Erfahrungen Ausbildung verschiedene Behörden
#1
Hallo zusammen,

ich würde gerne Eure Meinung/Rat hören.
Ich habe die Möglichkeit zwischen mehreren Ausbildungsstellen in der Allgemeinen Inneren Verwaltung (Mittlere Beamtenlaufbahn (bei einer Bezirksregierung, einem Kreis und einer Stadt)) zu wählen und kann mich nicht entscheiden.

Deswegen würde ich gerne von Insidern wissen, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Verwaltungen Eurer Meinung nach haben.
Vor allem wo die Aufstiegschancen, nach der Ausbildung, höher sind, würde mich diesbezüglich interessieren und wo die Arbeit anstrengender und unpersönlicher ist.

Über eine Entscheidungshilfe würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank und lieben Gruß

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#2
Die gleiche Frage hast Du doch schonmal gestellt.
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#3
also gemeinhin verdient man bei den Bundesländern und ihren Behörden weniger als bei Kommunen und Bund. Das liegt daran, dass die andere Tarifverträge haben und man dort schlechter verhandelt hat. Ich kenn viele Leute im ÖD: als meine Mutter noch beim Bund war, bekam sie bei jeder Tarifverhandlung bedeutend mehr Geld als ich beim Land. Deshalb bin ich da auch total unzufrieden und hau nach dem Studium ab ins Ausland.

die Aufstiegschancen aus dem mD und insbesondere für VFA finde ich mehr als mies. Man wird quasi in dem Beruf festzementiert und kommt in vielen Gegenden kaum da raus. Das ist regional sehr unterschiedlich.

aus NRW kann ich dir sagen: wenn Du dort den mD machen würdest, z.B. beim Finanzamt als Beamter, dann kannst du sogar diese 2jährige Ausbildung auf ein evt. folgendes Studium Finanzwirt anrechnen lassen und das Studium verkürzen.

auch wird man da freigestellt, um einen Schulabschluss FOS nachzuholen. Von daher sind die Aufstiegsmöglichkeiten teilweise in manchen Bundesländern besser.

Beim Bund kann ich dir sagen, dass man dort oft anbietet, die Ausbildung VFA mit Fachhochschulreife durchzuführen. So kann man sich danach auch selber direkt weiterentwickeln.

ich rate Dir aufgrund des Einkommens, des umständlichen Wegs noch Abschlüsse nachholen zu müssen aber dazu:

mach lieber gleich Abitur oder FHR und dann bewirb dich gleich für den gehobenen Dienst.

Erst das ist eine RICHTIGE Karriere und bringt gutes Geld. Den mD kann man sich eigentlich sparen. In vielen Ländern gibts den gar nicht mehr.
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#4
Hallo
danke für deine Antwort. Das Abitur habe ich schon seit 2010.
Leider wurde ich für den gehobenen Dienst abgelehnt, aber für den mittleren Dienst habe ich mehrere Zusagen bekommen.
Die Ausbildung zum gehobenen Dienst würde ich ggf. noch anhängen.
Nur frage ich mich, wo ich es nach der Ausbildung leichter hätte, die Ausbildung für den gehobenen Dienst noch anzuhängen.
Aber vorallem frage ich mich, bei welcher Behörde ich nun am besten anfangen soll.
Sprich bei welcher Behörde ich schneller in den Besoldungsgruppen aufsteigen kann und wo die Arbeit mehr Spaß macht.
Ich könnte mir vorstellen, dass man bei der Bezirksregierung weniger mit Bürgern zu tun hat und es aufgrund der Behördengröße unpersönlicher zwischen den Kollegen abläuft. Dafür hat man dort aber vielleicht ein interessanteres Aufgabengebiet.
Ich hoffe das mir jemand etwas dazu sagen könnte.
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#5
Einen wirklich fundierten Rat kann dir hier doch keiner geben, da die Beantwortung deiner Fragen von so vielen Faktoren abhängig ist, die hier keiner kennt oder gar beeinflussen kann.

Du kannst es hier oder dort gut oder schlecht treffen. Letztendlich muss du für dich selbst entscheiden, was für dich richtig ist.

