Städteranking: westdeutsche Großstädte fallen zurück
#1
Seit über 10 Jahren veröffentlicht das "Institut der deutschen Wirtschaft" Köln ein Ranking der deutschen Großstädte. Dies erfolgt differenziert nach Dynamik und Niveau. Die Top 10 des Rankings:

a) Dynamik
1 Wolfsburg
2 Ingolstadt
3 Würzburg
4 Leipzig
5 Berlin
6 Braunschweig
7 Regensburg
8 Ludwigshafen am Rhein
9 Erfurt
10 Freiburg im Breisgau

b) Niveau
1 München
2 Erlangen
3 Ingolstadt
4 Wolfsburg
5 Stuttgart
6 Regensburg
7 Frankfurt am Main
8 Freiburg im Breisgau
9 Karlsruhe
10 Ulm


Die Pressemitteilung des Instituts:

"Problemzonen liegen im Westen

Wolfsburg ist Deutschlands dynamischste Großstadt. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Ingolstadt und Würzburg.

Beim wirtschaftlichen Niveau liegt München vorn – vor Erlangen und Ingolstadt.

Das sind die Spitzenreiter des „Städterankings 2014“. Das Ranking zeigt außerdem: Viele Städte in Westdeutschland sind kaum noch wettbewerbsfähig, während forschungsstarke Standorte immer besser abschneiden.
Neben den Top-Platzierten haben sich demnach Berlin, Ludwigshafen, Stuttgart und Dresden im Ranking besonders gut entwickelt. Der Grund dafür ist vor allem ihre Forschungsstärke. IW-Direktor Michael Hüther: „Die Wirtschaft wird immer globaler, wissensintensiver und digitaler. Dafür sind Standorte mit einem Netz an forschungsintensiven Unternehmen und Instituten besonders gut gerüstet – genau das spiegelt das Ranking wider.“

Von solchen Standortvorteilen können viele westdeutsche Städte nur träumen. Aktuell trägt Remscheid die rote Laterne, wenn es um die wirtschaftliche Dynamik geht. Gelsenkirchen ist das Schlusslicht beim wirtschaftlichen Niveau. Auch Herne, Oberhausen, Duisburg und Hamm droht beim Standortvergleich die Bedeutungslosigkeit.
Außerdem, warnen die Experten der IW Consult, verlieren die betroffenen Städte in Nordrhein-Westfalen den Anschluss an die ökonomische Entwicklung. Die Schere zwischen erfolgreichen und schwachen Regionen öffnet sich dadurch immer weiter.

Für das Städteranking bewertete die IW Consult im Auftrag von ImmobilienScout24 und in Kooperation mit der Wirtschaftswoche 69 deutsche Großstädte anhand von
93 Indikatoren in den Kategorien Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Immobilienmarkt und Lebensqualität. Für das Dynamik-Ranking stand die Entwicklung der Indikatoren von 2008 bis 2013 im Fokus, für die Niveau-Bewertung waren einzig die neuesten Daten relevant. Die detaillierten Ergebnisse des Rankings wurden unter http://www.iwkoeln.de/staedteranking2014 unter anderem mit einer interaktiven Deutschlandkarte aufbereitet."

(Pressemitteilung vom 27.11.14).

Wie bewerten Sie das Ranking ? Halten Sie die Ergebnisse für plausibel ? Wie können die Großstädte in NRW den Anschluss gewinnen ?

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#2
Bei fast jedem Ranking spielen auch viele subjektive Dinge eine Rolle. Welche Indikatoren zieht man heran, wie werden diese gewichtet, wie werden die Städte bewertet ?

Hier fällt mir z.B. direkt auf, dass Wolfsburg beim Niveau auf Platz 4 liegt - wer schon einmal in Wolfsburg war, kann diese gute Bewertung definitiv nicht nachvollziehen. Das Wissen wurde offenbar sehr stark gewichtet, ein wenig handfester Faktor, der Tür und Tor für subjektive Einflüsse und auch für Manipulationen öffnet.

Bei den Mieten erhält eine Stadt eine umso bessere Bewertung, je höher die Mieten ausfallen. Bei der Gewerbesteuer wiederum werden je mehr Punkte vergeben, desto niedriger die Gewerbesteuersätze sind. Sehr fragwürdig. Alleine diese beiden Punkte zeigen die tendenziöse, neoliberale Auslegung des Rankings.

Also: Ganz interessant zu lesen, im Trend für die westdeutschen Städte auch richtig. Hier wären Infrastruktur- und Förderprogramme ähnlich wie beim Aufbau Ost vonnöten. Aber das Selbst- und Fremdbild und auch der Erfolg der Städte hängt (zum Glück) nicht nur an diesen Wirtschaftsdaten.
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