Aussichten auf Verbeamtung als Diplom-Verwaltungswirt
#16

Auch die Stadtverwaltung ist eine Behörde, denn Behörde ist gem. § 1 Abs. 4 VwVfG jede Stelle, die Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahrnimmt Smile (Das wirst Du im Studium noch oft "runterbeten").

Vom Grundsatz her sollte man sich erst einmal bei allen ausbildenden Behörden im Umkreis bewerben, denn eine Anwärterbehörde bei irgendeiner Behörde ist besser als gar keine Smile ...

Erst einmal das Studium (irgendwo) absolvieren, danach kann man immer schauen, wo man bleibt. Gerade durch den sich zukünftig stark verstärkenden Personalbedarf ist jetzt genau der Richtige Zeitpunkt für den Einstieg in den ÖD.

In der Regel ist es so: Je größer die Behörde, je mehr Stellen = größerer/schnellere Aufstiegschancen.

Es gibt bei euch doch sicherlich auch eine Kreisverwaltung/Landratsamt. Die bilden ggf. auch aus und bieten nach dem Studium (auch von den späteren Tätigkeiten her) mehr Möglichkeiten.

Bei uns hier bilden z.B. selbst Städte mit 30.000 Einwohnern jedes Jahr 3-4 neue Anwärter aus. Deine "Wunschbehörde" scheint ja insgesamt nur eine einzige Anwärterstelle zu haben...
Und die eine Stelle muss man halt auch erst mal ergattern Smile
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#17

Ah, noch was zur Schaffung höherwertiger Stellen: ich denke, das Ziel wird sein, die Beamtenstellen abzubauen. Im Haushaltsplan stand, dass, wenn der Leiter des Referats X in Pension geht, die Stelle abgebaut wird und das Referat in andere Bereiche eingegliedert wird. Ich denke, das ist auch langfristig die Lösung...
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#18

Hi - ich habe deine Antwort jetzt erst gesehen, da der Post mittlerweile auf die zweite Seite gegangen ist.
Nun, es ist so, dass die entsprechende Behörde die einzige im gesamten Bundesland (ja, ich habe die Seiten aller Gemeinden etc. durchgeschaut, war überschaubar) ist, die aktuell diese Ausschreibung veröffentlich hat. Alle anderen Behörden hatten eine Bewerberfrist zum 01.10.21. Diese Stelle wurde allerdings erst Mitte Dezember ausgeschrieben und endet Ende Januar.
Dass ich vorher nicht geschaut habe, ist natürlich meine Schuld. Ich habe die letzten Jahre durchweg das Lehramtsstudium angestrebt (nur deswegen habe ich nach der Fachhochschulreife überhaupt Abitur gemacht). Mir war auch die kritische Situation zwischen Absolventen an der Uni und Stellenangeboten immer bekannt, ich habe es allerdings verdrängt. Da für mich aber ein Bundeslandwechsel überhaupt nicht in Betracht kommt, sollte ich schon realistisch denken - und da ist immer mehr mein „Plan B“ in den Vordergrund gerückt. Ich habe Monate mit mir selbst gehadert, um dann die Entscheidung getroffen zu haben, dass dieser Plan wohl der „sicherere“ ist. Nur waren dann alle Stellen weg. Bis auf diese.
Ist aber auch gar nicht schlimm, denn das ist mein Nachbarort. ;-)
Ich hab da eben nur Angst, dass die Aufstiegschancen hier wirklich maximal beschränkt sind und hoffe, dass ein eventueller Dienststellenher dann später ohne Probleme möglich ist.
Kann man, als LZ-Beamter mit A9 sich auf eine A11 Stelle bei einem anderen (!) Dienstherrn bewerben, ohne dass hierbei eine erneute Probezeit fällig wird, da Besoldungsgruppe und Dienstherr abweichend sind? Oder wird diese nur ausgelöst, wenn man von Kommunen zum Land/Bund wechselt und/oder den Dienst wechselt, also bspw. vom g.D. in den h.D.?

