Arbeitszufriedenheit sinkt - gilt das auch für den Öffentlichen Dienst ?
#1
Die Uni Duisburg-Essen untersuchte die Arbeitszufriedenheit der deutschen Arbeitnehmer. Die Ergebnisse:
  • Seit Jahrzehnten nimmt die Arbeitszufriedenheit in Deutschland ab.
  • Die Arbeitszufriedenheit der deutschen Arbeitnehmer ist geringer als in den meisten anderen europäischen Ländern.
  • Besonders stark zurückgegangen ist die positive Einschätzung bei Beschäftigten über 50.
  • Generell sind Personen höherer Bildung mit ihrer Arbeitssituation glücklicher als Erwerbstätige mit niedrigen Bildungsabschlüssen.

Da Arbeitszufriedenheit und Leistungsbereitschaft eng zusammenhängen, ist nach Meinung der Forscher eine Debatte über bessere Arbeitsbedingungen wie eine entsprechende Lohnentwicklung, Stressabbau und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dringend anzugehen.

Für die Arbeitnehmer im Öffentlichen Dienst weist die Studie keine gesonderten Ergebnisse aus. Beamte wurden in die Studie nicht einbezogen. Daher unsere Fragen: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Tätigkeit im Öffentlichen Dienst ? Welche Faktoren haben die größten positiven und negativen Einflüsse auf Ihre Arbeitszufriedenheit ?

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#2
Der öffentliche Dienst gewährt sichere Arbeitsplätze, aber die Verdienstmöglichkeiten in der Wirtschaft sind meines Erachtens besser. Deshalb gehört schon ein gewisses Maß an Idealismus dazu, sich dem öffentlichen Dienst zu verschreiben. Das bedeutet gleichzeitig, dass die Motivation entsprechend hoch ist. Das kann aber nur dann so bleiben, wenn die Mitarbeiter/innen ihre Tätigkeit als sinnvoll ansehen.

Gerade in den letzten Jahren ist es hier zu Verschiebungen gekommen, an deren Ende Tätigkeiten angewachsen sind, die als 'Beschäftigung der Verwaltung mit sich selber' angesehen werden. Hat aber ein Idealist das Gefühl, dass er sich nicht mehr ausschließlich um seine 'Kundschaft' kümmert, sondern Dinge machen muss, die ausschließlich Teile der Verwaltung oder Politik interessieren, aber keinen Nutzen für die 'Kundschaft' hat, sackt die Motivation nach einiger Zeit ab. In dieser Phase befinden wir uns meines Erachtens gerade. Deshalb halte ich ein Absinken der Arbeitszufriedenheit im öffentlichen Dienst für realistisch.
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#3
Meinem Vorredner kann ich mich nur anschließen. Propagierte und groß angepriesene Instrumente wie Qualitätsmanagement oder Leistungsentgelt, die den öffentlichen Dienst in ein goldenes Zeitalter führen sollen, bewirken beim Personal genau das Gegenteil. Das liegt nicht an den Modellen ansich, die durchaus auf hehren Ideen basieren, sondern eher an der mangelhaften und ungleichmäßigen Umsetzung, die zu Verdruss führt. Insbesondere QM, das Erfolgsmodell der Wirtschaft, macht einem ziemlich zu schaffen, da ein theoretisches Fundament in die Praxis eingebettet werden soll, ohne Rücksicht auf Verluste. Der Faktor Mensch spielt keine Rolle oder wird zumindest sehr vernachlässigt, dabei ist er das entscheidende Rädchen im Uhrwerk. Und das kommt bei der Belegschaft nicht sonderlich gut an.
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#4
Gerade beim Qualitätsmanagement kommt erschwerend hinzu, dass die QM-Modelle der Wirtschaft nicht 1:1 auf die Kommunen übertragbar sind. Da es aber kaum Modelle für den kommunalen Bereich gibt und die wenigen, die es gab (z.B. das Tilburger Modell) rasch eingestellt worden sind (nachdem man sie offensiv vermarktet und an andere Kommunen verkauft hatte), ist die Durchführung eines QM-Prozesses für das Personal sehr zeitaufwändig und das Ergebnis eher Lyrik als eine tatsächliche Verbesserung. Dafür bleibt dann die eigentliche Arbeit liegen, was die Kundinnen und Kunden verärgert und für die Kolleginnen und Kollegen frustrierend ist. QM erreicht somit genau das Gegenteil von dem, was es eigentlich erreichen sollte.
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#5
Guten Tag, ich suche jemanden, der sich im Gebiet "Arbeitszufriedenheit" gut auskennt. Ich möchte ein Interview zu machen, da ich mich auf eine Prüfung vorbereite. Wer mir Hilfe leisten kann, der kann mir schreiben. Meine E-mail Adresse ist simmo0@abv.bg .
Danke im Voraus !

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