Gespaltene Abwassergebühr für Grundstücke: Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühr, Erfassung versiegelter Flächen, Zisternen, Ökopflaster und Gebührenbefreiung

Die Abrechnung der kommunalen Abwassergebühren erfolgt in Deutschland nach dem Grundsatz der Abgabengerechtigkeit über die sogenannte gespaltene Abwassergebühr (auch bekannt als gesplittete Abwassergebühr). Während früher die Gesamtkosten der Entwässerung pauschal an den Frischwasserverbrauch gekoppelt wurden, trennen die Städte und Gemeinden die Gebühren heute strikt in zwei eigenständige Posten: die Schmutzwassergebühr und die Niederschlagswassergebühr (Regenwassergebühr). Wer sein Grundstück stark versiegelt, leitet bei Regenfällen große Mengen Wasser in die öffentliche Kanalisation ein und verursacht dadurch hohe Kapazitätskosten im Kanalnetz. Die Bemessung der Niederschlagswassergebühr richtet sich daher nach den quadratmetergenauen versiegelten Flächen eines Grundstücks, von denen Regenwasser in den Kanal gelangt. Regelmäßige Überprüfungen durch die Abwasserbetriebe – oft mittels hochauflösender Befliegungen und Luftbilder – führen bei Eigentümern häufig zu Korrekturbescheiden. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen verständlich, wie sich die Gebühren zusammensetzen, wie versiegelte Flächen bewertet werden und wie Sie durch Zisternen, Versickerungsanlagen oder Ökopflaster Gebühren sparen können.

Unterschied zwischen Schmutzwasser und Niederschlagswasser

Die beiden Gebührenbestandteile der Entwässerungssatzung basieren auf völlig unterschiedlichen Maßstäben:

Bewertung der Versiegelungsarten (Faktoren)

Nicht jede befestigte Fläche leitet die gleiche Menge Regenwasser in den Kanal ab. In den Abwassersatzungen der Kommunen werden Flächen daher mit unterschiedlichen Relevanzfaktoren gewichtet:

Möglichkeiten zur Gebührenbefreiung und Einsparung

Grundstückseigentümer können ihre jährliche Abwasserrechnung durch bauliche Maßnahmen auf dem eigenen Grundstück spürbar reduzieren:

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Gießen Sie Ihren Garten hauptsächlich mit Leitungswasser statt mit Regenwasser?
Wer Trinkwasser für die Gartenbewässerung nutzt, kann über einen Zwischenzähler die Schmutzwassergebühr für diese Wassermenge sparen. Alle Details lesen Sie im Ratgeber Gartenwasserzähler anmelden: Abwassergebühren sparen & Einbauregeln.

Möchten Sie für die Nutzung von Niederschlagswasser einen eigenen Gartenbrunnen bohren?
Achtung: Grundwasserbohrungen müssen vorab bei der Unteren Wasserbehörde angezeigt werden. Welche Regeln gelten, erfahren Sie im Ratgeber Gartenbrunnen bohren & anmelden: Regeln der Wasserbehörde.

Disclaimer: Die hier bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Orientierung über das Kommunalabgabengesetz (KAG) sowie die Entwässerungs- und Gebührensatzungen der Städte und Gemeinden in Deutschland. Sie stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Da Versiegelungsfaktoren, Befreiungstatbestände bei Zisternen und Gebührensätze autonom durch die kommunalen Abwasserbetriebe geregelt werden, sind verbindliche Details direkt bei der zuständigen Stadtentwässerung oder Stadtkasse Ihres Wohnortes einzuholen.

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