Ich habe übrigens Anfang Januar meine Bewerbung via Mail abgeschickt und noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten. Ich hoffe, dass es daran liegt, dass grundsätzlich erst Informationen - egal welcher Art - rausgehen, wenn die offizielle Frist Ende Januar abläuft.
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#19

Eventueller Dienstherrenwechsel meinte ich*
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#20

Zu deiner Aussage mit den Behörden, die jedes Jahr 3-4 Anwärter ausbilden: hast du einen Überblick darüber, wie viele davon i.d.R. übernommen werden und in welcher Beschäftigungsart? Von was wird es bei euch abhängig gemacht?
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#21

Die Anwärter hier werden eigentlich alle im Beamtenverhältnis übernommen. Selbst die, die nur "gerade so" bestanden haben. Der Personalbedarf ist eben durch die vielen Pensionierungen der Altbeamten da...

Die Stellenausschreibungen für Ausbildungen gehen tatsächlich i.d.R. von August/September bis November/Dezember. Wer als Behörde jetzt noch sucht, ist spät dran. Aktuell haben viele Behörden bereits ihre Zusagen verteilt... Das kann aber auch ein Vorteil sein, weil viele gute Bewerber schon woanders ihre Zusage haben und dementsprechend weniger Konkurrenz da ist Smile.

Ein Dienstherrenwechsel ist (fast) immer möglich. Ist man Beamter auf Probe läuft die Probezeit einfach weiter (startet also nicht neu). Ist man Beamter auf Lebenszeit bleibt es auch dabei... Es ist nicht so wie bei Arbeitnehmern. Als Beamter kündigt man nicht bei der alten Behörde und heuert bei der neuen an, sondern man wird versetzt (das Beamtenverhältnis wird beim neuen Dienstherren ununterbrochen fortgesetzt).

Selbstverständlich kann man sich auch als A9er auf A11er Stellen (oder noch höher) bewerben, allerdings bekommt man dann nicht gleich A11. Es dürfen nämlich keine Statusämter "übersprungen" werden. Man wechselt dann in dem Beispiel also mit A9, bekommt dann zeitnah A10 und ein Jahr später A11 (vorausgesetzt natürlich, man zeigt entsprechend gute Leistungen). Das ist aber im Beamtenrecht immer so: Einstellungen & Beförderung nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung (Art. 33 Abs. 2 GG).
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#22

Das hört sich ja ganz zuversichtlich an. Ich weiß nicht, wie die Stellenbesetzung in der entsprechenden Stadt ist. Was ich aber weiß, ist, dass viele, die die höheren Stellen besetzen, Mittfünfziger oder älter sind. Das nützt nur eben nichts, wenn das Ziel ist, nach Ausscheiden der Beamten die Stellen in tarifliche umzuwandeln. Aber das ist auch nur meine Vermutung.

Diese Stellenausschreibung ist ausschließlich auf der Website der Stadt aufgelistet und auch oder muss man schon explizit in die Rubrik der Stellenausschreibungen klicken, es wird also nicht angepriesen und damit geworben. Das bringt natürlich den Vorteil, dass sich wahrscheinlich weniger Bewerber darauf bewerben, da man schon aktiv auf die Seite der Stadt muss. Und ehrlich gesagt, ist das keine Website wie die des Regionalverbandes Saarbrücken (größter Landkreis bei uns im Saarland), wo man einfach so mal drauf geht. Dahingehend sollten die Chancen gut sein. :-)
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#23

Eine abschließende Frage hätte ich allerdings noch. Ich gehe davon aus, dass du selbst diesen Weg gegangen bist oder Leute kennst, die das so gemacht haben. Wie würdest du denn den Berufsalltag beschreiben? Welche Abteilungen befinden sich öfters im Außendienst? Wie viel hat die Praxis später mit dem Erlernten zu tun? Wie sieht der Arbeitstag von Abteilungsleitern oder Referatsleitern aus? Sind sie stark von Überstunden geprägt? Oder verlassen auch die A12er und höher regelmäßig nach ungefähr acht Stunden die Arbeit? :-)
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#24

Der Berufsalltag hängt sehr stark von der Behörde bzw. dessen Größe/Stellung ab.

