Arbeitsgebiet wurde entzogen
#1
Ich bin seit 26 Jahren Schreibkraft bei einer Behörde. Seit 2009 nach Pensionierung eines Kollegen, wurde ich vollkommen unterbeschäftigt durch Kollegen. Auf Beschwerde usw. lies ich mir 2011 schriftlich mein Arbeitsgebiet ausstellen mit dem Zusatz, dass dieses Arbeitsgebiet mit der Eingruppierung übereinstimmt.

Weiterhin bekam ich die aufgelisteten Aufgaben nicht zugeteilt, mit der Begründung vom Chef und Kollegen, ich bin nicht fähig mein Arbeitsgebiet zu erledigen, einfache Formulare könnten nicht ausgefüllt werden. Namen der Personen sind mir bekannt und Beschwerde an andere Vorgesetzte waren ohne Erfolg. Mobbing wäre das nicht.

Gesprächsprotokoll wurde von meinem Chef unterschrieben, dass ich meine Arbeitskraft täglich zur Verfügung stelle und diese wird nicht genutzt. Rahmenbedingungen und Strukturen sind äußerst übel. Beschwerde bei Personalrat usw., wurde mit der Begründung abgewendet, als Angestellte unter 5 Beamte ist man in der unterlegenen Position.

Sämtliche Versuche ein normales Arbeitsverhältnis zu organisieren war ohne Erfolg. Positiv war für mich, dass ich in den letzten 5 Jahren in Teilzeit gearbeitet habe und nebenbei in anderen qualifizierten ähnlichen Tätigkeiten die meinem Arbeitsgebiet entsprechen an anderen Stellen ausgeübt habe und per Zeugnis bestätigt bekam.
Leider sind Festanstellungen rar auch in anderen Betrieben und somit blieb es immer nur bei Nebentätigkeiten parallel zu meiner hauptberuflichen Anwesenheit bei der Behörde.

Qualifizierte Vorlage von Zeugnissen nütze nichts bei meinem Arbeitgeber und war nicht erfolgreich in Bezug auf ein Arbeitsgebiet, welches ein Arbeitsalltag ausfüllt. Ein angefordertes Zeugnis bekam ich ausgestellt mit einem Arbeitsgebiet, welches nicht von mir ausgeübt wird von meinem Arbeitgeber.  

Aus Email-Schriftverkehr ist ersichtlich, dass ich meine Lage an oberer Stelle mitgeteilt habe. Mein miserables Zeugnis wurde ausgestellt nachdem verschiedene Vorgesetzte beratschlagt haben, (Aussage laut erhaltener Email vom Chef), nachdem ich nachgefragt habe, wann ich es bekomme.

Durch das ständige Nichtstun und die Bewältigung des Arbeitsalltages ohne Tätigkeitsfeld und mobbende Kollegen, wurde ich krank.  Aussagen wie ich könnte nichts, mache alles nicht so wie die Beamte es erwarten sind schon Kleinigkeiten. Arbeitsmoral kenne ich nicht und ein normaler Arbeitsplatz bei einer Behörde müsste ich extrem beschreiben. Anwalt/Mobbingzentrale/Personalrat alles ohne Erfolg. Höhepunkt meiner bisherigen beruflichen Tätigkeit als Schreibkraft war eine Anzeige durch Kollegen die im Sand verlief. 

Versetzung an eine andere Stelle wurde mit der Begründung schon vor Jahren abgelehnt, ich hätte einen sehr guten Arbeitsplatz und solle mich nicht beschweren, andere wären froh.

Stellenbewerbungen in der Region in der ich wohne waren ohne Erfolg. Das Highlight meiner Haupttätigkeit ist der Arbeitsplatz, er befindet sich im Wohnort, wo ich aufgewachsen bin und jeder jeden kennt. Als Tipp bekam ich, setz dich einfach wieder hin an den Schreibtisch und lese ein Buch. Allerdings habe ich ausgelesen in den vielen Jahren des Nichtstun und den unbeschreiblichen Situationen denen ich schon ausgesetzt war. Ich bin 50 gesundheitlich eingeschränkt und Teilzeitbeschäftigt, kündigen könnte ich erst wenn ich eine neue Stelle hätte, die ich leider bis jetzt noch nicht bekam.

Personalgespräche enden damit, dass ich doch einen interessanten Arbeitsplatz hätte, keiner stellt sich ja vor, dass ich ohne Tätigkeitsfeld meinen Arbeitsalltag in Teilzeit verbringe. 4 Stunden können dennoch täglich lang sein.

Vielleicht kann mir jemand ein Tipp geben. Eigentlich wäre der Arbeitsplatz mit entsprechenden Kollegen und dem ausgestellten Arbeitsgebiet nicht schlecht.  Vorgesetzte sagen, das ist kein Mobbing Beamte mobben nicht, obwohl ich im Besitz von Schriftstücken usw. bin, aus denen alles ersichtlich ist. Selbstverständlich führe ich auch ein Mobbingtagebuch, jedoch alles ohne Erfolg. Nach erfolglosen Versuchen im Bereich einer Änderung frage ich mich zwischenzeitlich, ob es noch andere Angestellte gibt im öffentlichen Dienst mit ähnlichen Umständen und vielleicht kennt jemand ein Hilfsangebot, wie man aus dieser Lage rauskatapultiert werden kann, oder an wen man sich wenden kann, wenn keiner für einen zuständig ist.

