LOB - Berücksichtigung chronischer Erkrankungen
#1
Liebe Mitleser,

in einer Dienstvereinbarung meines Arbeitgebers steht, dass auch chronische Erkrankungen bei den LOB-Gesprächen zu berücksichtigen sind.

Ich habe eine chronische Erkrankung, die man mir äußerlich aber nicht ansieht (Multiple Sklerose), die Einschränkungen sind im kognitiven Bereich, bei der Konzentration und Fatigue. Seit der Diagnose, ich bin da sehr offen mit umgegangen, sind die Beurteilungen schlagartig in den Keller gegangen.

Beim vorletzten Mal habe ich meinen Vorgesetzten darauf angesprochen. Darauf die Gegenfrage, wie man das denn berücksichtigen soll.

Hab dazu nichts gesagt, sondern wollte das nächste Gespräch abwarten. Das war letztes Jahr. Hab wieder keine konkrete Antwort bekommen, nur, dass er das dem zuständigen Abteilungsleiter sagen wolle, damit dieser sich darum kümmern kann.

Jetzt ist es bald ja wieder soweit und ich werde es wohl wieder ansprechen. Die Frage nach dem "wie" kann ich aber noch immer nicht beantworten. Das ist ja auch nicht meine Aufgabe, weil ich mir weder die LOB noch die Dienstvereinbarung ausgedacht habe, oder?

Ich habe mittlerweile mit dem Personalratsvorsitzenden, der Personalabteilung, dem Schwerbehindertenvertreter, der Gewerkschaft etc. gesprochen. Konkrete Antworten habe ich eigentlich von keinem bekommen. Der Vertreter von Verdi meinte nur, ich solle beim LOB einen Vermerk auf dem Zettel machen, dann würde ich zu einem Gespräch eingeladen werden... Und dann?

Ich mein, viel ist netto dabei noch nie rausgekommen, aber zum einen geht es ums Prinzip, zum anderen muss man bei Teilerwerbsminderungsrente ja auch jeden Cent zweimal umdrehen.

Kann jemand was dazu sagen, Tipps geben o.ä.?

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#2
Das ist ganz typisch. LOB ist nichts anderes als eine Nasenprämie und alles andere als objektiv. Leider greift dieses Thema niemand mehr auf. Der Schaden sowie der soziale Unfrieden, der dadurch entstanden ist, ist nie wieder zu reparieren. Ein sehr gebräuchliches Mobbinginstrument, das sich hervorragend eignet, die tariflichen Beschäftigten fertig zu machen. Die Dokumentation von Gesprächen mit den Mobbern bringt einem gar nichts. Ich habe bislang nicht eine einzige dieser abgefahrenen Bewertungen unterzeichnet. Auch bestand ich stets darauf, dass ein PR mit anwesend war. All meine Einwände interessierten kein Schwein und auf die Hilfe von Gewerkschaften braucht man gleichfalls nicht zu hoffen. Ich würde mich freuen, wenn Du von höherer Stelle einmal Gehör finden tätst. Viel Glück:-) Haegar
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#3
Gebe dir da voll und ganz recht. Ist nur ein Riesenarbeitsaufwand bzw. ein unerschöpflicher Quell von Unfrieden. Auf höhere Stellen verlass ich mich jetzt nicht. Damals nach der Diagnose hatte ich ein Gespräch, weil ich von Anfang an mit offenen Karten spielen wollte. Da war vermeintlich Verständnis vorhanden und er hat noch gesagt, wenn es Probleme gäbe, könne ich immer zu ihm kommen.

Das Problem ist nur, dass man ja auf regulärem Weg gar nicht zu ihm reinkommt, da sitzt ein Zerberus namens persönliche Referentin davor ;-)! Und die blockt das total ab.

Das LOB im öffentlichen Dienst, ist kein LOB, weil die Summen ja gedeckelt sind ...
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#4
Da gebe ich dir vollumfänglich recht, Hägar! Auf höhere Stellen ist leider auch kein Verlass, da hat man mir mal Hilfe angeboten, aber bei dem Angebot blieb es dann auch.

Was passiert, wenn du das nicht unterschreibst? Ok, mit der Kalaschnikow werden sie ja nicht daneben stehen. Aber was soll das ganze LOB? Haufen Arbeit für nichts und Ärger noch dazu.
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#5
Wie wird denn bei Euch überhaupt das Thema LOB umgesetzt? Habt Ihr spezielle Zielvereinbarungen oder wird "nur" eine Bewertung der normalen Arbeit vorgenommen?

Beatrix
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#6
Zielvereinbarungen sind bei uns nicht. Ist nur praktisch so ein Bewertungsgespräch. Da zeigt sich ja auch schon der gedankliche Fehler: wenn beispielsweise gerade nicht viele Ausweissachen bearbeitet müssen, dann kann der einzelne Sachbearbeiter auch nicht mehr machen. Aus dem Ärmel ziehen geht ja nicht.

Ist vielleicht ein unglückliches Beispiel, aber ist ja bei vielem so.

Also nur Bewertung der normalen Bearbeitung bei uns und somit eigentlich nicht richtig. Außerdem erfahren wir die Termine nicht 2 Wochen im voraus (halte ich aber auch für übertrieben, was soll man in den zwei Wochen machen?), sondern im Durchschnitt eine halbe Stunde, zwischen Tür und Angel.

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