Boreout - Umfrage für Diplomarbeit
#1
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Studentin an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern im Fachbereich Sozialverwaltung.

Im Rahmen meiner Diplomarbeit möchte ich herausfinden, ob es im Öffentlichen Dienst eine Tendenz zum „Boreout“ gibt (Kernelemente des „Boreout“ sind die Bereiche Unterforderung, Langeweile und Desinteresse).

Hierfür möchte ich eine empirische Studie durchführen, indem ich die Angehörigen des Öffentlichen Dienstes befrage.


Ich möchte Sie bitten mich hierbei zu unterstützen und an der folgenden Befragung bis zum 14.11.2016 teilzunehmen. Ihre Teilnahme ist entscheidend für meine Arbeit!

Unter diesem Link erreichen Sie die Umfrage: https://www.umbuzoo.de/q/boreout/de/


Die Daten werden anonym erhoben. Die Ergebnisse werden nur zusammengefasst ausgewertet, das heißt, dass niemand aus den Ergebnissen erkennen kann, welche Antworten Sie gegeben haben.

Bitte leiten Sie diesen Link an Ihre Kollegen und Kolleginnen weiter, je mehr an der Befragung teilnehmen umso repräsentativer ist die Studie.

Gerne können Sie sich bei Fragen oder Anregungen an mich wenden.

Vielen Dank im Voraus!

PS: Mir ist durchaus bewusst, das dies ein nicht gern gesehenes Thema ist und viele die Befürchtung haben, dass dieses Thema das Vorurteil des "schlafenden Beamten" behandelt. Dies ist aber nicht der Fall! Es geht hier um die wissenschaftlich anerkannte Diagnose "Boreout". Nehmen Sie auch teil, wenn Sie der Meinung sind, dass es sowas im Öffentlichen Dienst/in Ihrer Dienststelle nicht gibt! Nur so kann in der Analyse der Ergebnisse eine aussagekräftige Studie entstehen! Vielen Dank!

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#2
Schon wieder? Scheint ein Lieblingsthema der Professoren an den Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung zu sein...

https://www.kommunalforum.de/Thread-Bore...st-UMFRAGE
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#3
Hab ich auch gedacht, schon wieder?

Bei uns wurden in den vergangenen Jahren massiv Stellen abgebaut, jetzt gehen viele Mitarbeiter in Rente und die Stellen werden verzögert besetzt, es liegen der Dienststellenleitung immer mehr Anzeigen auf Überlastung vor - von Boreout keine Spur (wenn, dann müssten es sehr individuelle Einzelfälle sein meiner Meinung nach)

