Personalrat - Mobbing durch Vorsitzende
#1
Hallo zusammen,

ich habe seit ca. 2 Jahren eine 40% Freistellung als Personalrätin.
Die Freistellung wurde damals im Gremium beschlossen da ich viele organisatorische Aufgaben, den Aufbau unseres Öffentlichkeitsauftritt und die Protokollführung von Anfang an übernommen habe.
Vor 1 Jahr mussten wir einen neuen Vorsitz wählen..
Nun kristallisieren sich nach und nach immer mehr Probleme:

Jedes mal wenn ich nicht so "funktioniere" wie Vorsitzende sich dies vorstellt steht als Tagesordnungspunkt bei der nächsten Tagesordnung "Freistellung Fr. *****".
In der Sitzung soll ich mich dann rechtfertigen warum ich weiterhin die Freistellung behalten soll.

Wie kann mir denn die Freistellung eigentlich wieder entzogen werden?
Kann der Vorsitz diesen Punkt aufsetzen ohne jegliche Rücksprache mit mir?

und dann war da noch:

1. Meldung dass ich verspätet zur Sitzung kommen kann, ( 1 x wg. Arztbesuch / 1 x Zahnarzt )
wurde dem Gremium nicht mitgeteilt und als unentschuldigtes zu spät kommen deklariert.

2. AG Öffentlichkeitsarbeit - von mir ins Leben gerufen - wurde ohne Absprache oder Abstimmung in der Sitzung um einen Teilnehmer erweitert.
Die Terminabsprache für das nächste Treffen dieser AG haben ich persönlich mit Vorsitzender (3 Wochen vorher) vereinbart, 1 Tag vorher Terminänderung durch Vorsitzende per Mail Beginn 1 Std. früher. Da ich leider am Vortag Auswärts tätig war, habe ich dies natürlich nicht mit bekommen. Hierzu muss ich noch sagen, dass bekannt ist, dass ich viele Termine außerhalb habe..

3. Vorschläge von mir werden belächelt und abgewunken. Oder auch als eigene Ideen in einer der Folgesitzungen vorgetragen.

4. Vor Personalversammlung können uns alle MA Fragen an die Geschäftsführung zukommen lassen, welche dann gesammelt und anonymisiert weitergegeben werden.
Mein Fragenkatalog wurde "leider vergessen". Meiner bitte dies den MA zu kommunizieren wurde abgelehnt.

5. Anfragen per Mail als auch telefonisch werden nicht beantwortet.

6. Mailanfrage bezüglich Fortbildung werden ignoriert.

7. Bei einer der letzten Sitzungen habe ich dann versehentlich die Übersichtsliste Mitbestimmungen Personalangelegenheiten, an irgendeine MA gesendet... die MA hat mir die Mail mit dem Hinweis "Irrläufer" sofort zurück geschickt. Ich habe trotzdem gleich bei der Vorsitzenden angerufen und meinen Fehler gemeldet..
Ihre Antwort: "Ja also darüber müssen wir uns in der nächsten Sitzung unterhalten, weil warum versendest du eigentlich die Liste überhaupt?!..Du hältst dich an keinerlei Abmachungen! Wir haben schon vor Ewigkeiten beschlossen, dass die Listen ausschließlich von mir an die Personalabteilung gesendet werden! Es kann nicht sein dass Du machst was du willst!"
Ich war so baff, dass ich erst mal nichts mehr sagen konnte!
Habe mir aber im Nachgang alle Sitzungsprotokolle durchsucht, weil ich echt schon an mir selber gezweifelt habe... Aber darüber wurde nie ein Beschluss gefasst!
.. was mich echt getroffen hat war allerdings die Unterstellung ich hätte vorsätzlich was auch immer.
Meine Sorge war eher die Datenschutzverletzung!

Bin langsam wirklich am Verzweifeln..Was kann ich nur tun? ??

Was kann mir denn blühen wenn sie den Vorfall so im Gremium vorträgt?

Verzweifelte Grüße
Bymela

Zitieren
#2
Hallo Bymela,

da hast Du ein echt schwieriges Problem. Ist bei mir ähnlich, jedoch erst in den Anfängen.
Denke Du mußt Dich mit anderen PR- Mitgliedern besprechen und schauen, wer ähnlich denkt.
Dann gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit.