Ich an deiner Stelle würde z.B. Ortsnähe berücksichtigen. Wie die Beförderungschancen aussehen, kann dir doch während der Ausbildung egal sein (zumal die sich auch verändern können). Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Frage der Übernahme nach Ausbildung.
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#6
Hallo was_guckst_du,
danke auch dir für deinen Rat.
Die Übernahme wird mir bei allen Behörden garantiert. Inwiefern das dann tatsächlich auch passieren wird, weiß man natürlich vorher nicht. Ich wohne sehr nah bei der Kreisverwaltung und bei der Stadtverwaltung. Zur Bezirksregierung hätte ich einen längeren und umständlicheren Fahrweg. Ich würde gerne nach der Ausbildung auch in der Behörde bleiben, von der ich ausgebildet wurde. Da ich annehme, dass es eher schwer wäre danach bei einer anderen Behörde genommen zu werden, weil die alle ihre Mitarbeiter selber ausbilden. Deswegen sind mir die Aufstiegschancen ganz besonders wichtig. Ich würde auch gerne im Anschluss die Ausbildung für den gehobenen Dienst anschließen. Vielleicht weißt du, ob man diese verkürzen kann? Wenn man schon eine Ausbildung im mittleren Dienst hat.
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#7
Die Ausbildung für den gehobenen Dienst kann man nicht verkürzen. Sie dauert drei Jahre und ist in NRW als duales Studium ausgelegt.

Ein Wechsel zu einer anderen Behörde war in der mittelfristigen Vergangenheit schwierig, da es an entsprechenden Planstellen fehlte (Stellen wurden nicht wiederbesetzt oder fielen ganz weg).

Mittlerweile spielt die demographische Entwicklung auch im öD eine zunehmende Rolle. In den nächsten 10-15 jahren werden die geburtenstarken Jährgänge in Pension gehen. Davon sind ca 20 % der Beschäftigten betroffen und viele tausend Fachkräfte müssen ersetzt werden. Dies bedeutet einen erheblichen Fachräftemangel im künftigen öD; diesen Mangel wird man nicht allein durch erhöhte Ausbildungszahlen abfangen können, so dass künftig der Wechsel zu anderen Behörden viel einfacher sein wird.
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#8
Ich habe auch noch Bewerbungen offen für den gehobenen Dienst,
male mir aber eher schlechte Chancen aus.
Wissen Sie vielleicht zufällig, ob ich, falls ich doch noch überraschend für den gehobenen Dienst bei einer anderen Behörde eine Zusage bekomme,
ich dann bei der Behörde, der ich bereits für den mittleren Dienst schriftlich zugesagt habe, problemlos wieder absagen kann?
Oder ob ich dann mit rechtlichen Konsequenzen rechnen muss?

Liebe Grüße und vielen Dank
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#9
Das Dienstverhältnis als Beamtin beginnt erst mit der Aushändigung der Urkunde; bis zu diesem Zeitpunkt sind Absagen theoretisch möglich. Eine (späte) Rücknahme der Zusage vor Urkundenaushändigung wäre natürlich ein Winkelzug gegenüber dem Arbeitgeber und würde dessen Planungssicherheit beeinträchtigen.

Aber alles hat eben zwei Seiten. Ich halte es aus Sicht des jungen Menschen für durchaus legitim, hier zu pokern. Schließlich steht eine existentielle Entscheidung an und langfristig gesehen ist die Tätigkeit im gehobenen Dienst nicht nur interessanter sondern eben auch lukrativer.

Du solltest im Vorstellungsgespräch für den mittleren Dienst auch nicht den Fehler begehen, darauf hinzuweisen, dass du evtl. noch an Auswahlterminen für den gehobenen Dienst teilnimmst und das du diese Ausbildung bevorzugst (du würdest damit eine Entscheidung für dich sehr schwierig werden lassen).

Viel Erfolg!
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#10
Vielen,vielen Dank! Sie haben mir wirklich sehr geholfen.
Aufgrund der Sterne unter Ihrem Namen würde ich gerne wissen, ob man Sie bewerten kann.
Ich würde Ihnen 5 Sterne geben!

Liebe Grüße

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