Dienstherrnfähigkeit: Wer darf Beamte ernennen?

Nicht jede Behörde, Institution oder öffentliche Einrichtung darf Beamte beschäftigen. Das Beamtenrecht knüpft die Begründung eines Beamtenverhältnisses an die sogenannte Dienstherrnfähigkeit.

Die Dienstherrnfähigkeit beschreibt das gesetzliche Recht einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, Beamtinnen und Beamte zu ernennen und zu beschäftigen. Die grundlegende Vorschrift für Länder und Kommunen findet sich in § 2 Beamtenstatusgesetz (BeamtStG). Für Bundesbeamte gilt die Regelung in § 2 Bundesbeamtengesetz (BBG).

Dienstherr im Vergleich zur Dienststelle

In der Praxis ist die Unterscheidung zwischen dem Dienstherrn und der konkreten Dienststelle von großer Bedeutung:

Gesetzliche Grundlage: § 2 BeamtStG

§ 2 Dienstherrnfähigkeit

Das Recht, Beamtinnen und Beamte zu haben, besitzen

  1. Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände,
  2. sonstige Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die dieses Recht im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes besitzen oder denen es durch ein Landesgesetz oder aufgrund eines Landesgesetzes verliehen wird.

Wer besitzt das Recht, Beamte zu haben?

Das Gesetz unterteilt die Dienstherren in originäre und gesetzlich verliehene Körperschaften:

Rechtsfolge fehlender Dienstherrnfähigkeit: Die Dienstherrnfähigkeit ist eine zwingende Wirksamkeitsvoraussetzung. Fehlt einer Stelle das Recht zur Verbeamtung, ist die Ernennung gemäß § 11 Abs. 1 Nr. 1 BeamtStG absolut nichtig – ein Beamtenverhältnis kommt rechtlich zu keinem Zeitpunkt zustande.

Häufige Fragen (FAQ) zur Dienstherrnfähigkeit

Wer kann Dienstherr von Beamten sein?

Dienstherren können ausschließlich juristische Personen des öffentlichen Rechts sein: der Bund, die 16 Bundesländer, Landkreise, Städte, Gemeinden sowie sonstige Körperschaften, Anstalten oder Stiftungen des öffentlichen Rechts mit gesetzlich verliehener Dienstherrnfähigkeit.

Was ist der Unterschied zwischen Dienstherr und Dienststelle?

Der Dienstherr ist die rechtliche Trägerkörperschaft (z. B. das Bundesland). Die Dienststelle ist die konkrete Behörde vor Ort (z. B. ein Amtsgericht oder eine Schule), die das beamtenrechtliche Weisungsrecht ausübt.

Können privatisierte Unternehmen Beamte ernennen?

Nein. Privatrechtliche Unternehmen (GmbH, AG) können keine neuen Beamten ernennen. Beamte, die bei früheren Staatsbetrieben (z. B. Post, Bahn, Telekom) tätig sind, wurden vor der Privatisierung verbeamtet und verbleiben beim Dienstherrn Bund.

Welche Folge hat eine Ernennung ohne Dienstherrnfähigkeit?

Eine solche Ernennung leidet an einem schweren Rechtsfehler und ist nach § 11 BeamtStG von Anfang an unwirksam (Nichtigkeit der Ernennung).

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