Beatrix
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#4
Ich bin vom Boreaut betroffen seit 2009 sitze ich auf einem Arbeitsplatz der vollkommen sinnentleert ist. Ein Arbeitsgebiet habe ich mir anwaltlich erstellen lassen, leider nie bekommen. Es wird gewartet bis man selbst geht vor lauter Langeweile. Langeweile macht sehr erfinderisch, man wird enorm kreativ. Ich habe sogar die Charakteren erforscht meines ganzen Umfeldes. Ich habe es Vorgesetzten (Personalrat/Personalsachbearbeiter/Chef usw.) mitgeteilt, wie sterbenslangweilig es mir ist. Ein fataler Fehler, ich habe es aber trotzdem gemacht und dachte vielleicht ändert sich doch etwas. Kollegen stellen einen dann als saudumm dar, so dass es heißt man kann die Angestellte nicht beschäftigen da sie praktisch das Arbeitsgebiet welches es gar nicht gibt, nicht ausüben kann. Ich habe Arbeitszeiten reduziert, bin kein Einzelfall was mir von anderen Stellen berichtet wurde. Langeweile gibt es mehr als man denkt im öffentlichen Dienst. Alles wäre eigentlich ohne Probleme gut zu ändern von Vorgesetzten wenn das gewollt würde, was aber nicht so ist. Mein Chef hat sogar schon vergessen, dass ich im Zimmer neben ihm sitze und anwesend bin. Ein Anruf der Schule meines Sohnes beantwortete er morgens um 10.00 Uhr ich bin gar nicht da. Kündigen könnte ich da ich eh nichts zu tun habe usw. Ich bin 28 Jahre im Dienst, habe zwar schon andere Zeiten erlebt das Gegenteil aber die letzten 6 Jahre unvorstellbar. Würde ich nicht darüber schreiben können während meiner Anwesenheit, ich glaube ich würde durchdrehen. Schlafen/Stricken/Fingernägel lackieren/Bücher lesen/Zeitung/Telefonieren/Sticken in die Luft schauen, alles möglich. Ich habe eine komplette Dokumentation wann die ersten gesundheitlichen Probleme aufgetreten sind. Tinnitus/Schlafstörungen/Magenprobleme/Lustlosigkeit bis hin zur totalen Frustration und Energielosigkeit nach Feierabend obwohl man nichts gemacht hat könnte ich jederzeit punktgenau nachvollziehen. Ich habe praktisch mein eigenen Verlauf protokolliert. Ich hatte jede Menge Zeit. Schade dass die Studie zu Ende ist, aber sollte jemand mal jemand benötigen für ein Vortrag, ich komme gerne vorbei. Aktuell habe ich erneut gefragt ob ich nicht versetzt werden könnte, aber laut Vorgesetzte nicht möglich. Mein Arbeitsplatz muss wohl sehr interessant für Andere sein.
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#5
In DE hat die Produktivität seit 2005 um 16% zugenommen, rein rechnerisch hat DE nur noch eine 30 Std Woche, so dass es immer schwerer wird alle noch vollzeitnah zu beschäftigen... 1991 hatte DE noch 4,7 Mio. Vollzeitstellen mehr als heute, seit dem sank das um 18% ca.... eben fast 5 Mio. Vollzeitstellen weniger seit 1991 ---- 1991 wurden noch 1580 Std pro Jahr pro Person gearbeitet, heute nur noch 1371 Stunden.... so verschiebt es sich an manchen Stellen zur Teilzeit, bei andren Stellen wiederum wird zu viel gearbeitet, dass muss man besser umverteilen...

zumal in DE das Berufsbildungswesen im internationalem Vergleich viel zu unflexibel und regide ist!!! Da man kaum umschulen kann und nieamand das bezahlt, kann man gar nicht Berufe wechseln und wieder verlassen, es fehlen die flexiblen Angebote dafür --- ich würd nämlich auch lieber was Neues lernen, Verwaltung nervt nur noch, dieses herumgesitze dort -- ich würd lieber was Soziales noch mal lernen statt diesen überlaufenen Verwaltungsmist, der eh wegautomatisiert wird nacnh und nach...

der IAB hat einen Jobmonitor veröffentlicht: Automatisierungsrisiko mittlerer Dienst bei 45% --- aber umschulen darf man in DE immer nirgends, da es im Gegensatz zu anderen ländern KEINE offenen Bildungsagebote gibt = Fernkurse, Teilzeitlernen, Abendkurse zum umschulen z.B.....

auch die Weiter/fortbildung im ÖD ist für viele der bald wegautomatisierten Menschen vollkommen unzureichend! Besser haben es Berufssoldaten bei der Bundeswehr, wo die Arbeitgeber in der Verantwortung sind ihre überflüssigen Mitarbeiter neu zu qualifizieren und umzuschulen -- solchen Service sollte es für JEDERMANN geben!!!!
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#6
Lach ich breche weg..... Ja Unterforderung und Langeweile im Amt kenne ich zu gut.....

An die Überlasteten: Für einen Burnout muss man erstmal in seinem Arbeitsleben gebrannt haben ;-)
Derjenige der im Amt überlastet ist, macht was falsch und kann froh sein, dass er im Amt ist. Für das richtige Arbeitsleben in der freien Wirtschaft sind solche definitiv nicht geeignet!
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#7
(27.12.2016, 18:51)Gast schrieb: Lach ich breche weg..... Ja Unterforderung und Langeweile im Amt kenne ich zu gut.....