Man hat in der Verwaltung wirklich sehr sehr viele Möglichkeiten (Finanzen/Haushalt, Personalabteilung, Interne Organisation, Soziales, Ordnungsamt, Bauverwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, Betreuung der Kommunalvertretung (Rat, Kreistag usw.), Standesamt, Ausländerbehörde etc. etc.). Manche Bereiche haben natürlich naturgemäß gar keinen Außendienst (z.B. die inneren Dienste wie Organisation oder Personal), andere dafür mehr z.B. Bauverwaltung, Ordnungsamt oder auch Soziales.

Je nach Behördengröße bzw. Gemeindeart ((Samt-)Gemeinde, Stadt, Landkreis usw.) gibt es natürlich ganz unterschiedliche Aufgabenfelder. Die kleine Gemeindeverwaltung hat vielleicht ein Ordnungsamt mit 2 Personen, wo dann jeder alles macht. Der Landkreis hat dafür 50 Leute, wo dann viele nur ein Sachgebiet und da dann Buchstabe A-D haben...

Es ist ja auch nicht jede Kommunalverwaltung für alles gleich zuständig. Die kleine Stadt hat weder eine Ausländer- noch eine Naturschutzbehörde. Der Landkreis hat beides aber natürlich wiederum kein Standesamt...

Überstunden sind schwer zu sagen, da es dabei auch stark auf den Bereich ankommt und selbst gleiche Bereiche können bei zwei vergleichbaren Behörden ganz anders aussehen (je nach Personalstärke / Teamgröße). Während der Bereich bei der einen Behörde ggf. (zu) viel Personal hat kann er in der anderen Behörde unterbesetzt sein - dann sind Überstunden natürlich ehr mal möglch. Man kann auch geziehlt Überstunden aufbauen um sich damit zusätzliche Urlaubstage zu ermöglichen (Abbummeln der Überstunden). Ausgezahlt werden Überstunden im ÖD nämlich ehr nicht...

Es kommt dabei auch wieder stark auf die Behördengröße an. Der eine A12er sitzt in einem Ministerium und ist da "normaler" Sachbearbeiter, der andere A12er ist Amtsleiter bei einer kleinen Gemeindeverwaltung und hat dadurch unter´m Strich viel mehr unterschiedliche Aufgabengebiete und mehr oder weniger viel Personalverantwortung.

Der A12er im Ministerium kann dann ehrr pünktlich nach 8 Stunden "den Stift fallen lassen" und Feierabend machen als der A12er Amtsleiter, der vielleicht aktuell 20 Sachen gleichzeitig organisieren muss...
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#25

Alles klar, ich danke dir für deine vielen und umfangreichen Antworten!
Dann hoffe ich einfach, dass die Konkurrenz nicht zu groß ist und ich mich durchsetzen kann. Dafür müssen sie sich allerdings erst einmal melden - was mir noch immer Kopfschmerzen bereitet, da, wie erwähnt, nicht einmal ein Bestätigungsschreiben kam. Das Ganze ist 1,5 Woche her und wurde via Mail versendet...
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#26

1,5 Wochen sind für Behörden wirklich nicht viel. Du musst auch bedenken, dass zwischen den Jahren nur eine "Notbesetzung" da ist. Vielleicht ist der zuständige Ansprechpartner auch noch im Urlaub Smile
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#27

Ich mache mir ehrlich gesagt weniger wegen der generellen Zeitspanne Gedanken, als viel mehr die Tatsache, dass keine Bestätigung kam, obwohl das Ganze via Mail abgewickelt wurde. Also auch keine automatisch-generierte Mail oder so. Aber vielleicht male ich auch einfach nur wieder den Teufel an die Wand. :-)
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#28

Ich denke, du machst dir zu früh zu viele Gedanken. Zu allererst benötigst du mal den Ausbildungsplatz. Die späte Ausschreibungsfrist könnte darauf hindeuten, dass es zunächst keine brauchbaren Bewerber gab oder der einzige brauchbare Bewerber wieder abgesagt hat. Das war bei uns auch schon der Fall.