Auch wenn es hart ist, die Misstrauensfrage gegenüber der Vorsitzenden zu stellen, aufgrund ihres eigenmächtigen Handelns und ohne Rückendeckung des PR.
Ebenso solltest Du die PrV darauf hinweisen, dass dieser Beschluss so nie gefasst wurde.
Was kann Dir passieren?? Entweder es gelingt Dir aufgrund deiner "Stellung"(Schriftführerin, Öffentlichkeitsarbeit ec.) eine Mehrheit hinter dich zu bringen oder Du wirst Aufgrund deiner Opposition gegen die Vorsitzende vom Personalrat ausgeschlossen(Mehrheitsbeschluss nötig).

wie gesagt, "meine" PRV geht ist oft auch als Alleinunterhalterin unterwegs und dies wurde öfters meinerseits gerügt. Entsprechend sind die Fronten klar. auch das vom Gremium auch schon Stimmen laut wurden ich solle den Vorsitz übernehmen.


kollegialen Gruß
Zitieren
#3
Hallo,

danke für die Info und vor allem für dein Mitgefühl.
Die Misstrauensfrage zu stellen ok ..aber bei den Kollegen gegen die Vorsitzende Stimmung zu machen.. ? .. dann bin ich doch kein Stück besser? Eigentlich will ich doch nur einen anständigen und respektvollen Umgang miteinander. Ich habe auch keinerlei Interesse den Vorsitz zu übernehmen. Es hat sich ehrlich gesagt nach dem plötzlichen Rücktritt des ursprünglichen Vorsitzenden keiner wirklich darum gestritten den Vorsitz zu übernehmen... Sad..
Wir sind 14 PRs (1 Schwerbhindertenvertretung, 1 Beamtenvertreter) und davon gehen 2 noch dieses Jahr in Ruhestand und 5 weitere folgen 2016 und nochmal 2 PR 2017! Und die Kollegen haben verständlicher Weise kein Interesse mehr sich "rum zu streiten"..
Weißt du vielleicht wie des mit der Freistellung ist? Muss ich mich wirklich vor ihr rechtfertigen ? Und kann mir die einfach wieder entzogen werden?

sonnige Grüße
Zitieren
#4
Hallo Bymela,
nein, Du musst Dich nicht rechtfertigen. Der Dienstherr hat Dich freigestellt. Diese Freistellung ist doch wohl zeitlich festgelegt. Ich empfehle Dir den ARTIKEL "Rechte und Aufgaben von Personalräten" aus Der Personalrat Ausgabe 10/03.
Die/der Vorsitzende ist nur das Sprachrohr des Gremiums. Er hat keine Sonderrechte und ist nicht Euer Chef (auch wenn viele dieses gerne möchten). Du musst Dich nicht gegenüb4r dem Vorsitzenden rechtfertigen sondern gegenüber dem Gremium. Das Gremium sollte einmal hinterfragen, warum denn immer wieder das Thema "Freistellung" auf der Tagesordnung ist. Der Vorsitzende sollte das Gremium stärken und nicht durch Prüfung eines eventuellen späteren Wegfalls ein3er Freistellung schwächen. Auch wenn er/sie sich dadurch sicherlich selbst stärkt (eine weitere Kontrolle ausgeschaltet).
Die Dienststelle freut sich sicherlich bei Unstimmigkeiten innerhalb des Gremiums und wird sich sicherlich an Bemerkungen des Vorsitzenden erinnern, wenn diese/r Äußerungen über die Notwendigkeit von Freistellungen im Sinne der Dienststelle macht.
Gib doch einmal in der Sitzung diese Überlegungen weiter.
Die Misstrauensfrage sollte das letzte Mittel sein und die würde ich auch nur stellen, wenn ich sicher wäre, eine große Mehrheit hinter mir zu haben.
Wenn gar nicht mehr geht hilft vielleicht eine Geschäftsordnung.
Übrigens, auf der Personalversammlung darf ja wohl jeder Beschäftigte etwas sagen, oder?
Wenn Du weitere Hilfe brauchst wirst Du diese hier hoffentlich finden.
Viel Erfolg und gutes Gelingen
delme1
Zitieren
#5
Hallo, ich werde mal auf deine einzelnen Punkte eingehen.

