wann denkt ihr, ist es realistisch, in die A11 einzusteigen ? Unabhängig davon, ob es bei dieser Behörde oder woanders ist! Mir ist klar, dass eine Höhergruppierung nur dann erfolgt, wenn man sich erfolgreich auf eine entsprechend bewertete Stelle bewirbt, positive Beurteilungen hat und die Voraussetzungen erfüllt sind, hier beispielsweise, dass bereits A10 vorliegt und deshalb nicht noch A10 „zuerst“ durchlaufen werden muss.
Die Frage ist aber, wann ist eine Bewerbung realistisch? Wann darf ich von einer entsprechenden Berufserfahrung ausgehen, wenn in der Stellenausschreibung keine konkrete Anzahl an Jahren genannt ist? Wann habe ich realistische Chancen unter Bewerbern?

Und wie würdet ihr realistisch einschätzen, ob und wann A12 zu erreichen ist? Gerne unter Bezugnahme einer kommunalen Behörde. 

Teilt mir gerne eure persönlichen Erfahrungen mit, ich freue mich!


Vielen Dank für eure Antworten!
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#2

Ich habe ungefähr 10 Jahre gebraucht, um in die Besoldungsgruppe A 11 zu kommen. Es muss halt eine passende Stelle vorhanden sein.

In unserer Behörde kommt man nach meiner Erfahrung am schnellsten höher, wenn man das Glück hat, dass Ältere auf höherwertigen Stellen im gleichen Amt passend in den Ruhestand gehen. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man den Dienstherrn wechselt.
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#3

Alles klar - warst du in einer Kommunal-, Landes-, oder Bundesbehörde? Hast du dich auf eine entsprechende Stelle beworben oder war deine Stelle bereits mit A11 bewertet und es hing nur an der Beförderung, bis du A11 erhalten hast? Sind in den 10 Jahren die drei Jahre Probezeit mit einberechnet?
Was genau hast du studiert? Warst du Quereinsteiger?
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#4

Ich bin in einer Kommunalverwaltung, habe eine ganz normale Ausbildung im gehobenen nichttechnischen Dienst gemacht.

Ich habe mich auf eine neu entstandene Stelle in einem anderen Amt beworben und diese auch bekommen. In den 10 Jahren sind die 3 Jahre Probezeit enthalten.

Aber wie gesagt, mein Weg ist eher ungewöhnlich. Die meisten bei uns steigen auf, wenn Ältere in Pension gehen. Wer Glück und / oder gute Beziehungen hat, kommt in Ämter mit passender Altersstruktur.

Ich habe aber auch schon Fälle erlebt, bei denen sich Beamte über viele Jahre den A... aufgerissen haben, in der Erwartung, die Beförderungsstelle zu erhalten, sobald der Vorgänger in den Ruhestand geht. Als es dann aber soweit war, wurde das Amt aufgelöst, die Aufgaben wurden umgeschichtet oder Ähnliches. Man muss im öffentlichen Dienst mit solchen fiesen Aktionen rechnen, besonders wenn man intern eine geringe Lobby hat.
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#5

Du würdest also sagen, dass unter klassischen Umständen die A11 nach 10 Jahren nicht die Regel ist, und diese sich, bei normalen Bedingungen, eher länger hinauszögern?

Wie siehst du die Wahrscheinlichkeit, überhaupt A12 zu bekommen?
Würdest du den Weg wieder machen?

Hast du eine Führungsposition inne? Wenn ja, wie ist denn deine Work-Live-Balance? Wie viele Stunden arbeitest du tatsächlich wöchentlich?
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#6

Es ist eben eine schwierige Situation, sagen wir das mal so. Die Stadt, von der ich spreche, hat kaum Beamte. Sie machen rund 12% aller Beschäftigten aus. Alles andere sind Tarifangestellte. Es ist aber so, dass alle Tarifangestellte Angehörige des mD sind. Alle Führungspositionen sind vom gD oder hD (eine Stelle) besetzt, mit Beamten. Es ist lediglich eine Führungsposition von einer Tarifangestellten besetzt, mit E12, glaube ich. Alle anderen Führungspositionen sind Beamte. Alle Ämter, die unter der Führungsposition besetzt sind von Leuten des gD, sind Beamte. Alle anderen Ämter, die vom mD besetzt sind, sind auch Tarifangestellte. Einen Beamten des mD haben wir nicht. Die Führungspositionen sind allesamt von Leuten besetzt, die in den nächsten 10 Jahren in Pension gehen, viele auch schon früher. Insofern bin ich guter Dinge. Aber: viele Führungsstellen, die durch Ausscheiden frei geworden sind, wurden aufgelöst und umgelegt. Und das waren beim besten Willen Stellen, von denen ich nicht einmal im Ansatz daran gedacht hätte. Insofern könnten die Chancen auch schlecht stehen...
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#7

Work-Life-Balance meinte ich natürlich...
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#8

Ich schätze, dass die Mehrheit der Beamten nach 10 Jahren die A 11 hat. Im Laufe der Berufskarriere wird die Mehrheit wohl auch noch die A 12 oder mehr erreichen, vermute ich. Hängt auch von der Größe der Kommune ab.

Ich würde den Beruf nicht noch einmal wählen. Gründe:

Man hat nur eine geringe berufliche Selbstbestimmung. Wenn der Dienstherr Dich z.B. ins Steueramt setzen will, dann musst Du das machen, Du kannst Dich nicht dagegen wehren.

Ferner stört mich das Duckmäusertum, zu dem man als Beamter gezwungen ist (dienstlich und privat). Meinungsstärke schadet.

Und die viele Kungelei in Hinterzimmern, Stellenvergabe nach Beziehungen / Lobby, usw. nervt nur noch. Das Leistungsprinzip gilt nur eingeschränkt.

Ich kenne aber auch viele zufriedene Beamte. Das hängt nach meinem Eindruck stark davon ab, ob sie denn die erhoffte Karriere gemacht haben. Oder anders gesagt: Je höher die Besoldungsgruppe, desto höher die Zufriedenheit.

Ich habe eine Führungsposition in mittlerer Ebene.

Natürlich alles nur meine persönliche, subjektive Meinung.

So, das war es jetzt aber von mir, jetzt müssen andere ran :-)
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#9

Alles klar, ich danke dir für deine ausführlichen und ehrlichen Antworten! :-)
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