Wir verschicken auf Bewerbungen keine Eingangsbestätigungen; nach Ende der Bewerbungsfrist werden die Bewerbungen gesichtet und es werden Einladungen verschickt. Ich habe früher, als ich mich wegen der damals (vor ca. 20 Jahren) üblichen Zeitverträge öfters mal beworben habe, gute Erfahrungen damit gemacht, vor dem Abschicken einer Bewerbung anzurufen und eventuelle offene Fragen zu besprechen; das hat außerdem den Vorteil, dass der Name bei Eingang der Bewerbung bereits bekannt ist und hoffentlich mit einem netten Gespräch assoziiert wird.

Ich habe keine Ahnung, was in deiner Region so üblich ist, aber ich habe den Eindruck, dass insbesondere kleinere bis mittlere Kommunen eher Angestellte als Beamte einstellen. Die Ausbildung für den gD (Public Management) ist dagegen standardmäßig im Beamtenverhältnis. Danach ist alles offen, aber ich würde mich an deiner Stelle nicht auf das Beamtentum "fixieren"; das hat alles seine Vor- und Nachteile. Mit einem vernünftigen Abschluss im gD wird du jedenfalls kaum arbeitslos werden. Ais späterer Angestellter hast du aber auf jeden Fall mehr Wechselmöglichkeiten; als Beamter kannst du dich ja vernünftigerweise nur auf die (bei uns eher raren) Beamtenstellen bewerben...

Mit dem Studium ist es wie früher mit der Schule: 80 % des Gelernten wirst du nie brauchen; bei vielen Dingen ist es aber gut, mal davon gehört zu haben. Gleichzeitig wirst du von 80 % der Dinge, die du im Arbeitsalltag brauchst, im Studium nichts hören und musst dir das Wissen selbst aneignen. Mein hervorragender damaliger Professor im Allgemeinen Verwaltungsrecht sagte mal zutreffend: "Ich würde Sie gerne auf die Praxis vorbereiten, aber dann kommen Sie nicht in die Praxis, weil Sie durch die Prüfung fallen." Im Studium bekommt man Grundlagenwissen und die Fähigkeit zu juristischem Denken vermittelt und dazu im bestimmten Feldern Detailwissen, das man mangels praktischer Relevanz sofort wieder vergisst. Ich habe damals viel mehr vom praktischen Teil der Ausbildung profitiert; das hängt aber sehr stark von der Ausbildungsstelle und der eigenen Einstellung (fragen, fragen und nochmals fragen) ab.

Die Aufgaben und Tätigkeitsfelder sind vielfältig und vollkommen unterschiedlich, aber im Laufe der Ausbildung bekommst du ein Gespür dafür, was dir liegt und Spaß macht; man sollte danach auch möglichst eine Tätigkeit in diesen Feldern anstreben. Wenn man dafür den Arbeitgeber wechseln muss, ist das besser, als sich täglich mit einer ungeliebten Tätigkeit abmühen zu müssen. Ich beispielsweise mag knifflige rechtliche Fragestellungen und habe sehr gerne mit Bürgern zu tun. Daher bin ich als Standesbeamter und Ordnungsamtsleiter an der richtigen Stelle. Eine Stelle im Haushalts- und Rechnungswesen, Personalwesen, Projektmanagement oder sonstige Tätigkeiten ohne Kontakt zum "wahren Leben" wären mir ein Graus und da wäre ich auch nicht gut. Andere wiederum sitzen lieber den halben Tag vor einer Excel-Tabelle und freuen sich, wenn sie stundenlang mit niemandem sprechen müssen.

Führungspositionen in größeren Behörden lassen sich nicht nur in der "normalen" Arbeitszeit abwickeln. Da sollte es öfters mal Besprechungstermine nach dem eigentlichen Feierabend geben, Gemeinderatssitzung um 19 Uhr, auch mal einen Termin am Samstag und es gibt immer auch wieder Phasen, in denen man 50-Stunden-Wochen hat, um Termine einzuhalten etc. Da muss jeder selbst wissen, ob er dazu Lust hat und ob sich das für ein paar Euro mehr lohnt. Tendenziell hat es aber in jedem Bereich zu wenig Personal für zu viel Arbeit.

