Betriebliche Kommission - Besetzung
#1
Hallo Personalvertretungsleute, Hi AuenlandbewohnerinS10347

Es ist einfach immer wieder herrlich, was man so alles erlebt. Irgendwie kommt es mir vor, als würde man überall in der Zeit zurückgehen und die heißgeliebte, alte Verwaltungshierarchie wieder in vollen Zügen aufleben lassen. OK, also das leidige Thema "Nasenprämie" dürfte Euch allen ja geläufig sein. Wir haben damit nun wieder eine harte Nuss zu knacken. Der DS passte die DVO dazu nicht; kurzerhand kündigte sie das Teil dann zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Bedingt hierdurch ist es aber erforderlich, eine neue Betriebliche Kommission einzurichten, die eine neue DVO ausarbeitet. Und jetzt kommt der Knaller, liebe Freundinnen und Freunde: Die DS will als Beteiligte Ihrerseits dort lediglich Beamte einsetzen. Ist das nicht ein großer Witz? Es geht um die Verteilung von Moos, welches von tariflich Beschäftigten bereits erwirtschaftet worden ist. Das passt doch hinten und vorne nicht. Einen klassischeren Fall von Betrug kann es gar nicht mehr geben. Beamte legen in der Hauptsache die Richtlinien fest, obwohl die diese Kohle überhaupt nichts angeht. Dann nehmen die gleichen Leute Bewertungen vor und entscheiden darüber, wer Nasenprämie erhält und wer nicht. Das ist nur noch abgefahren. Der Beamte als Übermensch, genau wie es früher gewesen ist. Ich bin der Auffassung, dass so etwas nicht zulässig sein kann. Aber genau weiß ich es nicht, da man ja grundsätzlich die Parität hat. Nun gut, wenn die Einrichtung einer Betr. Kommission scheitert, dann müsste doch die alte DVO für die Interimszeit weiter Geltung haben, oder sehe ich das falsch? Was wir mittlerweile schon in Erfahrung gebracht haben ist, dass man von PR-Seite her externe Leute an den Tisch holen kann, die mit beratender Stimme mitwirken. Woraus leitet sich der Rechtsanspruch auf die Übernahme der diesbezüglich anfallenden Kosten durch die DS ab? Die Betr. Kommission ist schließlich ein eigenständiges Gremium. Ich könnte mir durchaus auch vorstellen, dass die DS gleichfalls Vertreter der AG-Verbände an den Verhandlungstisch zerrt. Es geht schließlich darum, den tariflich Beschäftigten zu schaden und fortwährend für die Erhaltung eines schlechten Betriebsklimas zu sorgen. Ziel ist einzig und allein, für ein paar wenige Vasallen den Rahm abzuschöpfen und die übrigen Kolleginnen/Kollegen leer ausgehen zu lassen. Reine psychologische Kriegsführung ist das. Das Fußvolk soll sich gegenseitig zerfleischen. Was kann man nach Euerer Auffassung tun, um sich gegen derartige Machenschaften erfolgreich zur Wehr zu setzen? Für paar hilfreiche Tipps wären wir Euch echt dankbar. Glück auf P033 Haegar

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#2
Es ist doch viel besser, wenn Leute darüber entscheiden, die selbst keine Vorteile daraus haben. Bei Angestellten besteht immer die Gefahr, daß die das so machen, wie diejenigen, die das verhandeln, es gerne für sich persönlich hätten.

Beamte sind doch da viel objektiver. Weil es nicht um sie selbst geht.
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#3
Vielen Dank für Deine Einschätzung, Katharina. Aber genau dem ist nicht so. Die sind alles andere als objektiv, nämlich selber die größten Vasallen der Geschäftsleitung. Paß mal auf, was geht es die an, wie die tariflich Beschäftigten in einer DV die Verteilungskriterien festlegen. Wie Du richtig sagst, betrifft es sie ja nicht. Aber, man will seitens der DS doch immer die Zwietracht schüren und die Leute gegeneinander aufhetzen. Das ist der Knackpunkt. Und dann kommt noch dazu, daß die selber noch nicht einmal auf einheitlicher Linie fahren, sprich der eine den Bewertungsrahmen voll ausschöpft, während der andere ihn nach eigenem Gutdünken irre nach unten reduziert. Dadurch entsteht ein falsches Bild. Die haben nur ein Interesse, das Betriebsklima nachhaltig zu beschädigen und wie geht das am Besten? Ganz simpel: Man probiert, die Verteiligungskriterien soweit es geht so zu frisieren, damit vom großen Kuchen nur noch die linientreuen Vasallen was abkriegen und alle anderen (unliebsame PR-Leute usw.) leer ausgehen. Soviel zu der Objektivität von Beamten. Mit kollegialem Gruß: Haegar
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#4
Ach so, noch etwas entscheidendes ist hier erwähnenswert. Man hat die Büroleitung auf einen solch hohen Schild gestellt, dass der Stelleninhaber überhaupt nicht zum PR wählbar ist. Ein Trick, um die Personalvertretung um die Mitwirkung zu bringen. Das nur nebenbei angemerkt. Eben dieser Stelleninhaber aber soll, mit Unterstützung weiterer Beamten, Mitglied der Betrieblichen Kommission werden. Irgendwie hat die ganze Geschichte einen schlechten Beigeschmack. Meint Ihr nicht auch? Glück auf: Haegar
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#5
Hallo Haegar,

