Tarifverhandlungen 2010 - Informationen, Kommentare ...
#1
Ich habe hier mal einige Infos zu den demnächst anstehenden Tarifverhandlungen 2010 für Arbeitnehmer von Bund und Kommunen zusammengestellt:

Gewerkschaft Verdi: "Realistisch, aber nicht bescheiden!“
Im Zentrum steht die Forderung einer "spürbaren" linearen Entgelterhöhung für alle (Arbeitnehmer und Beamte), genannt werden fünf bis sieben Prozent. Bsirske beschrieb 2,8 % als Ausgleich für Produktivitätszuwachs und Preissteigerungen, dazu ein Ausgleich für die höheren Krankenkassenbeiträge (insbes. Zusatzbeiträge). Weitere Aspekte sind Altersteilzeit (Finden einer Anschlussregelung nach Auslaufen der Förderung Ende 2009) und Bewährungsaufstiege (Problematik für Einstellungen ab Oktober 2005). Die Leistungsorientierte Bezahlung - LOB - darf nicht zulasten der linearen Entgelterhöhung gehen.

Kommentar der Arbeitgeber (noch recht dünn):
Eine Nullrunde wird bereits ausgeschlossen. Die Einkommen im öffentlichen Dienst sollen künftig stärker von der individuellen Leistung der Beschäftigten abhängen, d.h. die LOB sollen ausgebaut werden.

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#2
Seien wir doch mal realistisch. Die schwarz-gelbe Koalition (darin vor allem FDP und CSU) macht ihrer Klientel gerade riesige Steuergeschenke, vor allem zu Gunsten der Unternehmer und sonstigen Besserverdienenden. Das muss ueber kurz oder lang finanziert werden. Das erste Sparopfer wird der Oeffentliche Dienst sein !
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#3
Ver.di fordert fuer die Beschaeftigten beim Bund und den Kommunen eine Einkommenserhoehung von 5%. Daneben werden auch verschiedene Komponenten wie eine Fortfuehrung der Altersteilzeit, bessere Aufstiegsmoeglichkeiten, etc. gefordert.
Allerdings will Ver.di, dass Gewerkschaftsmitglieder hoehere Leistungen als Nicht-Gerwerkschaftsmitglieder erhalten, das heisst mehr Urlaub, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, etc ., man nennt dies einen "Tarifbonus".

Mir erscheint die Forderung ok, aber entscheidend ist, was am Ende herauskommt. Das sollten linear 3 % sein. Mit den von den Arbeitgebern geforderten "Leistungszulagen" sollen bekanntlich muendige Mitarbeiter abgestraft werden, das kann es nicht sein. Was den sog. Tarifbonus angeht: Ich verstehe Ver.di und deren zahlende Mitglieder. Andererseits koennen sich viele Beschaeftigte im Oeffentlichen Dienst eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft einfach nicht mehr leisten. Ich denke, Ver.di sollte die Beiträge drastisch reduzieren, man könnte z.B. eine Art Mitgliedschaft light für vielleicht 12 EU / Jahr anbieten. Viele gehen auch nicht mehr in eine Gewerkschaft, da sie das Gefuehl haben, dem Gutduenken des Dienstherren hilflos ausgesetzt zu sein und dass die Gewerkschaften im Endeffekt dagegen auch wenig ausrichten können.
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#4
Zu den Äußerungen von Finanzminister Schäuble ("bin über die Forderung von Verd.di entsetzt") hier ein gelungener Kommentar von Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung:
"Ob der Staat ein bisschen mehr Geld für seine Angestellten hat, ist keine Frage des Könnens, sondern des Wollens und Sollens. (...) Ein Staat, der Leistung will und motivierte Mitarbeiter braucht, muss dafür auch etwas tun. Drei Prozent wären da ein kleines Zeichen."

Link: http://www.sueddeutsche.de/politik/994/498290/text/
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#5
Ver.di hat das Argument der Arbeitgeber, die Forderung von 5 % sei angesichts der desolaten Finanzlage beim Bund und den Kommunen zu hoch, wie ich finde sehr zutreffend entkräftet:

"Die prekäre Finanzlage beim Bund und den Kommunen ist HAUSGEMACHT. Paradebeispiel sind die Steuerentlastungen und die damit verbundenen Einnahmeausfälle. Das darf man jetzt nicht die Beschäftigten ausbaden lassen."

Das trifft den Nagel auf den Kopf. Mich erinnert das Klagen der Arbeitgeber an einen "verarmten Schenker", der beim Sozialamt darauf verwiesen wird, erstmal seine Geschenke zurückzufordern, bevor er staatliche Leistungen erhält.
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#6
Question 
glaubt ihr das es solche Kürzungen im Beamtengehalt wie in Island, Amerika oder Griechenland auch geben wird???

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