Allerdings halte ich es nicht für zielführend, dass du dir in den nächsten 10 Jahren Gedanken über Aufstiegsmöglichkeiten und deren Konsequenzen machst...
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#29

Hallo Ratsuchende*r,

Beruf hat mit Berufung zu tun. Ich vermisse bei Dir da die ehrliche Begeisterung. Ich lese hier heraus, dass Du primäre Beamtin/Beamter sein willst und kann gar nicht sehen, welche Tätigkeiten Dir Spaß machen würden. Wofür brennst Du? Wenn Du im Grund genommen Lehrerin/Lehrer werden willst, dann solltest Du das auch umsetzen! Wenn Du für das entsprechende Studium umziehen musst, empfehle ich Dir das zu tun. Es ist m.E. sowieso wichtig, dass junge Erwachsenen eine Zeitlang auf sich selbst gestellt an einem anderen Ort wohnen sollten. Das tut der persönlichen Entwicklung gut.

Ein krisenfester Beruf ist sicherlich erstrebenswert, aber unter den krisenfesten Berufen gibt es eine riesige Auswahl. Als Handwerkmeister kann man im Übrigen auch richtig viel Asche verdienen und das ist teilweise sinnstiftender als Verwaltung.
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#30

Servus zusammen, ich antworte euch beiden in dieser Antwort. :-)

Zu „Gast 1“ (#28):
Das kann ich dir nicht beantworten, aufgrund deiner Erfahrung wirst du aber sicherlich bedeutend besser einschätzen können, wie das Einstellungsverhalten aufgrund der Informationen, die ich dir gegeben habe, ist.

Natürlich, das ist ja ohnehin klar. Würde ich nicht nach meinem Interessengebiet handeln, könnte ich es auch gleich sein lassen.

Vielen Dank für deine Einsichten!

Es bringt mir sicherlich nichts, zu rätseln, was in 10 Jahren (oder in 13, wenn man Studium hinzuzählt) ist. Aber es ist meines Erachtens sinnvoll, zu schauen und abzuwägen, wie die persönlichen Möglichkeiten in der Entwicklung voraussichtlich sein könnten, wenn man Weg X einschlägt.

Als Beispiel (das ist auf mich nicht (!) zutreffend, aber es veranschaulicht sehr gut, was ich meine.

Angenommen, einer Person ist es wichtig, im (späteren) Berufsleben einmal eine hohe Verantwortung zu übernehmen und ist dabei gut bezahlt bei verhältnismäßig viel Freizeit. Nehmen wir an, dieser Weg lässt sich durch zwei Möglichkeiten realisieren, aber eine Komponente wird bei Möglichkeit 1 mindestens immer leiden.

M1: Lehrer an einer berufsbildenden Schule, der die Abteilungsleitung einer mittelgroßen Schulform innerhalb eines Berufsbildungszentrums übernimmt. Im Saarland ist dort A14-A15 realisierbar. Eher A14. A15 dann eher für die größeren Abteilungen und/oder Wichtigkeit(en). Natürlich hat diese Person dann weniger Freizeit als ein normaler Lehrer mit A13, aber immer noch genug (habe Einblick durch meine Eltern). Verantwortung kann und muss diese Person ebenfalls übernehmen und mit A14 hat man einen super Verdienst, 60 Tage Urlaub p.a. [als Abteilungsleitung entspr. Schulformen zumeist nur die Hälfte der Ferien, mit Ausnahme der Sommerferien. Insofern: 60 - 0,5*30 = 60 - 15 = 45. Ungefähr. Die Wochenarbeitszeit (schulisch) verringert sich auf 25 Schulstunden, also 18,75 Zeitstunden. Ein Lehrer, der länger im Berufsleben ist und korrekturarme Fächer hat sowie in keiner elternstarken Schulform (Grundschule, Gymnasium,...) unterrichtet, wird eine überschaubare Wochenarbeitszeit haben. Ich unterstelle niemandem etwas, aber 30 Stunden können dann schon realisierbar sein. Entsprechend der Leitungsfunktion machen wir noch 10 drauf, was 2 Zeitstunden Verwaltung je Schultag sind. Somit kommen wir auf 40 Wochenstunden.