die Betriebliche Kommission ist bei uns von DS-Seite auch nur mit Beamten besetzt, was mir persönlich keine Probleme bereitet. Die Dienstvereinbarung über die Auszahlungsmodalitäten wurde bei uns allerdings mit den Beschäftigtenvertretern des PR und der DS ausgehandelt, also nicht von der Betrieblichen Kommission. Diese Trennung wäre mir wichtig.

LG august93
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#6
Hallo August:-) Ich verstehe! Mir ist das auch durchaus bewußt, dass die Betriebliche Kommission ein eigenständiges Gebilde ist. Aber: Deren Aufgabe ist es, im Prinzip die Inhalte der DV auszuhandeln bzw. vorab festzulegen. Danach erst erfolgt in der Regel der Abschluß durch zwischen DS und PR. Soweit klar. Ich sehe halt nur ein mega Problem darin, dass wir tariflich Beschäftigten mehrfach über den Tisch gezogen werden dabei. Wenn man in der BK keine Einigkeit erzielt und der PR anschließend die DV nicht mittragen kann, was passiert dann? Wenn es nicht zu einer neuen DV kommt, gilt dann die alte weiter? Oder kann die DS dann einfach so frank und frei total machen, was sie will im Bezug auf die Umverteilung des Geldes, das uns ja schon gehört? Es kann sein, wie es will, mit Demokratie hat das nichts mehr gemein. Es wäre am Besten, die Gewerkschaften würden sich massivst dafür einsetzen, dass diese "Nasenprämie" wieder aus dem TV verschwindet. Der größte Unfug aller Zeiten ist das und dient nur als neumodisches "Mobbing-Instrument". Glück auf: Haegar
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#7
Hallo Haegar,

bei uns wurde zunächst Dienstvereinbarung durch Personalrat und Dienststelle abgeschlossen. Danach wurde die Betriebliche Kommission gebildet.
Bei Kündigung gilt die bisherige Dienstvereinbarung bis zu einem Neuabschluss weiter - wurde bei uns so festgeschrieben.
Bei der Betrieblichen Kommission hat in der Tat der Dienststellenleiter das letzte Wort. Insofern wäre für mich die BK nicht die richtige Institution, um eine Dienstvereinbarung auszuhandeln. Klar ist, dass aus der BK Impulse an den PR kommen - ob dies zu einer Änderung der Dienstvereinbarung führt, entscheidet dann aber letztendlich der komplette Personalrat mit.

LG
august93
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#8
Hallo August,

wenn sich jeder an der eigentlichen Spielregeln hält und man sich einig ist, funktioniert das auch. Aber hier ist die Welt ein wenig anders. Unsere Kollegin, die Auenlandbewohnerin, pflegt in derartigen Fällen zu sagen: Ist halt Dumpfbackenhausen. Nein, ernsthaft, es geht vorliegend um die Problematik, dass die DS ihrerseits (wozu sie auch berechtigt ist) die DV einseitig aufgekündigt hat, weil ihr die Regelungen darin nicht schmecken. Man möchte die Leute eben intensiver mobben und linken. Das ist offensichtlicher Kommandostandpunkt. Die ursprüngliche DV entstand aufgrund von Vorberatungen und Abstimmungen in einer BK. Nachdem man sich auf die Punkte der DV geeinigt hatte, wurde diese dann anschließend offiziell zwischen PR und DS abgeschlossen. Das Problem jetzt ist, dass der DS "Lösungsansätze" vorschweben, die wir nicht haben wollen. Eine neue BK wird hier auch wenig hilfreich sein, denn man beabsichtigt quasi unterschwellig diktatorisch einen Verteilungsmodus des Leistungsentgelts einzuführen, über den nur noch linientreue Vasallen bedient werden. Das kann es nicht sein. Wenn wir das Spiel nicht mitmachen, was wird passieren? Es darf doch wohl nicht soweit gehen, dass die das irgendwie festlegen ohne unsere Zustimmung. Allein schon das Wort "Vereinbarung" deutet klar an, es handelt sich um einen Vertrag und dazu bedarf es immer zwei Parteien. Aber es ist sowieso alles Makulatur, August. Wenn Du dich mal intensiver mit der Materie "DV" befaßt, wirst Du sehen, dass die Dinger im Prinzip einen Rechtscharakter haben, der schwach ist wie eine Flasche leer. Wenn's ernst wird, kann man das ganze PersVR auf den Müll werfen. Wir bräuchten einfach wesentlich mehr Rechte. Da besteht Handlungsbedarf von Seiten der Gewerkschaften. Glück auf: Haegar

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