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#2
Hallo,

offensichtlich hat keiner der Leser deines Beitrages einen Rat für dich, nachdem Du meintest: „Anwalt/Mobbingzentrale/Personalrat alles ohne Erfolg.“
Was auch immer der wahre Grund für das negative Verhalten von Vorgesetzten und Kollegen war bzw. ist, sieben Jahre sind eine sehr lange Zeit. Mit diesem Personenkreis kannst du den Konflikt nicht mehr allein lösen. Bis zur Rente ist es noch zu weit, um zu sagen: „Augen zu und durch.“
In Foren kann man sich zwar ein wenig austauschen, Du brauchst aber Hilfe vor Ort durch einen Facharzt, evtl. einer Selbsthilfegruppe und einem Anwalt, der sich im Arbeitsrecht auskennt und sich in die Situation von Mobbing-Betroffenen hineinversetzen kann.
Du sagtest, die Situation hat dich bereits krank gemacht. Eventuell wäre dann die Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) die Möglichkeit, deinen Umsetzungswunsch nochmals anzubringen. Das Verhalten von Vorgesetzten und Kollegen haben dich krank gemacht. Wenn die Führung nicht gewillt oder in der Lage ist, die Situation in deinem Umfeld zu ändern, bleibt eigentlich nur eine Umsetzung auf einen anderen Arbeitsplatz.
Zur Vorbereitung des BEM kann eine ärztliche Bescheinigung hilfreich sein. Vielleicht solltest du auch vorher mit dem Betriebsarzt sprechen. Auf jeden Fall solltest du gemeinsam mit professionellen Helfern vorgehen, um den jetzigen Zustand zu verändern.

Bleib dran und such dir im www Unterstützer in deiner Nähe, mit denen du sprechen kannst.
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#3
Beim Facharzt war ich, versetzt werde ich nicht, da ich mich laut verschiedener Personen auch in mein Büro sitzen könnte und die Tür zu machen, wie viele andere es auch wohl tun, letztendlich kann ich ja kündigen nach knapp 26 Jahren, wenn es mir nicht gefällt, Sprüche aus zurückliegenden Jahren. Von einer Mobbinghotline wurde ich zurückliegend lange begleitet und ich habe z. Bps. alles umgesetzt in Bezug auf Tipps, Nebentätigkeiten usw. Ich besitze Gesprächsprotokolle die ich mir in meiner Position als Schreibkraft unterschreiben lies von unmittelbaren Vorgesetzten, aus diesen geht hervor, dass man nicht gewillt ist mich einzulernen, auch, dass ich meine Arbeitskraft täglich zur Verfügung stelle und diese nicht genutzt wird. Weiter habe ich ein Mobbingtagebuch, sowie verschiedene Email aus denen hervorgeht, dass ich schon lange Probleme habe (Situationsbedingt sogar zum Nachweisen), die anscheinend wohl aber sozusagen für andere nicht dramatisch sind. Mein Arbeitsgebiet habe ich mir schriftlich, nachdem ich 2010/11 schon die gleichen Situationen hatte, ausstellen lassen. Mein Chef hatte es sogar extra bei der Verwaltung angefordert, mit der Zusicherung alles wird umgesetzt, sogar noch vom nächsten Vorgesetzten überwacht in Bezug auf Arbeitsqualität usw. Änderungen habe ich nicht erfahren in Bezug auf mein Arbeitsplatz und Rahmenbedingungen sowie Strukturen. Aussagen die mir schriftlich vorliegen enthalten z. Bps. ich bin nicht fähig einfachste Formulare auszufüllen usw. aus diesen Schreiben gehen sogar noch die Namen der Beamten hervor, die die Aussage getätigt haben. Irgendwie muss man ja die Nichtbeschäftigung begründen, denke ich. Eigentlich hätte man mich ja in Qualifizierungsmaßnahmen stecken können, wenn ich nicht in der Lage bin meine Arbeit auszuführen, als untätig herum sitzen zu lassen, mit getätigten Aussagen mir gegenüber, es ist halt so, du musste es halt so hinnehmen. Meine Haupttätigkeit ist eigentlich allen bekannt, das Öffnen der Tür und die Problemschilderung der Bürger, danach die Filterung der jeweiligen Anliegen und Weiterleitung an die zuständigen Sachbearbeiter mit mehrmaliger Wiederholung des Anliegen der Bürger, was oftmals vor diesen zu lauten Diskussionen führt. Allerdings wurde diese Tätigkeit nicht mal erwähnt bei der Ausstellung meines angeforderten Zeugnisses im Juni 2016.
Mein Zeugnis war eine identische Kopie aus 2012, vorab bekam ich eine Email aus der hervorgeht, dass einige Vorgesetzte sich zusammen finden müssten, damit mein angefordertes Zeugnis überhaupt ausgestellt werden kann. Ironisch antwortete ich nach Erhalt meines Zeugnisses, ich habe mit nichts anderem gerechnet, als eine Kopie zu bekommen. Fakt ist, mein Arbeitsgebiet ist teilweise im Zeugnis erwähnt, jedoch bekomme ich es ja nicht zugeteilt und der wesentliche Punkt ist gar nicht aufgeführt meiner Tätigkeit. Meine von mir getätigte schriftliche Aussage, dass ich an einem sinnentleerten Arbeitsplatz sitze, war wohl eine Antwort wert von Seiten meines Arbeitgebers. Allerdings mit einem anderen gedachten Hintergrund von Arbeitgeberseite, wie ich vermute. Meine Frage derzeit ist, wenn ein Arbeitsplatz durch die Rahmenbedingungen, Strukturen und Aussagen über den Arbeitnehmer dazu führen, dass der Platz sinnentleert wurde, neue Kollegen ebenfalls keine Veränderung herbeiführen konnten, zusätzlich noch meine Arbeit überwacht wird von Vorgesetzten, dann kann ich doch nichts dafür. Ich denke jeder Arbeitnehmer, der täglich an einen Arbeitsplatz geht, keine Arbeit zugewiesen bekommt, seine Leistungsfähigkeit zum Ausdruck bringt, zu der er fähig sein kann, war ohne Erfolg. Man arrangiert sich und die Unnormalität wird schon zur Normalität. Irgendwann stellte ich mir eine weitere Frage, wie ist das bei den anderen mit den gleichen Arbeitsplätzen nur andere Kollegen? Vielleicht sind unzählige davon betroffen und schon krank. Ich glaube mein einziger Vorteil ist es, zurückliegend parallel Nebentätigkeiten ausgeübt zu haben, mit den gleichen Arbeitsprofilen die vergleichbar mit meiner Haupttätigkeit gewesen sind nur mit noch umfangreicheren Tätigkeitsfeldern. Seit ca. 6 Jahren bin ich bei der Agentur für Arbeit und versuchte auch anderweitig in Bezug auf eine Arbeitsplatzveränderung (Festanstellung) tätig zu werden, ohne Erfolg. Logischerweise, bevor man jemand einstellt mit einer 26 jährigen Tätigkeit im öffentlichen Dienst, derzeit knapp 50 Jahre mit Prozente, gibt es andere Bewerber, die berücksichtigt werden.