An die Überlasteten: Für einen Burnout muss man erstmal in seinem Arbeitsleben gebrannt haben ;-)
Derjenige der im Amt überlastet ist, macht was falsch und kann froh sein, dass er im Amt ist. Für das richtige Arbeitsleben in der freien Wirtschaft sind solche definitiv nicht geeignet!

Was ist das denn für eine dumme Aussage? Meinen Sie also, es gibt keine Stellen im öffentlichen Dienst, die stressig sind? Icon_rolleyes
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#8
es gibt im öffentl. Dienst BEIDE EXTREME !! Es gibt Stellen, da ist kkaum noch was zu tun und welche, die viel zu tun haben, zumal es Abteilungsleiter gibt, die den leuten vorschreiben möglichst Überstunden machen zu müssen, selbst wennn nicht nötig, damit das Personalbudget gerechtffertigt bleibt und nicht gekürzt wird.... also Präsentismuszwangskultur --- wenn man nur die Produktivitätswachstumszahlen berücksichtigt und das Arbeitsvolumen in Deutschland, dann könnten wir die 30 Std. Woche für ALLE einführen, damit nicht so viele arbeitslos oder unterbeschäftiigt sind.... vor kurzem haben IAB und ARD die Automatisierungswahrscheinlichkeit auch für mittlere Beamte angegeben: Diese liegt bei 45% ! Siehe ARD Jobmonitor --- Eingeben Beruf Beamter mittlerer Dienst

und was bedeutet denn steigende Produktivität und wie realisiert sich jene bei Büroberufen: das ist zum großen Teil die Computerdividende -- früher war Verwaltung viel zeitaufwändiger als heute, wo jeder am PC alles selbst bearbeiten, drucken und verwalten kann..... zumal durch technische Lösungenn immer mehr Vorgänge automatisiert oder outgesourct werden, Beispiel: E Government - wenn das weiter ausgebaut wird, kommt es verstärkt zum Outsourcing (die Kunden `= Firmen / bürger machen das dann selbst ) oder weiteres Bsp.: bei uns hier fielen Stellen weg bei Zeiterfassung (automatisches Prrogramm statt Stechuhr mit mehr Erfassungspersonal , oder nun neuerdings Fahrzeug/Fuhrparkverwaltung : macht bei uns nun eiin Automat, man bucht selbst und kann den Schlüssel aus einem Kasten ziehen und gibt dort alles selbst ein, wie ein Zigarettenautomat, Einsparung eines mD Sachbearbeiters.....

Das an manchen Stellen dennn welche Boreout bekommen, ist kein Wunder, sondern hier realisiert sich ein Strukturwandel am Arbeitsmarkt, DE muss diesem Wandel stärker begegnnen durch bessere Fortbildung, Weiterbildung und Umschulung, flexiblere und offenere Bildungsangebote -- z.B. sollt der stärker von Automatisierung bedrohte mD endlich sinnvoll weiterqualifiziert werden , statt dann nnur gelangweiilt iirgendwo herumzusitzen! Das meine ich ja, mit FLEXIBLERE Bildung! In DE ist das alles zu starr

hier ein weiteres Indiz für Boreoutgefahr durch Strukturwandel im Arbeitsmarkt --- statt starres Berufsprinzip braucht DE mehr OFFENHEIT

http://www.beamtentalk.de/viewtopic.php?t=2793
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#9
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, auch anhand des oben eingefügten links, das die gesamte Personalkultur im öffentl. Dienst nicht mehr zeitgemäß ist und daher das Phänomen Unterforderung und Boreout im mittleren Dienst und Überforderung und Burnout im gehobenen Dienst verstärkt -- es handelt sich um eine schlechte Arbeitsteilung, weil zu stark in ein Schema gepresst wird das man Laufbahnen nennt -- wenn für die einen viele Aufgaben wegfallen, dann sollte man andere Aufgabenn eben besser umverteilen, statt am starren Laufbahnprinzip und mangelhafter Berufsoffenheit festzuhalten.

das will man nicht einsehen, dabei kann man das im obigen link auch gut nachlesen::: ZITAT:

So ist es.
Viele Aufgaben des mittleren Dienstes von früher (Aktenverwaltung, Auftragsbearbeitung und vor allem Schreibarbeiten) sind im Endeffekt den IT-Lösungen zum Opfer gefallen.