Zitat:In der Sitzung soll ich mich dann rechtfertigen warum ich weiterhin die Freistellung behalten soll.
Nicht du musst dich rechtfertigen, sondern das Gremium sieht das Erfordernis und entscheidet darüber. Freistellungen können vom Gremium aber auch zurückgezogen werden.

Zitat:Wie kann mir denn die Freistellung eigentlich wieder entzogen werden?
Kann der Vorsitz diesen Punkt aufsetzen ohne jegliche Rücksprache mit mir?
Der/Die Vorsitzende lädt ein und setzt die Tagesordnung fest.

Zitat:1. Meldung dass ich verspätet zur Sitzung kommen kann, ( 1 x wg. Arztbesuch / 1 x Zahnarzt ) wurde dem Gremium nicht mitgeteilt und als unentschuldigtes zu spät kommen deklariert.
.
Auch hier muss ich in die Bresche springen. Wenn ihr immer feste Termine für die PR-Sitzungen habt, kannst du zu diesen Terminen keine anderen Termine setzen. Bzw. anders herum: wenn du verhindert bist, muss ein Ersatzmitglied für dich geladen werden. Du musst aber eine Verhinderung anzeigen. Am besten Protokollwirksam in einer Sitzung.

Zitat:2. AG Öffentlichkeitsarbeit - von mir ins Leben gerufen - wurde ohne Absprache oder Abstimmung in der Sitzung um einen Teilnehmer erweitert. ...
Das sollte das Gremium entscheiden. Aber besonders nicht nur du allein. Das mit dem Termin ist eine Sauerei!!!

Zitat:3. Vorschläge von mir werden belächelt und abgewunken. Oder auch als eigene Ideen in einer der Folgesitzungen vorgetragen.
Kenn ich. Wie gesagt, immer in der Sitzung Protokollwirksam einbringen!

Zitat:5. Anfragen per Mail als auch telefonisch werden nicht beantwortet.

6. Mailanfrage bezüglich Fortbildung werden ignoriert.
zu 5: In die Sitzung bringen!!!
zu 6: Antrag auf Teilnahme am Seminar in die Sitzung! Nicht anfragen.

Zitat:7. Bei einer der letzten Sitzungen habe ich dann versehentlich die Übersichtsliste Mitbestimmungen Personalangelegenheiten, an irgendeine MA gesendet...
In der Sitzung nochmal klare Ansagen gemäß eurer Geschäftsverteilung einfordern und aufschreiben.

Trotz alledem, MfG aus B. an der S.

Zitieren
Thema abonnieren | Forum abonnieren


[-]
Schnellantwort:
Nachricht
Geben Sie hier Ihre Antwort zum Beitrag ein.

Bestätigung
Bitte klicken Sie auf das Kontrollkästchen, das Sie unten sehen. Dies ist nötig, um automatisierte Spambots zu stoppen.
 Antworten (lang)  Neues Thema


Möglicherweise verwandte Themen...
  - Personalrat verweigert Unterstützung
  - Heimarbeit für freigestellten Personalrat möglich
  - Vorsitzende meint sie sei meine Chefin



--



Wechsel zur mobilen Version

Kommunalrecht: Baden-Württemberg (BW) - Bayern (BY) - Berlin (BE) - Brandenburg (BB) - Bremen (HB) - Hamburg (HH) - Hessen (HE) - Mecklenburg-Vorpommern (MV) - Niedersachsen (NI, Nds.) - Nordrhein-Westfalen (NW, NRW) - Rheinland-Pfalz (RP, RLP) - Saarland (SL) - Sachsen (SN, Sa.) - Sachsen-Anhalt (ST) - Schleswig-Holstein (SH) - Thüringen (TH). TVöD: Bund / VKA.

Partner Twitter Facebook RSS Links Hilfe Über uns Rechtliche Hinweise Datenschutz Impressum Software: MyBB / MyBB.de © 2006 - 2017 KommunalForum.de