Weiterbildung - Euer Rat
#1
Hallo liebe Mitglieder.

Ich brauche Euren Rat bezüglich meines Werdeganges.
Ich bin 18 Jahre jung und bin im 3. Ausbildungsjahr zum VFA. Neben meiner Ausbildung habe ich eine Weiterbildung zum Betriebswirt fast abgeschlossen und befinde mich ab Oktober 2015 in einem Fernstudium zum Dipl. Betriebsorganisator. Danach wurde mir angeboten, einen Master Public Management anzuschließen. Das alles mache ich, um später eine Führungsposition zu übernehmen.

Nun zu meinen Fragen:
Beim VFA stehe ich insgesamt auf 3 und beim Betriebswirt auf 1. Ist der VFA wichtiger in der Verwaltung?
Sollte ich den Master später nachmachen?
Bei welchen Stellen kann ich mich nächstes Jahr bewerben?
Was denkt ihr zu den Weiterbildungen?

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#2
Ich arbeite nicht in einem Personalamt, schildere Dir aber trotzdem meinen Eindruck. Für meinen Geschmack machst Du zu früh zu viele Fortbildungen.

Der Betriebswirt ist ok, aber der Stellenwert des VFA ist höher, denn er ist die Grundlage der meisten Stellen. Es sei denn, Du willst in die Kämmerei gehen, da zählt der Betriebswirt mehr.

Dipl.-Betriebsorganisator höre ich zum ersten Mal - wofür willst Du das verwenden?

Master ist auch gut, kommt für Dich wie ich finde zu früh. Es sei denn, Dein Arbeitgeber möchte dies (es wird in Deinem Beitrag nicht ganz klar, wer Dir das angeboten hat).

Mein Tipp, wenn Du in den höheren Dienst willst: Studiere Jura und bewerbe Dich dann bei den großen Kommunen, beim Land oder beim Bund.

Und Du solltest darüber nachdenken, in eine Partei einzutreten, denn die höheren Stellen wie Beigeordnete werden oft über das Parteibuch vergeben. Ebenso hast Du dann größere Chancen, sogar Bürgermeister zu werden.
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#3
Genial! Für Fortbildungen ist es nie zu früh und gerade im öffentlichen Dienst nicht. Die Perspektive als VFA ist der größte Witz schlechthin. Als junger Mann kriegt man dem gängigen Durchschnittsgehalt definitv keine Familie durch. Also so richtig, mit Kindern, die man selbst gerne studieren lassen möchte, wird es haarig. Das geht noch nicht einmal, wenn man über's Wochenende im Nebenjob Taxi fährt. OK, es ist nicht schlecht, die Ausbildung nachweisen zu können, aber wesentlich effizienter ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Das eröffnet einem die besten Chancen, wirklich lohnende Stellen zu kriegen. Und das sind nach wie vor Beamtenstellen. Jura ist da wahrhaftig eine gute Wahl. Viel Erfolg, lieber Jungkollege und bleib so strebsam in Deinen jungen Jahren:-) Robinson
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#4
wie schrecklich!!!! Was für gräslichen AG wir ausgesetzt siind!!! Bundesweit beginnt ein Mangel an leuten mit Verwaltungsstudium oder Fortbildung, aber der ÖD hält es nicht für nötig, sein Klassensystem aus der Ständegesellschaft des 19. Jahrhunderts zu eliminieren!!!!

Das Personalwesen ÖD verharrt auf dem Stand der Kaiserzeit, 19. Jahrhundert und wurde nie refomiert!!!

Im Ausland gibt es Verwaltung nur noch als Studium bzw. gibt es eine Einheitslaufbahn, die viel durchlässiger ist als in DE -- total schrecklich wie in DE auch Lebenszeit vergeudet wird!!!

hier im einzelnen meine Kritikpunkte, die mir überall auffallen:

1. ÖD bildet zu wenig weiter, zeitgleich gibt es aber kaum offene Angebote für Weiterbildung -- Vorbildlich sind hingegen Länder wie UK, Österreich, Schweiz und andere, wo es VIEL MEHR Bildungsangebote auch für den ÖD gibt als in DE!!! Dieses Land ist so rückständig, das ich manchmal schon vom Glauben abfalle, das es sowas gibt!!!

z.B. sollte es wie in den von mir genannten Ländern viel mehr Fernstudiengänge, Teilzeit, auch ohne ewig lange Praxisphasen und ähnliches geben, Österreich hat z.B. viele Abendlehrgänge - auch für den ÖD meines Wissens, damit leute sich auch nebenberuflich qualifizieren könnnen.

DER AL II dauert viel zu lange : in vielen Gegenden muss man erst 4 Jahre arbeiten und dann gibt es kaum OFFENE Angebote am Markt , in Ländern mit Berufswahlfreiheit vornehmlich angelsächsischer Prägung ist sowas der Standard und gehört zur Berufswahlfreiheit!!!

außerdem würden auch kürzere Module der Weiterbildung reichen, z.B. erstmal Sozialgesetzgebung, wenn einer z.B. in diesen Bereich wechseln möchte. Das Berufsprinzip in DE ist total veraltet!!!

laut des Berufspädagogen Rothe wird in anderen Ländern Qualifikation durch Weiterbildung und Umsschulung gewonnen, in DE aber kommt bei vielen nach Erstausbildung oft gar nichts mehr, was langfristig am Arbeitsmarkt schadet, weil das System total unflexibel ist und wechsel erschwert.

