Schuldenbremse - Spardose Öffentlicher Dienst ?
#1

Finanzminister Schmid aus Baden Württemberg kündigt weitere Sparmaßnahmen für Beamte und einen generellen Stellenabbau im Öffentlichen Dienst an, um die Vorgaben der grundgesetzlichen Schuldenbremse einhalten zu können.

Wird der Öffentliche Dienst zur Spardose für die Sanierung der Staatshaushalte ? Welche Folgen haben diese Maßnahmen auf die Motivation der öffentlichen Bediensteten und die Personalgewinnung ?

Link: http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwe...35,1528242

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#2
Zu Frage 1:
Aber selbstverständlich !! Und warum ? Weils die Politik es einfach kann. Keine Tarifverträge, die einzuhalten sind, keine tobende Bildzeitung, weil bei den Renten gekürzt wird.

Zu Frage 2:
Auswirkung auf die Motivation ? Keine, denn die wurde durch Gehaltskürzung, Beihilfekürzung und Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich schon bis auf 0 zurückgefahren.

Und auch wenn ich mich hier bei den angestellten Kollegeninnen und Kollegen unbeliebt mache:
Es wird langsam Zeit, dass die Gewerkschaften den Solidaritätsgedanken mal beiseiteschieben.
Wenn die ersten betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden, wird die Öffentlichkeit vielleicht begreifen, dass Dienstleistung ohne Personal nicht möglich ist.

Gruß
smokie


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#3
Stimmt, du machst dich unbeliebt!!

MfG der flinke Finger
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#4
Nach dem ich über 10 Jahre Kommunalbetreuung mache, maße ich mir an zu sagen, das der Schuh woanders drückt. Auch wenn ich kein Beamter bin und jetzt nicht darüber mutmaßen will, ob der Bürgermeister einer Kommune im Vergleich zu seinem "Dienstvolk" unermessen zu viel für seine Arbeit kriegt, liegen die Einspar-Potentiale woanders.

Die Frage ist aber, was kann ich als Politiker medien-präsent darstellen um mich ins Rampenlicht zurück, wo schneide ich mir selbst als Politiker in mein Image und was interessiert die Medien nicht, ob wohl es eigentlich die besseren Schritte und Maßnahmen sind.

Das sieht man deutlich aktuell um die Diskussion im Bereich Meldewesen....

Maik
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#5
Also in diesem Zusammenhang fällt mir da der Beschluß des Bayerischen Landtags vom 23. Juni 2009 (Drs. 16/1607 Nr. 2b) ein:

"Die Staatsregierung wird gemäß Art. 114 Abs. 3 und 4 der Bayerischen Haushaltsordnung ersucht, im Vollzug der Reform "Verwaltung 21" freie Stellen abzubauen, darauf zu achten, dass der Stellenabbau mit einem entsprechenden Aufgabenabbau einhergeht und den Personalbedarf in geeigneten Bereichen methodisch zu untersuchen".

Der Bayerische Oberste Rechnungshof fordert, dass 6.543 Stellen in Bayern einzusparen sind. Betroffen ist fast ausschließlich der mittlere Verwaltungsdienst. Ein Erfolgsbericht wird noch für 2012 erwartet.

Zwischen 1994 und 2008 wurden im mittleren Dienst alleine in Bayern 14.802 Stellen abgebaut (einfacher Dienst: 1.015).

Folge: Die Stellen werden nicht mehr neu besetzt, oder zumindest auf Tarifkräfte mit Zeitvertrag übertragen. Häufig werden auch die anffallenden Aufgaben durch Koll. des gehob. Dienstes (im Extremfall sogar hD ! ) übernommen. Nicht selten "ertrinken" diese Koll. dann in Arbeit.

Was in Bayern geht, das geht auch in Baden-Württemberg Icon_evil


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#6
Hallo Gast,

das führt aber gerade in kleinen Verwaltungen dazu, das nur noch 2 Leute im Bauamt sitzen, beide keine Ahnung vom Hoch- oder Tiefbau haben und sich regelmäßig von den Architekten und Firmen "über den Nuckel ziehen" lassen, weil die Fachkräfte ausgeschieden oder in die freie Wirtschaft gegangen sind und nicht mit Fachkräften neu besetzt wurden. Es wurden zwar die Personalkosten von vielleicht 30.000 Euro pro Anno gespart, aber dafür stiegen die Baukosten und Baunebenkosten durch Nachträge ungemein an, weil kein Fachmann mehr die Dinge bewerten und beurteilen konnte oder die Leistungen teuer von Bausachverständigen eingekauft wird.

Also ist effektiv nichts eingespart worden...

Maik
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#7
Hallo Maik,

bin der Verfasser von Beitrag 5. War zwar nie in der Kommunalverwaltung tätig, habe aber trotzdem etwas Einblick. Ich kann mir Deine Bedenken gut vorstellen. Ich sehe das ähnlich. Tatsache ist: Die Qualität leidet !!! Egal ob bei der Kommune, dem Land, oder dem Bund.

Traurig, traurig ....

Gruß

Herbert
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#8
Hallo Herbert,
wenn das das Ergebnis von dem ist, womit sich dann die Politiker im Rampenlicht rühmen...gute Nacht Deutschland. Ich dachte eigentlich Kommunalverwaltungen sollten dazu da sein, die Belange der Bürger und Kommunen bestmöglich zu vertreten und umzusetzen.

Maik

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