Die mittleren Tätigkeiten gibt es fast nicht mehr, die ins mittlere Laufbahnschema passten. Entweder die Aufgaben sind heutzutage recht einfach gestaltet (Eingabetätigkeiten, Callcenteraufgaben) oder sie sind gleich auch komplexer als früher und (zumindest meinen die oberen Eierköpfe dass es so sein müsste) "können" nur von Leuten mit Abitur, besser noch mit Bachelor oder gar Master erledigt werden.
Die Bewertungen gehen fast überall nur noch bis A8 und man stellt für die "einfacheren" Tätigkeiten gleich junge Angestellte ein.

Wobei... ich habe letztens eine Ausschreibung bei der Uni gesehen, die hatte dermaßen hohe Anforderungen an die Qualifikation, unter anderem auch Fremdsprachen (am Besten gleich 2), dass ich die Einstufung TVöDL 5 einfach unverschämt niedrig fand.
Allerdings ist das so etwa in Stufe 1 knapp 1900 Euro brutto, bis Stufe 5 2350 Euro.
Das ist nicht wenig für einen Berufsanfänger - allerdings für die geforderten Qualifikationen fand ich es schon reichlich unverschämt niedrig. Wenn man sich so umguckt, laufen gerade in der Nachwuchsgeneration nicht mehr viele Schulabgänger oder gar jung-berufserfahrene herum, die des Deutschen, geschweige einer oder mehrer Fremdsprachen mächtig sind.

Jedenfalls, das was da für den mittleren Dienst gefordert war, dafür hätte man früher jemanden mit der Quali für den gehobenen nehmen müssen.

Der Bund und die Länder (und Kommunen - Ergänzung) haben es schlicht versäumt, die neuen Berufsbilder und die aktuell erforderlichen Befähigungen mit dem Besoldungssystem abzustimmen. Deshalb machen sie jetzt einfach den großen Schnitt, nehmen nur noch Angestelltennachwuchs und versuchen, die Beamten rauszukippen.

........
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#10
(28.12.2016, 11:14)Gast schrieb:
(27.12.2016, 18:51)Gast schrieb: Lach ich breche weg..... Ja Unterforderung und Langeweile im Amt kenne ich zu gut.....

An die Überlasteten: Für einen Burnout muss man erstmal in seinem Arbeitsleben gebrannt haben ;-)
Derjenige der im Amt überlastet ist, macht was falsch und kann froh sein, dass er im Amt ist. Für das richtige Arbeitsleben in der freien Wirtschaft sind solche definitiv nicht geeignet!

Was ist das denn für eine dumme Aussage? Meinen Sie also, es gibt keine Stellen im öffentlichen Dienst, die stressig sind? Icon_rolleyes

Ja das meine ich so! Jeder der mal in der freien Wirtschaft im Mittelstand gearbeitet hat, weiß was Stress und Erfolgsdruck bedeutet!
Das was man im Amt dagegen als Stress bezeichnet wird ist lachhaft.
Im Mittelstand ist man ständigem Erfolgsdruck ausgesetzt und wenn man keine 110% bringt, ist man seinen Job los. Dagegen haben die Damen und Herren im Amt paradiesische Umstände und werden auch noch gut bezahlt.
Wer da Burnout bekommt, der macht etwas falsch und sollte sich selbst mal in Frage stellen und nicht immer alles auf das böse Amt schieben!
Wenn man erstmal die harte Realität im Mittelstand erleben durfte, dann schätzt man das was der öffentliche Dienst einem alles bieten kann und wie schön man es dort hat!

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