Am 1. Tag des Krankengeldbezuges rief mich ein Sachbearbeiter meiner Krankenkasse an und riet mir mein Arbeitsplatz zu kündigen. Ich fragte ihn, ob er denn das auch machen würde, nach insgesamt 35 Berufsjahren ohne Pause trotz Kindererziehung usw. viele Jahre als alleinerziehende Mutter mit knapp 50 Jahren in der aktuellen Zeit. Diese Aussage fand ich wirklich sehr aufmunternd.

Von anwaltlicher Seite erwarte ich mir nichts, obwohl ich Arbeitsrechtsschutz habe und alles in Anspruch nehmen könnte wenn ich es möchte. Fakt ist, wenn man beim Staat arbeitet bei dem Arbeitgeber wo ich tätig bin als Nichtbeamter ist das alles nicht so einfach. Ich bin Realistin, mal sehen wie es kommt. Anwaltliche Hilfe usw. hatte ich natürlich schon, jedoch die Aussagen im Zusammenhang mit meinem Arbeitgeber, sind nicht sehr ermunternd gewesen.
Wer legt sich schon gern mit der Polizei an?

Eigentlich hätte ich gar nicht damit gerechnet, dass ich hier in diesem Portal auf mein Schreiben überhaupt eine Antwort bekomme, denn es gibt immerhin noch viele die der Meinung sind, warum beschwert sich so eine überhaupt! Ein Arbeitsplatz, wo man sich sozusagen ausruhen kann, noch Leistungen dafür bekommt, was will die denn. Allerdings, wenn man weiß, dass die Arbeit da ist, jedoch man praktisch durch das Gesamtumfeld keine andere Möglichkeit hat des Nichtstun, ist es irgendwann nicht mehr schön, sondern die ersten Symptome in Bezug auf ein entstehendes Krankheitsbild von dem man anfangs sich noch gar nicht bewusst ist, machen sich bemerkbar und werden immer intensiver. Mal sehn wie es für mich kommt, jedoch von Seiten meines Arbeitgebers erwarte ich keine Veränderungen, ich denke die warten bis man kündigt oder einfach nicht mehr kommt. Das Übliche halt, wie ich schon von anderen erfahren konnte.

Als Abschluss nochmals erwähnt, meine Umsetzungswünsche wurden 2010/2011 mit der Begründung abgetan, mein Arbeitsplatz ist da wo er ist. Ich habe sogar noch eine Email aus dem der Inhalt hervorgeht, obwohl ich darum gebeten habe, damit das nicht Eintritt, wie es danach gekommen ist.
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