Zuwanderung: Kommunen wollen für Fachkräfte attraktiver werden
#1
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung stellt in einer Studie vor, wie Kommunen einem Fachkräftemangel begegnen können:


"Wie Kommunen für ausländische Fachkräfte attraktiv werden können

Kommunen können mit einer Vielzahl von Maßnahmen ihre Attraktivität für Fachkräfte aus dem Ausland erhöhen. Im Mittelpunkt stehen dabei die lebensweltliche Integration der Zuwanderer und die Unterstützung von Unternehmen bei der Rekrutierung und Eingliederung von Fachkräften. Das geht aus einer vom BBSR veröffentlichten Studie hervor.

Wie eine gute kommunale Zuwanderungspolitik ablaufen kann, wurde anhand von acht kommunalen Fallbeispielen untersucht. Aus den Erfolgsfaktoren haben die Autoren übertragbare Ansätze abgeleitet. "In vielen Kommunen hat ein Perspektivwechsel stattgefunden. Weniger die Probleme der Zuwanderung stehen im Vordergrund, sondern mehr die damit verbunden Chancen, insbesondere in Zeiten eines sich verstärkenden Fachkräftemangels. In diesem Zusammenhang entwickelt sich auch zunehmend eine Willkommens- und Anerkennungskultur", so BBSR-Direktor Harald Herrmann. 

Willkommenskultur, Welcome Center, Relocation Service, interkulturelle Öffnung, Rekrutierung in Südeuropa – diese Stichworte stehen stellvertretend für kommunale Strategien, mit denen qualifizierte ausländische Fachkräfte in die Kommunen und ihre Unternehmen geholt werden sollen. Die acht untersuchten Kommunen gründen Netzwerke und Kooperationen, entwickeln Konzepte und setzen Maßnahmen um, die verschiedene Zielgruppen und Handlungsfelder betreffen. Ein Schwerpunkt sind die serviceorientierte Verwaltung und Begrüßungs- und Informationsinitiativen für Neubürger. Zentral ist dabei die Bündelung der zuwanderungsrelevanten Informationen und Angebote.

Ein weiterer Bereich, der die Integration unterstützt, ist die Netzwerkbildung: Die enge Zusammenarbeit der Kommunen mit verschiedenen Akteuren wie z.B. Migrationsberatungen, Sprachkurs- und Bildungsträgern, Migrantenorganisationen und Wirtschaftsverbänden schafft die erforderlichen Strukturen für ein „Willkommen aus einer Hand“. Für die Schaffung einer Anerkennungskultur spielen zivilgesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement sowie die soziale Vernetzung eine wichtige Rolle. In den Kommunen werden daher zahlreiche Paten-, Lotsen- und Mentoren-Modelle für Neu-Zuwanderer erprobt.

Das inter 3 Institut für Ressourcenmanagement, Berlin, hat die Studie für das BBSR realisiert. Sie ist als BBSR-Online-Publikation 10/2014 abrufbar."

Download:
http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffe...onFile&v=2

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#2
Hätten wir Einheimischen gegenüber auch eine Anerkennungskultur, wäre schon viel geholfen. Leider merkt man davon auch im ÖD nicht viel. Ich hör immer nur was von Personal einsparen, Stellenabbau, natürlichen Altersabgang ausnutzen etc..
Deutschland würde auch mit weniger Bevölkerung gut auskommen, v.a. nach den vergangenen 30 Jahren Massenarbeitslosigkeit, angesichts von über 7 Mio. Hartzern und angesichts stetig sinkendem Arbeitsvolumens bei steigender Produktivität und Technisierung.

Paten, Lotsen- und Mentorenprogramme - ich lach mich tot! Bekannte von mir sind aus DE ausgewandert nach Norwegen, Dänemark, Australien - alles Deutsche. Niemand von denen brauchte einen Intregrationslotsen, einen Alphabetisierungskurs, einen Bildungsträger oder Migrantenvereine. Die haben sich alle selbst integriert, selbst einen Arbeitsplatz gesucht...

Entweder behandeln wir Migranten hier wie kleine Kinder, oder wir bekommen zu viele Problemfälle ab, die man eigentlich gleich wieder nach Hause senden sollte.

Deutsche schaffen es immer ohne Integrationslotsen und Sozialindustrie ins Ausland. Vielleicht sollte man es für die hier attraktiver machen? Viele gingen weg, weil sie hier keine oder keine angemessene Arbeit fanden. Hab noch nie was anderes gehört. Ich hab mal vor einigen Jahren eine Studie einer US Universität gelesen, woraus deutlich hervorging dass die vergangenen Jahrzehnte kein Land so viele schlecht ausgebildete Migranten abbekam wie Deutschland. Wir halten den weltweiten Negativrekord. Es wäre besser darauf zu achten, dass das nicht schon wieder passiert.

Ich halte diese ganze Debatte für heuchlerisch angesichts der über 7 Mio. Hartz IV Empfänger und des riesigen Niedriglohnsektors hier. Vor allem weil in DE zu wenig in Weiterbildung und Umschulung investiert wird, da scheitert man hier kläglich. Viele Arbeitslose werden so dauerhaft in den heimischen Sessel gedrückt.

Deutschland müsste sogar wesentlich mehr in Arbeitslosenbildung investieren. Nur mal so zahlen zum Vergleich, wie viele Langzeitarbeitslose Deutschland hat:

http://de.theglobaleconomy.com/Germany/L...mployment/
http://de.theglobaleconomy.com/Sweden/Lo...mployment/

Ein Land das so konsequent wenig in das bereits vorhandene Humankapital investiert sollte sich erstmal Gedanken machen, wie bereits vorhandene weiter- und ausgebildet werden, anstatt von Fachkräftemangel zu schwafeln.

Die ganze Diskussion ist lächerlich, da bundesweit auf 100 000 Erwerbstätige nur ca 450 Stellenausschreibungen kommen, in manchen Bundesländern nur < 180. Es gibt in den meisten Berufen gar keinen Fachkräftemangel und es gäbe noch genug Leute hier zum umschulen und ausbilden. Wahrscheinlich kommt nachher nur wieder der billigere Werkvertragler, der hier nicht in Sozialkassen einzahlt wie ich es in Werbeanzeigen aus Serbien schon gelesen habe, wo extra damit geworben wird.

Der "Fachkräftemangel und Jobboom" im Wirtschaftsplunderland Deutschland resultiert ja auch eher aus Blasen und Märchen.

http://www.querschuesse.de/deutschland-m...staetigen/

Sinkendes Arbeitsvolumen und ein Heer von Soloselbständigen und atypisch Beschäftigten. Die langen Zeitreihen der Beschäftigungsverhältnisse sehen nicht nach "Fachkräftemangel" aus.

Es ist immer wieder traurig, wie stark in DE gelogen wird, mich erinnert das Land immer stärker an die DDR. Traurig, aber wahr.

Immer mehr Menschen prügeln sich um ein sinkendes Arbeitsvolumen. Dabei sind wir schon Schlusslicht international bei dem Arbeitsvolumen laut OECD. Wo sollen die bloß alle arbeiten hier, wo hier so wenig zu tun ist?
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