Möglichkeit 2:
Angenommen, eine Person im mittleren Dienst kommt zu einer Führungsposition (ob das Sinn macht und möglich ist, lassen wir außen vor. Angenommen, es ist so.).
Nun wird diese Person nach maximal A9, eventuell noch inkl. Zulage, besoldet. Aufgrund der Führungsposition, gehen wir realistisch von durchschnittlich 48h/Woche aus. 30 Tage Urlaub p.a.
Wenn einem diese Arbeit viel mehr Spaß macht als das Unterrichten, dann ist das womöglich die bessere Entscheidung. Es ist die Frage, wann persönliche Nachteile beginnen, den Vorteil des Spaßfaktors zu übersteigen. Oder anders: wann beginnt die Phase des Frusts?

Wenn diese Person von Anfang an die Möglichkeit hatte, beide Wege einzuschlagen, macht es Sinn, sich darüber bereits in diesem Ausmaß Gedanken zu machen.

Zur Sache mit der Verbeamtung: die finde ich wegen der Pension erstrebenswert. In den Entgelttabellen macht es - je nach Gruppe und Stufe - oftmals keinen Unterschied zur Besoldung, wenn man die PKV noch abzieht, manchmal hat man mit Tarif sogar mehr, gerade auch wegen der Jahressonderzahlung.

Ergänzung: das Ganze sollte jetzt keinesfalls vorwurfsvoll o.Ä. klingen, falls doch: sorry! Smile

—————————————-

Gast 2 (#29)

Ich möchte es gerne etwas abwandeln. Beruf sollte Berufung sein. Leider üben viel zu viele Personen einen Beruf aus, der sie nicht erfüllt - was in Ordnung ist. Ist aber in den Bereichen schlecht, in denen es Berufe trifft, die mit Menschen zu tun haben. Egal welcher Art. Dann leiden diese oftmals mit darunter.

Nein, da habe ich einen falschen Eindruck erweckt. Natürlich ist es für mich das Ziel, wenn möglich, den Beamtenstatus zu erlangen. Dann aber nur in den Berufen, die das zulassen.
Wenn ich genau das machen würde, was mir Spaß macht, dann wäre ich selbstständiger Schreiner mit einer kleinen Schreinerei im Erdgeschoss des eigenen Hauses (vgl. Pumuckl und Meister Eder ;-)).
Wie du schon erwähnt hast, kann man auch im Handwerk ein sehr gutes Einkommen erzielen, ja. Zumeist aber entweder, wenn man viele Überstunden schiebt oder wenn man selbstständig ist. Das ist mir aber zu heikel, zumal ich eine gute Work-Life-Balance möchte. Kann sein, dass die Ausnahme die Regel bestätigt.

Ich müsste als Lehrer nicht umziehen bzw. zum entsprechenden Studium. Das müsste ich bei Jura. Das Problem beim Lehramt sind für mich die Aussichten. Ich habe zuvor einmal erwähnt, dass ich aus dem Saarland komme. Die Chancen für einen Referendariatsplatz sind hier echt nicht gut, finde ich. Du kannst davon ausgehen, dass zwischen 50 und 75 Prozent keinen bekommen, nachzulesen im Internet bei einschlägigen Portalen, oder durch einfachen Abgleich der Absolventenzahlen und Planstellen, so meine Recherche. Ich kann mich auch irren und das Ganze kann sich wenden, aber der Trend ist meines Erachtens klar.
Der Wechsel in ein anderes Bundesland kommt für mich überhaupt nicht in Betracht, auch nicht kurzfristig.
Es gibt einige Studiengänge, die vor allen Dingen die Ministerien hier anbieten. Alle technischen, die ich bereits gesehen habe, müssen an Hochschulen in anderen Bundesländern studieren, wobei wir hier im Saarland mehrere Möglichkeiten haben, die genau diese Studiengänge anbieten. Bauingenieurwesen, bspw. Die HTW Saar bietet diesen Studiengang. Weshalb muss ich dann in einem anderen BL studieren? Das macht für mich nur wenig Sinn und liegt nicht in meinem Interesse. Ich weiß, dass ich dabei nicht glücklich werden würde, und das immense negative Auswirkungen auf meine im Studium zu erbringenden Leistungen hätte.
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