Hab keinerlei Verständnis mehr für die Bildungswüste DE - - nun lernt hier ein VFA erst BWL als Umweg, weil es für ihn selbst nicht genug Angebote Verwaltung gibt, aber auch niemand in seine Weiterbildung investiert bzw. Fortbildung -- also muss er Umwege über vollkommen andere Fächer gehen, um am Ende doch wieder bei Verwaltung (Master) anzukommen, der aber oft nicht mal akzeptiert wird, weil man auf der EBene lieber Juristen nimmt!!!

dieses land ist sowas von kaputt, der ÖD hat auch keine moderne Personalverwaltung, sondern verharrt auf dem Niveau des Kaiserreichs mit seinem Laufbahnwesen und der Verachtung von Quereinsteigern. Man lässt sogar lieber Stellen leer, als mal jemand aus dem mD diese Aufgaben zu geben oder mal nen Quereinsteiger zu nehmen.

Als ich mir Bildungssysteme im ausland angesehen habe, dachte ich mich trifft der Schlag. DE ist Wirklichkeit sowas von rückständig mit seinem Bildungswesen (auch duale Ausbildung) das ich es kaum glauben konnte.

aber es ist Tatsachhe, dass es in anderen Industrieländern mehr Bildungsmöglichkeiten gibt und DE dahingehend gerade auch für den ÖD eine Wüste ist!!!

Du armer Kerl, der du nun auch Jahre und Umwege benötigst, weil es nicht mal eine berufsbezogene Fortbildung für dich gab, die leicht zu erreichen gewesen wäre wie es anderswo üblicher ist....
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#5
@Gast um 9.40::

Gibt es für Männer überhaupt noch Stellen im mD???? Ich arbeite bei ner Landesbehörde und 98% der Stellen die vergangenen Jahre waren nur noch sowas wie Vorzimmer, Sekretariat - also wird man im Frauenbild der 60er Jahre eingesperrt.

Für Männer ist der Beruf erst Recht nicht geeignet... es fehlt total an Stellenvielfalt.

schlimm auch, dass VFA noch auf der untersten Stufe unter Beamter mD eingeordnet wird in diesem Mehrklassensystem, weil das mit Hauptschule zugänglich sein soll, der Beamte aber nur mit Realschule -- dann wird z.B. Beamten in NRW für das duale Studium ein Jahr anerkannt, denen mit VFA aber nicht - die müssen 3 Jahre studieren....

ich kann Euch nur raten, mal moderne Bildungssysteme im Ausland anzusehen!!

in UK sind alle Ausbildungen anrechenbar, wer also ein dortiges Diploma oder apprenticeship Verwaltung hätte, dürfte das für den Bachelor anrechnen und könnte dann in 4 Semestern den Bachelor machenm, die Bildungsgänge sind aufeinander abgestimmt. Für Zugang zum Master gibt es auch ohne Bachelor dort eine Eingangsprüfung und mind. 5 Jahre Berufserfahrung, Bachelor braucht man nicht, da reicht die Berufserfahrung, weil die eben ihre eigenen Bürger nicht für minderbemittelt halten, nur weil die kein Abi haben oder keinen Bachelor.....

und man selbst muss sich in der Bildungswüste DE zumägern wo immer NIX anerkannt und angerechnet wird und alle wieder bei Null anfangen --auch die Ausbildung VFA sollte wie im Ausland in den meisten Ländern GRUNDSÄTZLICH einen weiterführenden Schulabschluss beinhalten, um die Bildungswege zu verkürzen - das macht man in Ländern so, wo Bildung als Bürgerrecht gilt und nicht als Privileg von Gymnasiasten.
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#6
Nee, also ich muss mich dazu noch mal äußern:

jetzt reicht es mir in der BRD langsam!!!

Dieser junge Mensch hier ist VFA und möchte eigentlich in der Verwaltung bleiben.... weil es in DE für die sogenannt Beruflich Qualifizierten aber seit Jahrzehnten zu wenig Bildungsangebote gibt, gerade auch in diesem Bereich, macht der nun UMWEGE über BWL und irgendein unbekanntes Technisches Diplom, weil es auf Bachelorebene oder AL II zu wenig offene Angebote gibt, um dann letztlich dann darauf zu hoffen im Master dann wieder "Quereinsteiger" in die Verwaltung zu werden....

das ist sowas von typisch für den Zustand des Bildungsunwesens hier!

wie hätte der junge Mensch das dennn ZEITSPAREND in Schottland, UK, oder Kanada oder Australien und Neuseeland gelöst:

Sein Apprenticeship /Diploma public administration ist in den meisten dieser Länder mindestens ANRECHENBAR auf einen Bachelor, gewöhnlich sind dort mehr Bildungsangebote vorhanden als hier in DE, Er hätte also mit diesem Beruf in kürzerer Zeit an einem College einen verkürtzen Bachhelor absolvieren können, dauert dann meist nur noch so 4 Semester oder ähnliches.

gewöhnlich gibt es auch mehr Fernstudiengänge oder Teilzeitmöglichkeiten als hier - gerade bei solchen eher theoriebasierten Berufen..

aber nein, hier ist DE - hier gibt es für viele Berufe kaum Angebote der Weiterqualifizierung unabhängig von Arbeitgebern, also geht dann jemand über den Umweg Betriebswirt - dann Diplom-BWL sonstwas um letztlich nach etlichen Jahren wieder beim Master Verwaltung anzukommen evtl. mit dem er aber keine Stelle dannn findet, weil man nur Juristen will.

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